Ein Asylbetrüger mehr oder weniger

Sollen Österreich oder Deutschland ihn doch aufnehmen. Das ist mein voller Ernst. Von den Tausenden Asylanträgen jedes Jahr wäre dies einer der wenigen wirklich berechtigten. Gleich dem Antrag stattgeben und einwandern lassen.

(American Viewer)

Hier muss ich widersprechen, auch wenn es in Europa auf einen Asylbetrüger mehr oder weniger wohl nicht groß ankommt:

Die Genfer Flüchtlingskonvention schützt politisch Verfolgte.

Snowden wird jedoch von den USA nicht wegen seines politischen Engagements verfolgt, sondern weil er besonders sensible Daten vom Nachrichtendienst gestohlen und zur Konkurrenz gebracht hat, was in jedem anderen Land der Welt ebenfalls zu Strafverfolgung führen würde (vielleicht abgesehen von Ländern wie Österreich, die sich die Landesverteidigung ohnehin von anderen abnehmen lassen).

Wie es einem russischen Snowden ergehen würde, kann man sich leicht ausmalen: Litwinenko hatte nichts gestohlen und trotzdem ließ Putin den „Verräter“ mit radioaktivem Material vergiften.

Wir Europäer reißen uns natürlich darum, Snowden Asyl zu gewähren, da wir  schon darauf konditioniert sind, kriminelle Asylbetrüger aufzunehmen, und im Gegensatz zu Putin stellen wir an unsere Schützlinge selbstverständlich keinerlei Forderungen oder gar Bedingungen.

Der Mann kommt aus der Mittelklasse, ist gebildet, hat einen Beruf, könnte sich sich selbst versorgen und scheint nicht gewalttätig zu sein. Aber ich vergaß: Solche Einwanderer will man in AU und DL nicht.

Wahrscheinlich würde er sich schnell anpassen und einen auf “traumatisiert” und daher leider arbeitsunfähig machen.

Dass man damit in Europa sehr gut über die Runden kommen kann, wird er sich von seinen Asylbetrüger-Kollegen bald abschauen.

Bei ihm wäre die Psychonummer sogar echt:

Sobald sich das Interesse um ihn gelegt hätte, würde er wohl wieder unter seiner Profilierungsneurose leiden.

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17 Antworten to “Ein Asylbetrüger mehr oder weniger”

  1. dieter Says:

    Kriminell ist in aller erster Linie das Stasi-Schnüffel-Programm der NSA, das der US-Verfassung widerspricht und ganz klar im Widerspruch zur Intention der Gründerväter steht.

    Deshalb betrachten die Hälfte der Amerikaner Snowden als großen Patrioten.

    Wichtiger noch ist, dass Prism aus europäischer Sicht kriminell nach dem Strafrecht ist.

    Snowden hat seine Existenz aufgegeben und riskiert lebenslange Haft für seine prinzipienhaften Überzeugungen. Er ist ein Held im wahrsten Sinne des Wortes.

    • aron2201sperber Says:

      wenn es darum geht, böse Steuersünder (was uns in Wahrheit viel eher betrifft, aber wir uns nicht angesprochen fühlen, da die „Reichen“ immer die anderen sind) zu schnappen oder einen unsympathischen Politiker wie Berlusuconi zu schnappen, haben wir keine Probleme mit Schnüffelei und permanent abgehörten Telefonen.

      wenn es um die Freiheit des Internets geht, werden wir hingegen alle zu Piraten.

      der Staat soll uns tollen Internet-Piraten den totalen Freiraum zur Verfügung stellen, auch wenn wir trotz möglicher Festestellung unserer Identität auch bisher das Internet zur öffentlichen Meinungsäußerung fleißig genutzt haben.

      dass der wordpress-server in den USA steht, ist wohl kein großes Geheimnis

      unsere Pinzipien von Intenet-Freiheit (die es so nie gab) stehen selbstverständlich über dem Interesse nach Sicherheit (Terroristen sollen die neue Technik nutzen dürfen, Terroristenjäger hingegen nicht)

      • dieter Says:

        Wer ist „wir“? Ich bin für das Bankgeheimnis, also gehöre ich nicht zu diesem „wir“.

        Dieser Argumentationsstil, den du von Henryk Broder kopiert hast, hat einen Namen, nämlich ad hominem tu quoque und es handelt sich dabei um einen groben Denkfehler.

        Es mag zwar ganz lustig sein, Heuchelei und Doppelmoral aufzuzeigen. Das ist aber weder ein Argument, noch die Entkräftung eines Arguments. Broder macht sich wenigstens meist die Mühe, ein Argument nachzuschieben und er bezieht immerhin Position.

        Bist du nun selbst für oder gegen das Bankgeheimnis? Bist du für oder gegen russische Dissidenten, die verfassungswidriges Verhalten der russischen Regierung aufzeigen?

        Wer für das Briefgeheimnis eintritt, aber aus Neid auf Reiche gegen das Bankgeheimnis ist, liegt wenigstens zur Hälfte richtig.

        Terroristen sind die irrelevante Spitze des Eisbergs der Islamisierung. Das westliche Establishment leistet der Islamisierung Vorschub und bekämpft die Islamisierungs-Kritik; wird die fraglichen Schnüffelprogramme also eher dazu nutzen, um „Islamophobie“ zu bekämpfen. Moscheen sind in den USA von der Überwachung des FBI gar ausdrücklich ausgenommen. Die Islamisierung beendet man nicht mit Überwachung.

        Von welcher Technik sprichst du, deren Benutzung „wir“ den Terroristen zubilligen, aber der NSA verbieten wollen? Die Terroristen schnüffeln nicht das Internet aus, sondern benutzen Verschlüsselungsprogramme, Verschleierungsprogramme, das gute alte persönliche Gespräch und Bargeld. Hier gibt es also gar kein tu quoque, das du dem „wir“ vorwirfst.

      • aron2201sperber Says:

        Bist du für oder gegen russische Dissidenten, die verfassungswidriges Verhalten der russischen Regierung aufzeigen?

        Litwinenko hat im Gegensatz zu Snowden nichts Kriminelles getan.

        das ist so ähnlich wie Osama Bin Laden mit chinesischen Dissidenten gleichzusetzen:

        https://aron2201sperber.wordpress.com/2011/05/31/mutmaslicher-morder-gefasst-auftraggeber-frei/

        hätte sich Snowden wie Litwinenko einfach so nach Russland abgesetzt, wäre es kein Problem gewesen.

        er hätte von Russland aus ruhig soviel auf seinen ehemaligen Arbeitgeber schimpfen können, wie er will.

        der Westen kann Kritik im Gegensatz zu Putin gut aushalten, kriminelles Handeln darf jedoch auch der Westen nicht durchgehen lassen, auch wenn es als „politische Tat“ verbrämt wird.

      • aron2201sperber Says:

        Das westliche Establishment leistet der Islamisierung Vorschub und bekämpft die Islamisierungs-Kritik; wird die fraglichen Schnüffelprogramme also eher dazu nutzen, um “Islamophobie” zu bekämpfen.

        ach komm, die größten Islamophobie-Inquisitoren sind doch auch die größten Datenschutz-Fetischisten.

        wobei ich dir bzgl. der „Spitze des Eisbergs“ recht gebe:

        https://aron2201sperber.wordpress.com/2009/01/28/nur-die-spitze-des-eisbergs/

        natürlich ist nicht nur der Terror ein Problem…

        …und auch nicht nur die Burka:

        https://aron2201sperber.wordpress.com/2013/06/07/europas-moscheen-vor-femen-schutzen/

      • dieter Says:

        ach komm, die größten Islamophobie-Inquisitoren sind doch auch die größten Datenschutz-Fetischisten.

        Auch das ist ein ad hominem tu quoque.

        Selbst wenn „Datenschutz-Fetischisten“ die größten „Islamophobie-Inquisitoren“ wären, dann würde das meine Behauptung nicht entkräften.

        Die Stasi 2.0 wird nicht von Datenschutz-Fetischisten betrieben, sondern vom selben Establishment, das Islamophobie nachweislich bekämpft.

        Die Datenschutz-Fetischisten sind nicht an der Macht und darüber hinaus trifft der Heuchelei-Vorwurf auf diese überhaupt nicht zu. Die größten Datenschutz-Fetischisten sind nämlich die Piraten erster Generation, also junge, männliche Nerds. Diese sind größtenteils atheistisch, für die freie Meinungsäußerung, lehnen Privilegien für Religionen ab und beurteilen als logisch orientierte Menschen Religionen mit einerlei Maß. Sie lehnten sogar feministische Quotenforderungen ab.

        Da solche Typen für die Politik nicht geeignet sind, wurden sie schnell durch die untergriffigen Piraten 2.0 verdrängt.
        Mit Argumenten wie: „Wer gegen Frauenquoten ist, hasst Frauen, wer für freie Meinung für Holocaustleugner ist, ist ein Nazi, etc…“

        Zu Snowden:
        Putin hatte Snowden die Bedingung auferlegt, keine weiteren Veröffentlichungen zu tätigen. Das konnte er nicht akzeptieren.

        Wiederum existiert jene Heuchelei nicht, die ohnehin kein Argument wäre.

      • aron2201sperber Says:

        Zu Snowden:
        Putin hatte Snowden die Bedingung auferlegt, keine weiteren Veröffentlichungen zu tätigen. Das konnte er nicht akzeptieren.

        Wiederum existiert jene Heuchelei nicht, die ohnehin kein Argument wäre

        Keine Heuchelei?

        solange sich die Veröffentlichungen nur gegen die USA gerichtet hätten, wären Putins Konsequenzen wohl milde geblieben.

        Kritik am Westen ist ja in Russland mindestens genauso frei wie im Westen:

        https://aron2201sperber.wordpress.com/2012/07/31/wer-bezahlt-compact/

        Snowden wird wohl entweder aus Russland oder aus einem Bruderstaat weiter veröffentlichen, auch wenn Putin dazu offiziell nicht jubeln wird.

        was sein staatlicher Propaganda-Auslandsender mache, liege natürlich nicht in seiner Macht, der sei ja schließlich unabhängig:

        https://aron2201sperber.wordpress.com/2012/04/17/assange-und-die-internationale-solidaritat/

  2. aron2201sperber Says:

    Snowden hat seine Existenz aufgegeben und riskiert lebenslange Haft für seine prinzipienhaften Überzeugungen. Er ist ein Held im wahrsten Sinne des Wortes

    Dein Held und Patriot ist mit seinen gestohlenen Daten gleich zu den Regimen gerannt, die Dissidenten tatsächlich ermorden lassen und Amerika als Feind ansehen.

    • dieter Says:

      1.) Die Daten wurden von der NSA gestohlen.
      2.) Ein Held setzt sich einem Risiko aus, sucht dieses aber im gesunden Selbsterhaltungstrieb zu minimieren. Snowden ist ein Held, kein Idiot.
      3.) Litwinenko flüchtete sich nach Großbritannien. Ein Land, das Dissidenten, wie Geert Wildes, Robert Spencer und Pamela Geller die Einreise verbietet, Tommy Robinson und Kevin Caroll mit DDR-Methoden schikaniert, aber kriminellen russischen Oligarchen Unterschlupf bietet, solange die Kohle stimmt. All das schmälert Litwinenkos Mut um kein bisschen.

  3. zweitesselbst Says:

    Aaah, da geht aber auch wieder einiges durcheinander. Und das ist verwirrend. Tatsächlich hat ja Snowden die Top-Suchen der NSA offengelegt, dass jetzt jeder Bescheid weiß. Zumindest könnt.

    Andererseits hat er es mit Vorsatz getan. Und so ist er für die einen der Held und die andern ein Verräter.

    Ich würd dann aber auch sagen, entscheidend ist nicht die Tatsache, dass und wie die NSA ihre Daten sammelt, sondern was sie damit macht.

    Da fällt mir auch ein Spruch zu ein : Wissen ist Macht!!

    • aron2201sperber Says:

      für mich ist er weder Held noch ein Verräter, sondern ein Krimineller

      er hätte die Möglichkeit gehabt, einfach zu kündigen und danach über das zu schrieben, was ihm an seinem Arbeitsgeber nicht gepasst hat.

      in den USA (wie auch in Israel, wo es ständig irgendwelche Skandalenthüllungen ehemaliger Agenten gibt) wäre dies im Gegensatz zu Russland ohne weiteres möglich gewesen.

      natürlich wäre der Effekt dann weniger beeindruckend gewesen und er wäre nur einer von vielen Bärs, Ostrowskis, an denen sich die antiamerikanische Meute aufgeilt, gewesen, weswegen er den kriminellen Weg vorgezogen hat.

      • American Viewer Says:

        er hätte die Möglichkeit gehabt, einfach zu kündigen und danach über das zu schrieben, was ihm an seinem Arbeitsgeber nicht gepasst hat.

        Diese Leute unterschreiben alle Verträge, die sie zur Geheimhaltung verpflichten, auch über die Kündigung hinaus.

        Ich weiß nicht wie es in Israel ist. Aber ich nehme stark an, dass auch dort Ex-Geheimdienstmitarbeiter niemals legal über Dinge sprechen dürfen, die unter die Geheimhaltung fallen.

      • aron2201sperber Says:

        wenn ich an Bär oder Ostrowski denke, kann es mit der Durchsetzung der Schweigepflicht nicht so streng sein

        wobei die beiden womöglich nie wirklich Agenten waren, bei dem was sie alles offensichtlich Unwahres verzapfen 😉

  4. American Viewer Says:

    Ich weiß, dass du der Experte für Asyl bist. Es ging mir um die Aufnahme Snowdens. Unter welcher Bezeichnung dies geschieht, ist mir egal. Es gibt mehrere Möglichkeiten Snowden aufzunehmen. Ich werde das noch einmal in einem Artikel ausführen.

    • aron2201sperber Says:

      klar kann jeder Staat jeden aufnehmen, den er will, indem er einfach ein Visum erteilt – man braucht es ja nicht nach dem Asylrecht zu machen

      wenn der Staat will, kann er jedem auch gleich die Staatsbürgerschaft erteilen.

      es ist schon lustig, wie Politiker jetzt herumschwurbeln, von wegen man würde ja gerne Asyl geben, aber man müsse sich an die Gesetze halten.

      • American Viewer Says:

        es ist schon lustig, wie Politiker jetzt herumschwurbeln, von wegen man würde ja gerne Asyl geben, aber man müsse sich an die Gesetze halten.

        Darum geht es. Sehr schön auf den Punkt gebracht. Besagte Politiker könnten ihn locker aufnehmen, aber sie wollen nicht. Und anstatt einfach offen zuzugeben, dass sie nicht wollen, schieben sie Paragraphen vor.

  5. besucher Says:

    Das läuft dann wohl unter: man liebt den Verrat, aber nicht den Verräter.

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