Gleichschritt der Stürmer

Pincus hatte spekuliert, dass Whistleblower Edward Snowden sowie „Guardian“-Reporter Glenn Greenwald und Dokumentarfilmerin Laura Poitras – die die meisten NSA-Enthüllungen an die Öffentlichkeit brachten – eine politische Agenda hätten und heimlich von WikiLeaks-Gründer Julian Assange „gesteuert“ würden. Pincus‘ „Belege“ waren nachweislich falsch. Die „korrigierte“ Kolumne – oder was davon übrig ist – war nichts als üble Nachrede.

(Marc Pitzke: „Gleichschritt der Mitläufer„)

Snowden hatte keine politische Agenda?

Hat er es also nur wegen des Geldes getan?

Einen wirklich bemerkenswerten Gleichschritt gibt es zwischen der SPD und dem Spiegel, die gemeinsam gegen Merkel stürmen.

„Schaden vom Volke abzuwenden – das stelle ich mir anders vor.“ Der Kanzlerkandidat der SPD hat Recht.

Es geht darum, dass man unsere Rechte verletzt, ohne dass wir Einspruch erheben können. Wir hören auf, Bürger zu sein, und werden zu Untertanen.

Das ist eine fundamentale Erfahrung der deutschen Geschichte, die wir nie wieder machen wollten. An wen wenden wir uns jetzt? Wer kommt uns zu Hilfe?

Im italienischen Grosseto wird gerade der Prozess gegen Francesco Schettino geführt. Er hatte als Kapitän die „Costa Concordia“ vor der Insel Giglio auf Grund gesetzt. Und dann hatte er laut Anklage Schiff und Passagiere im Stich gelassen. Im Spionageskandal ist Angela Merkel unser Capitano Schettino. Sie lässt die Deutschen im Stich.

(Jakob Augstein:“Merkel lässt die Deutschen im Stich„)

Welche politische Agenda dabei verfolgt wird, ist ziemlich klar.

Vom Schaden, den Snowden den USA verursacht hat, sollen Grüne und SPD maximal profitieren.

Snowdens Enthüllungen verursachen weder in den USA noch bei deren Gegnern eine große innenpolitische Wirkung.

Wenn ein ohnehin schwacher US-Präsident dank der Kampagnisierung des „NSA-Skandals“ seine verlässlichste Verbündete verliert, können sich USA-Gegner wie Assange, Augstein oder Putin allerdings sehr freuen.

Was SPD und Spiegel gerade veranstalten, ist ein klassischer Ausländerwahlkampf, bei dem sogar der „Verrat am Volke“ angeprangert wird.

Wenn die USA die Volksfeinde sind, ist der Populismus jedoch salonfähig.

Würden hingegen Springer und die CDU Bushido zum Wahlkampfthema machen, würden Augstein & Co. indigniert die Nase rümpfen.

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14 Antworten to “Gleichschritt der Stürmer”

  1. besucher Says:

    Vor dem ganzen politischen Geplänkel gerät völlig aus dem Blickwinkel dass Snowden etwas im Prinzip Richtiges tat: Er hat einer illegal handelnden Behörde geschadet und das Augenmerk auf ein grundlegendes Problem gelegt, nämlich dem Eigenleben von Behörden welches jedem liberalen Bürger Bauchschmerzen bereiten muss.

    Zu Bushido: Die linken Gutmenschen müssen erstmal verdauen welches dicke Ei er ihnen ins Nest gelegt hat.

    • aron2201sperber Says:

      was legal und was illegal ist, bestimmen heute wohl Guardian und Spiegel, die für Snowden bzw. gegen Merkel seit Wochen kampagnisieren.

      auch bei uns gibt es die Vorratsdatenspeicherung aller getätigten Anrufe, was kein Fall von „Eigenleben der Dienste“ ist, sondern vom Gesetzgeber so beschlossen wurde.

      würden die Server in Europa stehen, würde man wohl auch nicht darauf verzichten, auf den Internet-Verkehr nachträglich zugreifen zu können, und die Gesetzgeber hätten wohl ähnliche Gesetze wie in Amerika beschlossen.

      dass die europäischen Dienste sich die Informationen im Bedarfsfall von den amerikanischen Kollegen geholt haben, zeigt die Scheinheiligkeit der Diskussion auf.

      das Abhören und Verwanzen von EU-Büros finde ich unnötig und unkorrekt – dabei handelt es sich jedoch um unbewiesene Vorwürfe, auch wenn sie von den Medien ohne Konjunktiv herausposaunt wurden.

    • aron2201sperber Says:

      Zu Bushido: Die linken Gutmenschen müssen erstmal verdauen welches dicke Ei er ihnen ins Nest gelegt hat.

      wie auf der Achse treffend beschrieben wird, handelt es sich bei Bushido nur um die Spitze des Eisbergs an kleinen Monstern, die wir uns gezüchtet haben:

      http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/danke_bushido

      ihren Wohltätern sind die kleinen Monster nicht dankbar, sie hätten selbst wissen müssen, mit wem sie sich einlassen:

      https://aron2201sperber.wordpress.com/2013/04/23/the-snake/

      der Ausnutzer ist der dem Ausgenützten nie dankbar, sondern verachtet ihn wegen seiner Blödheit.

  2. besucher Says:

    Wenigstens lässt sich Snowden nicht von Putin instrumentalisieren.

    Es gibt zwei Möglichkeiten:
    Er lässt sich nicht vor deren Karren spannen und bekommt deswegen kein Asyl
    oder die USA machen soviel Druck dass Putin sich versucht aus der Sache herauszuwinden und auszusitzen.

    Ich tippe auf ersteres.

  3. besucher Says:

    Update: Snowden hat wohl jetzt doch offiziell einen Antrag gestellt. Die Sache bleibt spannend.

  4. aussteiger Says:

    snowden ein held, verräter oder hanswurst?
    http://campogeno.wordpress.com/2013/07/11/snowden-ein-held-verrater-oder-hanswurst/

  5. 50pf Says:

    Snowden hat definitiv das Richtige getan!

    Das es die technischen Möglichkeiten gab war unter Computernerds bekannt. Man hat aber nur hinter vorgehaltener Hand darüber geredet, aus Angst für paranoid gehalten zu werden. Dass es so schlimm ist, dass 100% der Kommunikation durch einen Algorhitmusfilter laufen, hätten sogar die paranoidesten Nerds nicht geadacht. Um alle Telephongespräche in Deutschland, die binnen eines Jahres geführt werden, aufzuzeichnen, benötigt man Speichermedien im Wert von 30.000.000 Euro. (Stammt glaube ich von Lobo) Das sind Peanuts für einen Staat! Also war klar dass das gemacht wird.

    Was ich nicht ganz verstehe ist, dass sich in rechtskonservativen Kreisen darüber aufgeregt wird, dass Herr Snowden die „illegalen“ Machenschaften, oder besser gesagt die totale Kontrolle der weltweiten Kommuniklation veröffentlicht hat. – Hat wirklich niemand 1984 gelesen? – Da ist ein noch schlimmerer Alptraum der wahr geworden ist!

    Tatsache ist auch, das alleine in Deutschland durch Prism & Co. angeblich 5 Terroranschläge verhindert und somit auch vertuscht worden sind.

    – Wo wären wir heute, z.B. in der Islamkritik, wenn diese Terroranschläge stattgefunden hätten?!?

    • aron2201sperber Says:

      dass der Internetverkehr gespeichert wird, hat wesentlich weniger mit 1984 zu tun, als jeder real existierende nichtdemokratische Staat, bei dem Intenetnutzung meistens streng eingeschränkt ist, aber die Bürger (auch ganz ohne Internet) wesentlich schärfer kontrolliert werden.

      Wo wären wir heute, z.B. in der Islamkritik, wenn diese Terroranschläge stattgefunden hätten?!?

      nach deiner Logik hätten die VT recht, die unterstellen, dass die antiislamischen Verschwörer an Terroranschlägen ein Interesse hätten, um gegen die armen Muslime vorgehen zu dürfen.

      • 50pf Says:

        Das habe ich so nicht geschrieben!
        Da war von „antiislamischen Verschwörern“ keine Rede.

        Tatsache ist aber: Wenn diese Anschläge stattgefunden hätten, gäbe es keine Gutmenschen mehr, die sich von den Muslimen einlullen lassen würden. Es hätte wohl regelrechte Hetzjagden nach den Anschlägen auf Muslime gegeben.

        Das hat mit VT nichts zu tun! Das ist einfach nur die logische Konsequenz.

      • aron2201sperber Says:

        du argumentierst, dass die verhinderten Terroranschläge die Islamkritik weitergebracht hätten.

        ich habe nicht unterstellt, das du VT verbreitest, allerdings die Nichtverhinderung von Terroranschlägen als etwas politisch nützliches darstellst (was VT bei Gladio und insbesondere bei 9/11 unterstellen)

      • 50pf Says:

        Dann unterstellst Du etwas was ich so nie geschrieben habe.

        Da steht nur: „Das es die technischen Möglichkeiten gab war unter Computernerds bekannt. Man hat aber nur hinter vorgehaltener Hand darüber geredet, aus Angst für paranoid gehalten zu werden.“

        Ansonsten nehme ich keinerlei Bezug zu irgendwelchen Verschwörungstheorien! Es kann sich doch jeder selber ausmalen was denn passiert wäre, hätten diese Anschläge stattgefunden. Ob das nützlich ist sei dahingestellt. Tatsache ist aber, das wir heute in einem anderen Land leben würden, wenn diese Anschläge stattgefunden hätten. Die Islamkritik wäre selbst nicht weiter gekommen. Es gäbe vermutlich den Begriff „Islamkritik“ gar nicht mehr. Aber es würde mit Sicherheit ein gaaanz anderer Wind gegen den Islam wehen!

  6. One Law For All Says:

    „Die Menschenrechte sind keiner Kultur fremd und in allen Nationen verankert … Es ist die Allgemeingültigkeit, die den Menschenrechten ihre Kraft verleiht … Der Kampf für allgemeine Menschenrechte war immer und überall ein Kampf gegen alle Formen der Tyrannei und Ungerechtigkeit – gegen Sklaverei, gegen Kolonialismus, gegen Apartheid. Dies ist heute nicht anders.“ (Kofi Annan, 10. Dezember 1997)

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