Besserwessi Augstein

Ihr Verhalten im Überwachungsskandal legt die Vermutung nahe, dass ihr das Wesen dieser Demokratie in Wahrheit immer noch fremd ist.

Angela Merkel war 35 Jahre alt, als die DDR im Strudel der Wende versank. In dem Alter kann man noch lernen. Und es gab viel zu lernen für eine ostdeutsche Nachwuchspolitikerin. Heute kann man sagen: Merkel lernte das Falsche.

(Jakob Augstein)

Ausgerechnet Deutschlands größter Fan der sozialistischen Utopie hält Angela Merkel vor, im ostdeutschen realen Sozialismus aufgewachsen zu sein und danach über das Wesen der westlichen Demokratie das Falsche gelernt zu haben.

Dass der reale Sozialismus nicht nur in der DDR, sondern auch in sämtlichen anderen Staaten, die (wie Augstein es fordert) den Kapitalismus abgeschafft hatten, nur in Form einer repressiven Diktatur ohne bürgerliche Grundrechte aufrecht erhalten werden konnte, hält Augstein nicht davon ab, an seiner linken Utopie festzuhalten.

Rechtsradikale müssen sich die Taten eines Hitlers oder Mussolinis vorhalten lassen, Linksradikale schaffen es hingegen, sich vom realen Sozialismus erfolgreich abzugrenzen und ihre Utopie als etwas völlig Anderes als alle bisher verwirklichten sozialistischen Experimente zu verkaufen.

Traditionell spielen sich die Anhänger des Linksstaates gerne als große Hüter des Rechtsstaates auf, zumindest solange ihre Utopie nicht in die Realität umgesetzt wird.

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11 Antworten to “Besserwessi Augstein”

  1. 50pf Says:

    Mit Bitte Kenntnisnahme: http://50pf.wordpress.com/2013/07/22/wir-rufen-zur-revolution-auf/

    Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

    wir leben in einem totalitären Überwachungsstaat dessen technischen Möglichkeiten voll ausgeschöpft werden. Unsere Privatsphäre wurde der Notwendigkeit zur allumfassenden Bespitzelung geopfert. Der absolute Orwell’sche Alptraum ist Realität geworden. Unsere Freiheiten wurden uns genommen, unsere Rechte mit Füßen getreten und unsere Souveränität geschändet. Wir rufen alle Bürger dazu auf die Bastionen der Mächtigen zu stürmen und diese zur Verantwortung zu ziehen. Wir rufen Sie dazu auf Widerstand zu leisten. Wir fordern Ihren Einsatz, um mit allen Mitteln gegen diejenigen vorzugehen, welche gegen ihr Volk vorgehen. – Wir fordern jetzt den Staatsstreich!

    Gruppe 21. Juli

  2. American Viewer Says:

    Du triffst mal wieder genau den Punkt.

    Auf der einen Seite wollen Menschen wie Augstein die Kontrolle über alle wesentlichen Lebensbereiche des Menschen. Auf der anderen Seite heucheln sie Entrüstung, wenn Westler ein paar Randbereiche der Augstein’schen Dystopie in die Wirklichkeit umsetzen.

    Es macht mir richtig Spaß zuzusehen, wie Augsteins Spiegel und die SZ sich abhetzen. Sie glauben offenbar ernsthaft, jetzt hätten sie ein Wahlkampfthema gefunden, um Merkel zu stürzen. Aber die Wähler auf die es ankäme, beißen bisher nicht an.

    Augstein und Co kommen mir vor wie Käfer, die auf dem Rücken gelandet sind und sich jetzt verzweifelt abstrampeln, um doch noch einen Fuß auf den Boden zu kommen.

    Strampel Augstein, strampel. Es wird alles nichts nützen.

    • aron2201sperber Says:

      Danke!

      ich bin allerdings nicht ganz so optimistisch: mit antiamerikanischem Populismus kann man (wie mit jedem Populismus) schon Wähler mobilisieren – Schröder hat es vorgemacht.

      allerdings ist Steinbrück wirklich ein verdammt schwacher Kandidat, weswegen es sich für Merkel wohl trotzdem noch ausgehen wird.

  3. aron2201sperber Says:

    Fleischhauer bringt es sehr gut auf den Punkt:

    In der „FAZ“ habe ich gelesen, dass uns die „Datenapokalypse“ droht. Ich habe zugegebenermaßen Schwierigkeiten, mir das vorzustellen. Die Gefahr durch die amerikanischen Pershing-Raketen war leicht zu sehen: Man musste nur die Sprengköpfe zählen und mit dem atomaren Fallout multiplizieren. Aber wie berechnet man den millionenfachen Datentod? Anyway, wie der Amerikaner sagen würde: In jedem Fall steht uns die Katastrophe ins Haus beziehungsweise in der Tür, darüber besteht weitgehend Einigkeit.

    Dass der eigentliche Menschheitsfeind jenseits des Atlantiks sitzt, gehört zu den Stereotypen, ohne die seit 1968 keine Debatte auskommt, in der es um Frieden und Freiheit in der Welt geht. Seit die Studenten „USA-SA-SS“ skandierten, liegt diese Platte immer auf dem Teller, jetzt heißt es eben „Prism = Fascism“. Man kann schon von Glück sagen, wenn nicht gleich wieder an Vietnam oder den „Holocaust“ an den Indianern erinnert wird. Dafür lauert jetzt irgendwo der Hinweis auf Guantanamo, die Folterpraktiken in den Geheimgefängnissen und den „völkerrechtswidrigen“ Drohnen-Krieg.

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/jan-fleischhauer-kritisiert-deutsche-empoerung-ueber-nsa-skandal-a-913060.html

  4. Tracey Tanner Says:

    Wie dem auch sei: Zwölf Jahre Nationalsozialismus und gut vierzig Jahre real existierender Sozialismus auf deutschem Boden sollten uns gelehrt haben, dass Gemeinsinn weder verordnet noch erzwungen werden sollte.

  5. Ossi-Angela ignoriert Augsteins Trauma | Aron Sperber Says:

    […] Ossi-Angela solle sich statt um ihr Russen-Trauma endlich um das deutsche NSA-Trauma kümmern: […]

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