Die Welt vor 9/11

In der islamischen Welt wurden die Attentäter von 9/11 von vielen als Helden gefeiert.

Im Westen wurden die Taten zwar verurteilt, für die Motive der Attentäter wurde jedoch durchaus Verständnis gezeigt.

Was hatten die Amerikaner in den Jahren vor 9/11 angestellt, um sich so eine Reaktion zu verdienen?

Am Balkan mischte sich die USA in zwei europäische Bürgerkriege auf Seiten der muslimischen Bevölkerung ein.

Im Nahen Osten versuchte man das Ergebnis mehrerer gescheiterter arabischer Angriffskriege gegen Israel rückgängig zu machen und den Palästinensern einen eigenen Staat in den Grenzen von 1967 zu geben, was lediglich an der Sturheit der Palästinenser scheiterte.

In Somalia wich man sofort vor der der islamischen Gewalt zurück, und auch in Afghanistan konnten die Taliban ungehindert ihre Burka-Idylle aufziehen.

Die einzigen Angiffskriege, die von Christen gegen Muslime geführt wurden, fanden in Tschetschenien statt und können wohl kaum unter „US-Imperialistische Gewalt“ subsumiert werden.

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13 Antworten to “Die Welt vor 9/11”

  1. Frager Says:

    Wollen sie mich jetzt überzeugen das 9/11 ein inside Job der CIA war oder geht es nur darum, dass sie die Moslems für ressentimentgeladene Dunkelmänner halten?

  2. American Viewer Says:

    Zu diesem Thema wollte ich den letzten Tagen auch einen Artikel schreiben. Besonders in linken und libertären Kreisen ist die Ansicht beliebt, 9-11 sei eine Vergeltungsmaßnahme gewesen. In rechten Kreisen dagegen ist die Theorie beliebter, die Terroristen attackieren uns, weil wir frei sind.

    Alle drei Seiten berufen sich gerne darauf, man müsse die Aussagen der Islamisten ernst nehmen, in ihren Aussagen würde man die Motive erfahren. Dieser Weg ist ja nicht falsch, aber was kommt dabei heraus, wenn man sich zum Beispiel Bin Ladens Reden anhört? Dass Bin Laden Amerikas Freiheit hasst? Dass er Vergeltung üben will für Amerikanische Angriffe? Ich lese das nicht aus Bin Ladens Aussagen heraus. Wesentliche Amerikanische Angriffe gab es vor 9-11 gar nicht, wie du richtig dargelegt hast.

    Also was motivieren Bin Laden und Co wirklich? Bin Laden nannte in seinen Videos immer wieder zwei Beweggründe, die Linke, Libertäre und Konservative gerne verschweigen.

    Erstens: Amerikanische Militärbasen und Botschaften in islamischen Ländern. Zweitens: Israel. Diese „Fremdkörper“ im Haus des Islam müssten verschwinden, dann seien seine Forderungen erfüllt.

    Diese wesentlichen Motivationen vieler Islamisten werden selten genannt. Sie passen nicht in die heutige bequeme Weltsicht. Lieber lügt sich in die Tasche und wiederholt wie in einem Mantra, der Terror werde schon aufhören, wenn man „westliche Aggressionen“ einstellt.

    • aron2201sperber Says:

      In rechten Kreisen dagegen ist die Theorie beliebter, die Terroristen attackieren uns, weil wir frei sind.

      man findet in Islam-Diskussionen oft die etwas absurd wirkende Situation, dass Rechten auf einmal die Frauenrechte total wichtig sind, waehrend Linke auf einmal tolerant gegenueber patriarchalen Machos sind.

      zwischen Bush und Obama gab es ideologisch sicher mehr Geminsamkeiten als zwischen Osama und Obama:

      https://aron2201sperber.wordpress.com/2008/11/07/sieg-der-urbanen-weltoffenheit/

      entscheidend ist jedoch die Bereitschaft, die Werte zu verteidigen, egal wie grossoder klein die Unterschiede sind

    • dieter Says:

      Diese Verlautbarungen Osamas muss man freilich mit Vorsicht genießen.

      Man kann islamische Fanatiker auf die Palme bringen, wenn man Mohammed zeichnet. Ebenso empfinden viele die Präsenz von Ungläubigen, seien es Juden oder westliche Truppen im heiligen Land Arabiens als besonderen Affront.

      Die Frage ist, ob das die Al Qaida-Führung persönlich so stark bewegt, dass sie die Waffen niederlegen würden, wenn alle Juden und Ungläubige von der arabischen Halbinsel verschwinden würden. Das glaube ich nicht.

      Diese Leute halten den Westen und jedes andere nicht-islamische System für teuflisch und Böse und wollen die Islamisierung der Welt. Mit der Israel-Frage und der US-Imperialismus-Frage können sie aber in der islamischen Welt als auch im Westen bei einer breiteren Koalition punkten.

      • American Viewer Says:

        Die Frage ist, ob das die Al Qaida-Führung persönlich so stark bewegt, dass sie die Waffen niederlegen würden, wenn alle Juden und Ungläubige von der arabischen Halbinsel verschwinden würden. Das glaube ich nicht.

        Das habe ich auch nicht gesagt. Ich habe nur ihre ersten Ziele genannt, so wie Bin Laden sie angibt.

        Natürlich ist es so, dass sie sich sofort neue Ziele suchen, sobald man ihnen diese beiden Wünsche erfüllt. Deshalb ist es so falsch, wenn Linke und Libertäre glauben, man hätte Ruhe, wenn man Arabien räumen würde. Das Gegenteil ist der Fall. Es würde noch viel schlimmer werden, diese Leute würden erst so richtig ermuntert werden.

        Das Endziel diese Leute ist, wie du richtig sagst, die Weltherrschaft.

        Wir befinden uns aktuell in einem Verdrängungswettbewerb diverser Weltanschauungen. Leider negieren westliche Führer wie Obama nahezu komplett, dass es in dieser Hinsicht überhaupt Probleme gibt. Diese Haltung verschlechtert die Situation weiter.

      • American Viewer Says:

        Das saudische Regime teilt mit der Al Qaida das Zeil der Islamisierung der Welt.

        Die Islamisierung der Welt wollen, ist für sich genommen nicht verboten. Verwerflich wird es dann, wenn man wie die Saudis illiberale Methoden benutzt. Unterstützung von Steinzeit-Islamisten, Blockierung jeder liberalen Reform und so weiter.

        Vielleicht sind die Saudis auch ein Grund, warum bisher kein amerikanischer Präsident den Iran befreit hat. Sollen Gegenspieler erhalten werden?

        Nur wie soll es dadurch je besser werden? Es scheint eher so, als werde der negative Einfluss der Herrscherdynastien aus Qatar, Iran und Saudi-Arabien immer größer.

  3. unwichtig Says:

    zu Sperber/Viewer:

    Alles richtig. Leute, die glauben, dass sich der radikale Islam inseiner Wirkung auf den Westen ziehlt, machen dort bereits einen Fehler.

    Al-Qaida will die arabischen Regierungen delegitimieren und die Macht übernehmen. Was man bei uns Sonntagsreden nennen würde, ist dort voller Hass auf Israel, Amerika und den Westen insgesammt. Al-Qaida prärentieren sich als diejenigen, die nicht nur quatschen, sondern handeln, während die Regierungen kollaborieren (Truppen, Botschaften).

    Aus sicht der Islamisten ist der Hass auf den Westen eine Konstante, die für Machtkämpfe innerhalb der arabischen Staaten genutzt werden kann. Kosovo oder Irak macht da gar keinen Unterschied.

    zu Frager: <

    • aron2201sperber Says:

      Al-Qaida will die arabischen Regierungen delegitimieren und die Macht übernehmen. Was man bei uns Sonntagsreden nennen würde, ist dort voller Hass auf Israel, Amerika und den Westen insgesammt. Al-Qaida prärentieren sich als diejenigen, die nicht nur quatschen, sondern handeln, während die Regierungen kollaborieren (Truppen, Botschaften).

      guter Punkt.

      von den grossen Experten wird gerne darauf hingewiesen, dass die Attentaeter von 911 Saudis waren.

      dabei vergessen sie es jedoch zu erwaehnen, dass Al Qaida ein aehnliches Vehaeltnis zum saudischen Staat hat wie die westdeutsche RAF zum westdeutschen Staat:

      https://aron2201sperber.wordpress.com/2012/12/26/asyl-in-europa-statt-arbeit-am-golf/

      Obwohl Bin Laden ein Saudi war, hatte er zu 911 seine Basis in Afghanistan

      • dieter Says:

        dabei vergessen sie es jedoch zu erwaehnen, dass Al Qaida ein aehnliches Vehaeltnis zum saudischen Staat hat wie die westdeutsche RAF zum westdeutschen Staat:

        Das stimmt nicht. Das saudische Regime teilt mit der Al Qaida das Zeil der Islamisierung der Welt. Das Regime tut das teils aus religiöser Überzeugung, teils um die Kleriker wohlgesonnen zu stimmen und teils aus machtpolitischer Überlegung. Je größer der Einfluss des Islam, desto wichtiger wird schließlich Saudi-Arabien als heiliges Land.

        Al Qaida und das Regime nutzen aber widersprüchliche Strategien. Saudi-Arabien kooperiert mit dem Westen wirtschaftlich und militärisch (US-Basen) um die eigene Position zu stärken und Einfluss auf den Westen auszuüben. So können die Saudis Universitäten in den USA finanzieren und beeinflussen, sowie das König-Abdullah-Zentrum in Wien, FOX-News als Teileigner kontrollieren, im US-Kongress lobbyieren, usw. Und sie sind vor westlichen militärischen Einmischungen geschützt.

        Al Qaida will stattdessen eine kompromisslose Totaloffensive an jeder Front und daher auch keinen Fuß breit des heiligen Landes zur Verfügung stellen, weder für ungläubige Soldaten, noch für westliche Konzerne.

        Es gibt aber auch eine Symbiose zwischen Beiden. Die Saudis nutzen Al Qaida als Kämpfer im Ausland und die salafistischen Schulen bringen der Al Qaida Rekruten zu diesem Zweck.

        ***
        Der westdeutsche Staat wollte das demokratische, marktwirtschaftliche System bewahren, während die RAF genau dieses vernichten wollte.

        Ein treffender Vergleich wäre der zur Antifa und den Autonomen. Die behaupten zwar wie die RAF gegen das Establishment zu sein, attackieren aber in der Praxis nicht SPD und CDU, sondern jegliche Konkurrenz des Establishments von rechts. Dafür bekommen sie bzw. die Vorfeldorganisationen Räumlichkeiten und Geld zur Verfügung gestellt.

      • aron2201sperber Says:

        Der westdeutsche Staat wollte das demokratische, marktwirtschaftliche System bewahren, während die RAF genau dieses vernichten wollte.

        naja, es gab im westdeutschen Staat auch genug Elemente, die den Sozialismus bzw. spaeter Oeko-Sozialismus gerne in den westdeutschen Staat eingefuehrt haetten und letztlich dabei auch nicht ganz erfolglos waren 😉

      • besucher Says:

        Durch den Ankereffekt setzen die sogenannten „Gemäßigten“ (hier Beispiel Saudi-Arabien) das um was die Radikale auf die Agenda stellen.

  4. Thomas Holm Says:

    Die Spezialität von Al Qaeda war die Strategie des „Fernen Feindes“, also den Westen zu vergraulen, damit der die Region räumt und frei macht für einen Machtkampf, den A/Q zu gewinnen dachte. Das Königshaus will solche Verrückten loswerden, auf dass sie anderswo Terror machen, aber nicht um Heiligen Sand. Ideal war, als man die Verrückten an den Westen abstellen konnte zur Weiterreichung für den Jihad in Afghanistan gegen die Sowjets. Dorthin wurden auch eine Menge Palästinenser abgezogen, was die Religösen unterstützten, weil ihnen die PLO zu versoffen war. Deswegen hatte Al Qaeda wegen „Palästina“ etwas Imageprobleme und musste rhetorisch nachlegen. Ferner steht vom „Fernen Feind“ in keiner Hl. Schrift was, sodass bin Landen nach 9/11 erst mal eine Einladung zum Wahren Glauben an den Westen nachholen musste, um dann nach deren Nichtbeachtung islamisch legitimer weiter machen zu können. Inner-islamistisch allerdings eine peinliche Panne. So als wenn ein Marxist eine Gesellschafsformation übersehen und übersprungen hätte und eine Gesellschaft vom Feudalismus direkt in den Sozialismus bomben wollte. Unzulässig halt.

    Aber Al Qaeda hat umgesattelt. Statt Jihad gegen Kreuzritter und Zionisten machen sie jetzt Jihad gegen persische Besatzung. Klingt auch irgendwo wichtig.

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