Elsässers guter Führer

Zunächst wurde die „arabische Revolution“ von Jürgen Elsässer bejubelt:

Jürgen Elsässer: „Hoch lebe die arabische Revolution!“

Nun wird von ihm der „Führer“ bejubelt, der jene Revolution blutig niederschlagen lässt:

Jürgen Elsässer – „Lang lebe Assad!“

Mit dem Wort “Führer” ist viel Schindluder getrieben worden – Assad gibt ein Beispiel, was damit im Positiven verbunden sein kann. Dieses Beispiel wird in die Geschichte eingehen, dieser Mann ist schon jetzt unsterblich!

Elsässers neo-islamisches Groupie hat dazu einige (unfreiwillig) interessante Anmerkungen verfasst:

Dazu muss man unbedingt erwähnen, dass Assad wirklich bereit war, Syrien aufzugeben, wenn daraus Frieden entstehen würde. Niemand hielt ihn zurück, außer seinen engsten Anhängern. Aber Imam Khamenei forderte ihn zum Bleiben auf und sagte: “Willst du deine Heimat in die Hände der Imperialisten geben”? (sinngemäß).

(Fatima Özoguz)

In diesem Punkt liegt Fatima völlig richtig:

Assad wäre wohl schon längst im Exil (und zehntausende Syrer noch am Leben), wenn Assad von Russland und dem Iran nicht zum Kämpfen gedrängt worden wäre (und der Westen sich nicht völlig herausgehalten hätte).

Aha, “danke China”, “Danke Russland”. Und wo ist “Danke Sayyed Nasrallah”? Es war nämlich die Hizbollah, die diese Siege erst möglich machte.

(Fatima Özoguz)

Auch hier gebe ich Fatima recht:

Während sich der Westen auf die scheinheilige Position zurückzieht, man dürfe der Opposition keine Waffen liefern, weil jene auch in die Hände der Dschihadisten geraten könnten, rüstet Assad die islamistischen Hisbollah-Terroristen auf, die dafür in Syrien für ihn kämpfen.

Im vergangenen Jahr hatten Außenministerin Hillary Clinton, CIA-Direktor David Petraeus und Verteidigungsminister Leon Panetta einen Plan zur Bewaffnung gemäßigter Oppositionsgruppen vorgelegt, der von Obama, seinen Beratern im Weißen Haus und seinem Wahlkampfstab jedoch zurückgewiesen wurde.

Die vom Weißen Haus als Argumente gegen Waffenlieferungen vorgebrachten Szenarien sind alle eingetreten, ohne dass Washington den gemäßigten Rebellen Waffen geliefert hätte.

(FAZ)

Auch wenn Assad eine Schlacht gewonnen hat, stehen die Gewinner des Krieges noch nicht fest.

Die Verlierer allerdings schon.

Nämlich die syrische Zivilbevölkerung und Europa, das für noch mehr Asylanten aus der islamischen Welt zuständig sein wird.

Am Ende wird der Westen erst recht eingreifen müssen, um sich nicht vorhalten zu lassen, man kümmere sich nicht um die armen Muslime.

Was dann aber trotzdem nichts mehr an den bitteren Vorwürfen der islamischen Welt ändern wird (siehe Bosnien).

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12 Antworten to “Elsässers guter Führer”

  1. besucher Says:

    Danke Obama, unser Präsidentenmessias!

  2. kroraina Says:

    Aron, werte doch diesen extremistischen Geschäftsmann nicht dadurch auf, indem du regelmäßig über ihn berichtest und ihm und seinem ekelhaften Compact Magazin damit unfreiwillig zum Umsatz verhilfst. Für jeden Bürger mit IQ > 80 ist der KB Extremist ein absolutes nogo.

    • aron2201sperber Says:

      ich halte es für falsch, seine Verschwörungstheorien einfach zu ignorieren.

      wenn sich niemand dazu herablässt, dagegen zu widersprechen, werden sie irgendwann zur anerkannten „Truth“.

      das Interessante an Elsässer ist außerdem, dass man Aufschluss darüber bekommt, was in Russland gerade Linie ist:

      https://aron2201sperber.wordpress.com/2012/07/31/wer-bezahlt-compact/

      dort ist ein Elsässer leider „Mainstream“

      • Thomas Holm Says:

        Ich würde soweit gehen, zu sagen, dass für die Auslandspropaganda der Iran sich geradezu in eine Abhängigkeit von westlicher (!) Verschwörungstheorie-Produktion begeben hat.

        Ohne einen Tarpley hätten sie vielleicht internen Krach bei der Bestimmung der nächsten Winkelzüge. Für den deutschsprachigen Raum kommen noch Hörstel und KenFm in Betracht, die aber gedanklich alle an Tarpley zu hängen scheinen, der auch der einzige bei denen ist, der das Material überhaupt insgesamt überblickt, mit dem da Schindluder getrieben wird.

        Das ganze hat ja seinerseits seine Geschichte.

  3. Westliche Putin-Versteher | Aron Sperber Says:

    […] in Syrien erst möglich gemacht hat: Assad wäre wohl längst ins Exil gegangen, wenn ihn seine Freunde nicht zum Kämpfen gedrängt […]

  4. Was hat Ägypten von Assad gelernt? | Aron Sperber Says:

    […] Toten fest im Sattel sitzt, gelernt, dass man keine Wahlen veranstalten muss, um als legitimer Führer zu […]

  5. Kairo schlimmer als Peking? | Aron Sperber Says:

    […] er die Bejubler des Arabischen Frühlings für Dummköpfe hält, hindert ihn auch nicht daran, regelmäßig auf […]

  6. Obamas angebliche rote Linie | Aron Sperber Says:

    […] nicht getraut hätte. Doch wäre Obama ein Bush, wäre Assad wohl sowieso schon längst ins Exil verduftet. Im Gegensatz zu Gaddafi hätte Assad jr. sicher nicht bis zum bitteren Ende […]

  7. Profiteure der amerikanischen Schwäche? | Aron Sperber Says:

    […] Iran, China und deren westliche Bejubler haben vielleicht Grund zum […]

  8. Was Ägypten von Assad lernen kann | Aron Sperber Says:

    […] Toten fest im Sattel sitzt, gelernt, dass man keine Wahlen veranstalten muss, um als legitimer Führer zu […]

  9. Assads Überreder | Aron Sperber Says:

    […] die Mullahs, die Assad zum Kämpfen gedrängt hatten, ihn auf einmal zum Frieden überreden sollten, glaubt wohl auch nur Herr […]

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