Der Weg des geringsten Widerstands (zum Talibanstaat)

Russland seinerseits hat mit der Resolution sein Hauptziel vorerst erreicht: Eine Intervention Amerikas in Syrien unbedingt zu verhindern. Nicht, weil Assad so unheimlich wichtig für Moskau wäre; sondern weil die Russen nach der westlichen Intervention in Libyen einen weiteren Präzedenzfall verhindern wollten.

(Spiegel)

Es stimmt zwar, dass Assad für Russland strategisch nicht wirklich wichtig ist (für die Mullahs und die Hisbollah dagegen sehr).

Um einen Präzedenzfall geht es allerdings schon gar nicht.

Russland sollte als Demokratie eigentlich dieselben strategischen Interessen wie der demokratische Westen haben.

An der Spitze der russischen Demokratie steht jedoch ein KGB-Mann, dessen Herz an der Sowjetunion und ihren Kreaturen wie Gaddafi oder Assad hängt.

Deswegen war auch schon der Sturz Gaddafis für Putin (und Augstein) ein furchtbarer Affront.

Putin hat sich nun bei Assad durchgesetzt.

Obama hat sich, ohne sich die Hände schmutzig machen zu müssen, aus der „Rote Linie“-Affäre gezogen.

Resultat:

Putin und die iranischen Islamisten behalten ihren am Ende wohl ein wenig verkleinerten „gemäßigten“ Satelliten, von dem aus die schiitischen Extremisten im Libanon unterstützt werden können.

Nachdem nicht mit westlicher Unterstützung zu rechnen ist, übernehmen im sunnitischen Teil Syriens gerade die Extremisten endgültig das Kommando und werden wohl einen Talibanstaat errichten, der als Basis für Terror und für die Errichtung weiterer Talibanstaaten dienen wird:

Damaskus – 13 Rebellen-Gruppierungen haben die Syrische Nationale Koalition verlassen. Das Oppositionsbündnis „vertritt uns nicht und wir erkennen es nicht an“, heißt es in einer Mitteilung. Die Nationale Koalition ist die wichtigste oppositionelle Organisation, sie hatte eine sogenannte Übergangsregierung um Ahmed Tomeh für die von Aufständischen gehaltenen Gebiete eingesetzt. Auch diese wird von den Gruppen nicht mehr unterstützt.

Zugleich rufen sie dazu auf, sich für die Anwendung des islamischen Rechts, der Scharia, einzusetzen. „Alle militärischen und zivilen Gruppen“ sollten die Scharia zur „einzigen Quelle der Gesetzgebung“ machen, heißt es in der Erklärung.

Russland wäre mit seinen sunnitischen Minderheiten im Kaukasus nicht gerade der Profiteur einer solchen Entwicklung, aber solange Putin nicht durch die Absetzung eines weiteren alten KGB-Genossen gekränkt wird, ist die antiimperialistische Welt noch in Ordnung.

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2 Antworten to “Der Weg des geringsten Widerstands (zum Talibanstaat)”

  1. Frager Says:

    Oh je, Wladimir Wladimirowitsch ist der demokratisch legitimierte Führer einer demokratische Nation? Sie werden doch nicht etwa weich?

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