Archive for Juli 2013

Was hat Ägypten von Assad gelernt?

Juli 7, 2013

Falls die neue ägyptische Führung vorhaben sollte, gegen ihre Gegner scharf vorzugehen (was angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Land wohl unausweichlich ist), empfehle ich ihr dringend, vorher ein paar antiamerikanische und antizionistische Sprüche (für die islamische Welt) loszulassen.

Dafür hat sich das Regime wohl auch ElBaradei, einen notorischen USA- und Israelhasser, als den passenden Diktator der Herzen ausgesucht.

Die USA würde sich unter Obama ohnehin auf keiner Seite einmischen und durch herzhaften Antiamerikanismus könnte man immerhin das Wohlwollen der antiimperialistischen Welt gewinnen.

Als antiimperialistische Kraft wäre es selbstverständlich legitim, alle Gegner der eigenen Regimes als Terroristen zu etikettieren und zu bekämpfen.

Würde man auch noch dem Menschenrechts-Helden Snowden Asyl anbieten, könnte man selbst so viele Menschenrechte brechen wie man will, ohne dem Tadel der kritischen Intelligenzija ausgesetzt zu sein.

Ägyptens Armee hat wohl von Assad, der auch nach 100.000 Toten fest im Sattel sitzt, gelernt, dass man keine Wahlen veranstalten muss, um als legitimer Führer zu gelten.

Man muss sich einfach nur die richtigen Verbündeten aussuchen.

Ein Asylbetrüger mehr oder weniger

Juli 2, 2013

Sollen Österreich oder Deutschland ihn doch aufnehmen. Das ist mein voller Ernst. Von den Tausenden Asylanträgen jedes Jahr wäre dies einer der wenigen wirklich berechtigten. Gleich dem Antrag stattgeben und einwandern lassen.

(American Viewer)

Hier muss ich widersprechen, auch wenn es in Europa auf einen Asylbetrüger mehr oder weniger wohl nicht groß ankommt:

Die Genfer Flüchtlingskonvention schützt politisch Verfolgte.

Snowden wird jedoch von den USA nicht wegen seines politischen Engagements verfolgt, sondern weil er besonders sensible Daten vom Nachrichtendienst gestohlen und zur Konkurrenz gebracht hat, was in jedem anderen Land der Welt ebenfalls zu Strafverfolgung führen würde (vielleicht abgesehen von Ländern wie Österreich, die sich die Landesverteidigung ohnehin von anderen abnehmen lassen).

Wie es einem russischen Snowden ergehen würde, kann man sich leicht ausmalen: Litwinenko hatte nichts gestohlen und trotzdem ließ Putin den „Verräter“ mit radioaktivem Material vergiften.

Wir Europäer reißen uns natürlich darum, Snowden Asyl zu gewähren, da wir  schon darauf konditioniert sind, kriminelle Asylbetrüger aufzunehmen, und im Gegensatz zu Putin stellen wir an unsere Schützlinge selbstverständlich keinerlei Forderungen oder gar Bedingungen.

Der Mann kommt aus der Mittelklasse, ist gebildet, hat einen Beruf, könnte sich sich selbst versorgen und scheint nicht gewalttätig zu sein. Aber ich vergaß: Solche Einwanderer will man in AU und DL nicht.

Wahrscheinlich würde er sich schnell anpassen und einen auf “traumatisiert” und daher leider arbeitsunfähig machen.

Dass man damit in Europa sehr gut über die Runden kommen kann, wird er sich von seinen Asylbetrüger-Kollegen bald abschauen.

Bei ihm wäre die Psychonummer sogar echt:

Sobald sich das Interesse um ihn gelegt hätte, würde er wohl wieder unter seiner Profilierungsneurose leiden.

Moskaus amerikanische Helden

Juli 1, 2013

Snowden ist der neue Held, dank dem die Spiegel-Gemeinde ihren Antiamerikanismus endlich wieder ungehemmt ausleben kann:

Titelbild

Wie konnte der alte Held das Vertrauen der Spiegel-Gemeinde nur so missbrauchen?

Ihrem neuen amerikanischen Helden vertraut die Spiegel-Gemeinde hingegen bedingungslos…

…auch wenn er sich gerade bei einem Regime verkrochen hat, das die eigenen Dissidenten kaltblütig ermorden lässt.

Einen jungen amerikanischen Überläufer mit Profilierungsneurose hatte es ja schon einmal gegeben.

Nur wurde die Geschichte von den damaligen Medien bei weitem nicht so aufgebauscht, sodass dem Wichtigtuer, als er sich im realen Sozialismus langweilte, die Rückkehr nicht verwehrt blieb.

Wenigstens dieses Problem dürfte es bei Snowden nicht geben.

Soll er doch in Moskau bleiben.

Sollte er wieder den Drang verspüren, sich wichtig zu machen, wird er selbst merken, wo er gelandet ist.