Polens Be-Freier

Vergewaltigungsmahnmal

Eine Betonskulptur in Danzig zeigt einen Soldaten der Roten Armee, der eine schwangere Frau vergewaltigt. Das Kunstwerk hat ein polnischer Student über Nacht aufgestellt. Nun kochen die Emotionen hoch – auf polnischer wie auf russischer Seite.

Die Polizei entfernte die Skulptur nur wenige Stunden später – doch die Provokation steht im Raum. Er sei „zutiefst schockiert“, erklärte Russlands Botschafter in Warschau, Alexander Aleksejew. Das sei keine Kunst, sondern ein Sakrileg, das die Ehre der 600.000 sowjetischen Soldaten verletze, die für die Freiheit Polens gefallen seien. Aleksejew rief die polnische Regierung zu einer „angemessenen Reaktion“ auf.

(Spiegel)

Wären die Vergewaltigungen, die von der Roten Armee begangen wurden, aufgearbeitet worden, hätten die mit Russland historisch verbundenen Serben im Balkankrieg vielleicht schon auf diese barbarische Verhaltensweise verzichtet.

Kunst sollte die Menschen zum kritischem Nachdenken bewegen, was in Putins Russland jedoch nicht toleriert wird.

Besonders grotesk ist es in jenem Zusammenhang von der „Freiheit Polens“ zu sprechen, zumal die Rote Armee 1939 Polen gemeinsam mit Hitler besetzt hatte.

Danach hatte man zwar (gezwungenermaßen) gegen Hitler gekämpft.

Den Polen hatte Stalin jedoch noch ein zweites Mal übel mitgespielt.

Stalin ließ den polnischen Widerstand im Warschauer Aufstand ausbluten, um sich Polen erneut (diesmal vollständig) einzuverleiben:

Als Warschauer Aufstand bezeichnet man die militärische Erhebung der Polnischen Heimatarmee (Armia Krajowa, kurz AK) gegen die deutschen Besatzungstruppen im besetzten Warschau ab 1. August 1944. Er stellte die größte einzelne bewaffnete Erhebung im besetzten Europa während des Zweiten Weltkrieges dar. Die Widerständler kämpften 63 Tage gegen die deutschen Besatzungstruppen, bevor sie angesichts der aussichtslosen Situation kapitulierten. Die deutschen Truppen begingen Massenmorde unter der Zivilbevölkerung, und die Stadt wurde nach dem Aufstand fast vollständig zerstört. In Polen wurde eine Kontroverse um das Verhalten der verbündeten Roten Armee gegenüber dem Aufstand ausgetragen. Die Rote Armee habe – bis auf die 1. Polnische Armee – nicht eingegriffen, obwohl sie dazu in der Lage gewesen sei.

Die sowjetische Seite erweckte trotz der Entwaffnungen den Eindruck, sie stünde einem Aufstand freundlich gegenüber. Radio Moskau sendete am 29. Juli einen Aufruf an die Bürger der Stadt, sich dem Kampf gegen die Deutschen anzuschließen.[38]

Wenige Tage später, am 9. August, sicherte Stalin ihm jegliche Unterstützung für die Heimatarmee in Warschau zu. Daraufhin verließ der polnische Premier Moskau Richtung London in dem Glauben, einen maßgeblichen außenpolitischen Erfolg erzielt zu haben.[66] Am 16. August erfolgte aber eine weitere Kehrtwende in der Politik der Sowjetunion. In einem Schreiben an Churchill lehnte Stalin jede Hilfeleistung an den polnischen Widerstand in Warschau ab.[67] Zudem lehnte er ein Gesuch Roosevelts ab, US-Flugzeuge auf sowjetischen Flugplätzen zwischenlanden zu lassen, um Warschau zu unterstützen. Dies war bereits mehrmals im Rahmen der Operation Frantic vorexerziert worden. Hierbei waren US-Bomber und Jäger in der Ukraine zwischengelandet und hatten jeweils auf dem Hin- und Rückflug militärische Ziele in Ungarn, Rumänien und Polen bombardiert. Die Erfolgsaussichten dieser Missionen waren aufgrund der Jagdeskorte und der schieren Anzahl der US-Bomber weitaus erfolgversprechender als die bisherigen Flüge der Royal Air Force von Italien aus.[68][69]

Am 4. August starteten die ersten Flüge der alliierten Luftwaffe in Richtung Warschau. Zwei Maschinen überflogen Warschau in der Nacht des 4. August, drei weitere erschienen dort vier Nächte später. Dabei warfen polnische, britische und Dominion-Besatzungen Waffen, Munition und Versorgungsgüter ab. Die Zahl der Flüge blieb jedoch gering und völlig unzureichend.[70] Der einzige groß angelegte Hilfsflug mit über 100 Flugzeugen erfolgte erst am 18. September durch die Amerikaner, nachdem mehrere alliierte Anfragen bezüglich der Nutzung sowjetischer Flugplätze stets ablehnend beantwortet wurden.

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28 Antworten to “Polens Be-Freier”

  1. American Viewer Says:

    IVor über einem Jahr, im September 2012, wurden neue Belege veröffentlich, dass FDR und seine Regierung von Anfang von Stalins Säuberungen in Ostpolen nach dem Einmarsch 1939 wussten. FDR ordnete mehrfach an diese Informationen geheim zu halten, um ein Bündnis mit Stalin nicht zu gefährden.

    Es ist in diesem Zusammenhang auch immer vom „deutschen Überfall auf Polen“ die Rede, du erinnerst korrekt daran, dass es in Wirklichkeit ein deutsch-russischer Überfall war.

    Konsequenzen hatte dies für Stalin nie. Im Gegenteil Stalin wurde von FDR massiv unterstützt. Ca. 60% des hochoktanigen Benzins auf russischer Seite lieferte FDR an Stalin. Nahezu jeder LKW auf russischer Seite kam aus amerikanischer Produktion, insbesondere die Transporter für Benzin. Die Liste geht endlos weiter. Nicht Stalin hat die Sowjetunion zur Weltmacht gemacht, sondern FDR.

    Long story short: FDR hat nur die Hälfte Europas befreit, die andere „minderwertige“ Osthälfte hat er ganz bewusst Stalin geopfert. Ein „Sieg“ mit erheblichem Beigeschmack, den FDR opferte nicht „nur“ halb Europa den Kommunisten, er ermöglichte auch erst den Sieg des Kommunismus in China, Korea und Vietnam.

    Man hätte sich viele extrem teure Folgekriege sparen können (Koreakrieg, Vietnamkrieg, Kalter Krieg), wenn FDR damals nicht so ein extremer Linksaußen gewesen wäre, der übrigens, und auch das wird hier niemanden überraschen, bis heute in den MSM gelobpreist als wäre er ein heiliger Gott der Linken.

    • aron2201sperber Says:

      Danke für die Info bzgl. der Kenntnis der Säuberungen.

      um den noch größeren Verbrecher Hitler zu besiegen, war ein Bündnis mit Stalin wohl unumgänglich.

      warum man jedoch nach dem 2. WK nicht Klartext gesprochen hat, ist mir unklar.

      dass man China Mao überlassen hat, war (vor allem für Millionen Chinesen) wohl der tragischste Fehler im Umgang mit dem Kommunismus:

      https://aron2201sperber.wordpress.com/2012/08/09/moralische-und-strategische-fehler-des-westens/

      ich kann mir die Haltung des Westens nur mit dem schlechten Gewissen nach dem spanischen Bürgerkrieg erklären, der von den linken Meinungsmachern zu einem Kampf von guten demokratischen Linken gegen böse rechte Diktatur verklärt worden war.

      (böse rechte Diktatur stimmt natürlich, der erste Teil hingegen wohl kaum)

      • American Viewer Says:

        um den noch größeren Verbrecher Hitler zu besiegen, war ein Bündnis mit Stalin wohl unumgänglich.

        Natürlich. So weit so clever. Aber es gab keinen Grund nach dem Krieg Stalin Osteuropa zu überlassen, auf diesen Punkt wollte ich hinaus. FDR und Truman haben Osteuropa verraten und nebenbei die SU zur Weltmacht aufsteigen lassen.

        warum man jedoch nach dem 2. WK nicht Klartext gesprochen hat, ist mir unklar.

        Weil Stalin brutal verharmlost wurde. Weil man seine Verbrechen bewusst geheim hielt. Weil der Kommunismus in Mode war und im Grunde in neuen Spielformen bis heute in Mode ist. Weil die meisten Medien schon damals links orientiert waren. Weil fast die gesamte westliche „Intelligenz“ Gefallen fand an kommunistischen und sozialistischen Ideen. Begründungen gibt es viele, Entschuldigungen keine.

  2. antifo Says:

    Daß das mit der „Befreiung“ Quatsch war, weiß doch jedes Kind …

    Konsequenzen hatte dies für Stalin nie. Im Gegenteil Stalin wurde von FDR massiv unterstützt. Ca. 60% des hochoktanigen Benzins auf russischer Seite lieferte FDR an Stalin. Nahezu jeder LKW auf russischer Seite kam aus amerikanischer Produktion, insbesondere die Transporter für Benzin. Die Liste geht endlos weiter. Nicht Stalin hat die Sowjetunion zur Weltmacht gemacht, sondern FDR.

    Kann man so sehen. Stellt sich nur die Frage, wer Großdeutschland denn hätte niederringen sollen, wenn die Sowjetunion damals nicht massiv mit amerikanischem Kriegsgerät versorgt worden wäre. Die Amerikaner gewiß nicht.

    Die hatten sowieso kaum einen Anteil daran. Während des Zweiten Weltkrieges hatten die USA insgesamt 300.000 gefallene Soldaten zu beklagen. Im Vergleich zu den Verlusten auf sowjetischer Seite ist das kaum der Rede wert. Allein bei der Schlacht von Stalingrad waren es 1.130.000!

    Hinzu kommt, daß die meisten der 300.000 Amerikaner gar nicht im Kampf gegen Großdeutschland gefallen sind, sondern irgendwo im Pazifik.

    Diese Zahlen zeigen, daß der Krieg in Europa nicht von der US-Armee entschieden wurde, sondern von der Roten Armee.

    Ohne dem sowetischen Heldenmut wäre die von Hollywood so großartig inzenierte und gefeierte Landung in der Normandie zu einem Desaster geworden und hätte deswegen auch wohl nie stattgefunden.

    • aron2201sperber Says:

      Ich gebe dir recht, dass der heldenhafte Stalin mehr Menschen-Massen in die Schlacht werfen konnte als die Amis.

      aber dass Polen von Stalin befreit wurde, worum es in meinem Beitrag geht, wirst du wohl nicht ernsthaft behaupten?

      • antifo Says:

        Ich gebe dir recht, dass der heldenhafte Stalin mehr Menschen-Massen in die Schlacht werfen konnte als die Amis.

        Nicht Stalin war heldenhaft, sondern die Rotarmisten. Außerdem hinkt der Vergleich. Daß man in der Sowjetunion zu allem entschlossen war, lag doch vor allem daran, daß das Land direkt angegriffen worden war und eine unmenschliche und völlig inakzeptable Fremdherrschaft aufgezwungen bekommen hatte. Das Land wurde systematisch ausgeplündert. Die Wehrmacht und ihre Verbündeten aus dem Land zu werfen war schlicht eine Frage des Überlebens!

        Wäre das selbe den USA geschehen, dann hätten auch die Amerikaner einen vergleichbaren Heldenmut bewiesen — gleich unter welcher Führung. Nur wäre das halt nie passiert. Erstens hatte Großdeutschland nicht das militärische Potential dazu und zweitens hätte man die Amerikaner dann ganz anders behandelt. Amerikaner wurden ja auch als Kriegsgefangene deutlich besser behandelt, als gefangene Rotarmisten. Auch das ein Aspekt, der zum sowjetischen Heldenmut beigetragen hatte.

        Für den Nationalsozialismus war die Sowjetunion nicht irgendeine Nation, sondern die Ausgeburt des Bösen. Der Krieg gegen die Sowjetunion („den Bolschewismus“) stellte sich als Fortsetzung des Kampfes im Inneren gegen die Kommunisten dar. In dieser Hinsicht gab es bemerkenswerte Gemeinsamkeiten zwischen Amerikanern und Deutschen. Figuren wie US-General Patton hätten 1945 doch am liebsten Hitlers Krieg gegen die Sowjetunion fortgesetzt.

        aber dass Polen von Stalin befreit wurde, worum es in meinem Beitrag geht, wirst du wohl nicht ernsthaft behaupten?

        Darin, daß die Befreiungs-Geschichte Quatsch ist, sind wir uns einig. Auch Deutschland wurde ja nicht befreit, sondern besetzt und unter Fremdherrschaft gestellt. Von den Sowjets ebenso wie von Amerikanern, Briten und Franzosen. Das mag damals unvermeidbar gewesen sein, aber Befreiung impliziert die Möglichkeit eines eigenständigen Entwicklungsweges. Diese Möglichkeit bekamen weder Polen noch Deutschen.

      • aron2201sperber Says:

        die westdeutschen Bürger hatten genau dieselben Rechte und Freiheiten wie alle anderen West-Europäer.

        die Situation der Polen und Ostdeutschen mit jener der BRD-Bürger gleichzusetzen, finde ich mäßig geistreich

    • American Viewer Says:

      Kann man so sehen. Stellt sich nur die Frage, wer Großdeutschland denn hätte niederringen sollen, wenn die Sowjetunion damals nicht massiv mit amerikanischem Kriegsgerät versorgt worden wäre. Die Amerikaner gewiß nicht.

      Niemand musste Deutschland niederringen, ab 1945 hatten wir die Atombombe. Das konnte FDR natürlich nicht vorher wissen, deshalb mache ich ihm da keinen Vorwurf. Er hätte aber wissen, können das Russland gar nicht zu erobern war, schon gar nicht von der Wehrmacht, deren Haupttransportmittel immer noch aus Pferden bestand und nicht aus LKWs und Panzern wie in so vielen Filmen falsch dargestellt.

      Und selbst wenn die Wehrmacht Russland erobert hätte, ein Land mit der Fläche von Pluto, sie hätten das Land niemals kontrollieren können. Hitler und seine Generäle planten 600.000 Besatzungssoldaten für das ganze Land. Mehr Winterausrüstung wurde erst gar nicht hergestellt, der Rest der Wehrmacht durfte im russischen Winter krepieren.

      Das war aber auch gar nicht der Punkt auf den ich hinauswollte. Der Hauptfehler lag darin, Stalin nach Ende des Krieges Osteuropa zu überlassen. Welche Entschuldigung gibt es dafür? Das ist ein Thema, das in westlichen Historikerkreisen meines Wissens nach nie wirklich diskutiert wird. Warum nicht?

      Ohne dem sowjetischen Heldenmut…

      Das ist Teil der russischen Propaganda, den Westler gerne übernehmen. Irgendeine heldenhafte Verklärung für den Tod von 12-15 Millionen russischen Soldaten muss man sich ja zurechtlegen. Eine andere in diesem Rahmen gerne benutzte Verklärung ist die Stilisierung der Wehrmacht zur effektiven Mordmaschine, das komplettiert das Bild vom Kampf Gut gegen Böse.

      Den dritten Teil der Geschichte lässt man dagegen gerne unter den Tisch fallen: Die russische Armee war Dank stalinistischem Terrorwahnsinn und kommunistischer Misswirtschaft absolut nicht vorbereitet auf den deutschen Überfall und erlitt auch deshalb diese hohen Anfangsverluste. Der kleine russische Soldat war in dieser unendlich schweren Phase sicherlich ein Held, der gleich gegen zwei Gegner kämpfen musste: Die Wehrmacht in seinem Land und die kommunistischen Führungskader in seinem Rücken.

      • antifo Says:

        Niemand musste Deutschland niederringen, ab 1945 hatten wir die Atombombe. Das konnte FDR natürlich nicht vorher wissen, deshalb mache ich ihm da keinen Vorwurf.

        Müßte ich zwischen einem sowjetisch besetzten und einem von Amerikanern mit Nuklearwaffen zerstörten Deutschland wählen, dann würde ich mich für die sowjetische Besatzung entscheiden. Freiheit ist keinen Pfifferling wert, wenn man tot ist …

        Der Hauptfehler lag darin, Stalin nach Ende des Krieges Osteuropa zu überlassen. Welche Entschuldigung gibt es dafür? Das ist ein Thema, das in westlichen Historikerkreisen meines Wissens nach nie wirklich diskutiert wird. Warum nicht?

        Das wird deshalb nicht thematisiert, weil es die britische Politik von 1939 in Frage stellen würde. Hätte England damals anders agiert, dann wären Deutschland und Großbritannien nicht Kriegsgegner geworden und die Sowjets hätten den Angriff auf Polen nicht gewagt. Ich darf daran erinnern, daß England und Frankreich uns Deutschen den Krieg erklärt hatten. Ab diesem Zeitpunkt konnte Stalin hoffen, daß die „kapitalistischen“ Staaten sich gegenseitig zerfleischen würden und die Sowjetunion am Schluß als Sieger dastehen würde. Genau so ist es dann auch gekommen.

        Soweit ich sagen kann, hatte die Sowetunion 1939 übrigens ja auch nur den Teil Polens eingenommen, den sie 1918 in Brest-Litowsk verloren hatte. Begründet wurde die sowjetische Besetzung von 1939 mit dem „notwendigen Schutz für die Ukrainer und Weißrussen auf polnischem Gebiet“ (Wikipedia). Gar nicht mal so abwegig …

      • antifo Says:

        Ohne dem sowjetischen Heldenmut…

        Das ist Teil der russischen Propaganda, den Westler gerne übernehmen.

        Das mag Dir nicht gefallen. Es ist aber gleichwohl eine historische Tatsache:

        Franklin D. Roosevelt: Congratulations to Marshal Stalin on the Russian Victory at Stalingrad
        http://moscow.usembassy.gov/roosevelt-stalingrad.html

        Die Amerikaner waren damals heilfroh und standen während der Schlacht um Stalingrad natürlich auf Seiten der Sowjets. Verständlicherweise hat es dann zu einigem Unverständnis geführt, als die US-Führung ab 1945 einen scharfen Kurs gegen die Sowjetunion einschlug. Als Amerikaner brauchte man sich für Polens Schicksal nicht verantwortlich fühlen. Das war ein britisches Problem.

      • aron2201sperber Says:

        Das wird deshalb nicht thematisiert, weil es die britische Politik von 1939 in Frage stellen würde. Hätte England damals anders agiert, dann wären Deutschland und Großbritannien nicht Kriegsgegner geworden und die Sowjets hätten den Angriff auf Polen nicht gewagt.

        Warum hätte es die Politik Churchills von 1939 in Frage gestellt?

        die Einschätzung, dass es sich bei Hitler um einen Schwerstverbrecher handelte, stellte sich wohl als absolut richtig heraus.

        der sich mit Hitler verbündet hatte (auch wenn er sich davor jahrelang als großer „Antifaschist“ dargestellt hatte) war nun einmal Stalin.

        niemand hatte ihn dazu gezwungen, sich mit Hitler zu verbünden.

        England hätte nach Hitlers Angriff im Jahr 1941 noch alle Möglichkeiten gehabt, mit Hitler einen Friedenspakt zu schließen (worauf Hitler ja auch spekulierte) und wohl für das britische „Empire“ wohl tatsächlich besser gewesen wäre.

        dass es für Churchill wichtigere Dinge als das „Empire“ gab, können jedoch ausgerechnet die selbsternannten „Antiimperialisten“ nicht nachvollziehen.

  3. Gutartiges Geschwulst Says:

    @antifo sagt: Oktober 20, 2013 um 1:23 nachmittags

    Diesem Kommentar stimme ich zu, mit Ausnahme der beiden letzten Sätze.

  4. antifo Says:

    die Situation der Polen und Ostdeutschen mit jener der BRD-Bürger gleichzusetzen, finde ich mäßig geistreich

    Ich habe die Situation Deutschlands mit der von Polen verglichen. In Polen gab es eine Besatzungsmacht, Deutschland hatte vier(!) davon. Die deutsche Entwicklung nach 1945 war also deutlich mehr fremdbestimmt. Amerikaner und Englander haben wir immer noch im Land. Die Polen sind zwar auch NATO-Mitglied, haben aber keine US-Truppen bei sich stationiert.

    Warum hätte es die Politik Churchills von 1939 in Frage gestellt?

    die Einschätzung, dass es sich bei Hitler um einen Schwerstverbrecher handelte, stellte sich wohl als absolut richtig heraus

    England hatte Deutschland wegen Polen den Krieg erklärt. England hätte das auch dann getan, wenn Deutschland unter einer anderen Reichsregierung Polen angegriffen hätte. England ging es nicht um Hitler. Wäre es England um Hitler gegangen, dann hätte man den deutschen Widerstand unter Carl F. Goerdeler ernst genommen und mit ihm zusammengearbeitet.

    • antifo Says:

      Das mit dem von England und den Amerikanern nicht unterstützten deutschen Widerstand ist übrigens auch kein Abirren vom Thema. Man konnte nicht für Polen auf eine Entwicklung ohne Besatzung hoffen, wenn man nicht das selbe auch für Deutschland betreibt. Die Vorstellung eines von vier Mächten besetzten Deutschlands neben einem von sowjetischem Einfluß freien Polens ist doch völlig unrealistisch. Wem es darum geht, Osteuropa dem sowjetischen Einfluß zu entziehen bzw. diesen Einfluß möglichst gering zu halten, der muß eben von West nach Ost denken. Die besten Chancen für ein von sowetischem Einfluß freies Polen hätte es gegeben, wenn Adenauer 1952 auf die Stalin-Note eingegangen wäre. Hätte man das aufgegriffen, dann wäre es zu einem wiedervereinigten und blockfreien Deutschland gekommen. Die Berliner Mauer wäre nie gebaut worden. Auch Polen hätte davon profitiert, denn der Eiserne Vorhang, der Deutschland zerteilt hat, hat schließlich auch Polen vom Westen abgeschirmt. Deutschland hätte eine mit Österreich vergleichbare Entwicklung durchmachen können, die anderen Ländern Osteuropas dann als Vorbild hätte dienen können.

      • besucher Says:

        Die Stalin-Note, ich darf mal herzhaft lachen! Mittlerweile hat sich doch längst herausgestellt dass das ein Bluff war auf den Adenauer und die Allierten zum Glück nicht einfegangen sind.

    • aron2201sperber Says:

      Die deutsche Entwicklung nach 1945 war also deutlich mehr fremdbestimmt. Amerikaner und Englander haben wir immer noch im Land. Die Polen sind zwar auch NATO-Mitglied, haben aber keine US-Truppen bei sich stationiert.

      ob ein Land frei ist, hängt nicht davon ab, welche Truppen darin stehen, sondern welche Freiheiten die Bürger haben und inwieweit sie sich selbst regieren dürfen.

      Albanien hatte z.B.keine fremden Truppen im Land und war trotzdem 45 Jahre lang das unfreieste Land Europas

  5. antifo Says:

    ob ein Land frei ist, hängt nicht davon ab, welche Truppen darin stehen, sondern welche Freiheiten die Bürger haben und inwieweit sie sich selbst regieren dürfen.

    Da besteht aber ein Zusammenhang. Als Stalin 1952 den Vorschlag einer blockfreien Wiedervereinigung Deutschlands machte, wären z.B. Thomas Dehler und Gustav Heinemann sehr gerne darauf eingegangen. Das wurde von Adenauer aber abgeblockte. Grund war offenbar, daß den Westalliierten der Vorschlag nicht in den Kram paßte. Deutschland war eben nicht frei in seinen Entscheidungen.

  6. aron2201sperber Says:

    Die besten Chancen für ein von sowetischem Einfluß freies Polen hätte es gegeben, wenn Adenauer 1952 auf die Stalin-Note eingegangen wäre. Hätte man das aufgegriffen, dann wäre es zu einem wiedervereinigten und blockfreien Deutschland gekommen.

    nirgendwo in der sowjetischen Hemisphäre durften die Völker selbst entscheiden, wie sie regiert werden sollten.

    Kommunismus wäre ohne Diktatur und Eisernen Vorhang nirgendwo aufrecht zu erhalten gewesen.

    selbst wenn Stalin den Deutschen einen Status wie Österreich gegeben hätte, wären die Polen, Ungarn, Tschechen genauso unterdrückt geblieben.

    dass Stalin seine DDR aufgegeben hätte, als wenig Hoffnung bestand. später dafür ganz Deutschland ins sowjetische Imperium einzugliedern, ist mehr als unwahrscheinlich:

    http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2008-1-013

  7. antifo Says:

    selbst wenn Stalin den Deutschen einen Status wie Österreich gegeben hätte, wären die Polen, Ungarn, Tschechen genauso unterdrückt geblieben

    Ein blockfrei wiedervereinetes Deutschland (das war Stalins Vorschlag) hätte automatisch auch die Situation der Polen, Ungarn und Tschechen verbessert. Es wäre in jedem Fall eine neue Situation entstanden, die neue Möglichkeiten eröffnet hätte. Statt blutig niedergeschlagener Volksaufstände (1956 in Polen und Ungarn, 1968 in der CSSR) hätte es einen Wandel geben können, der auch auf die Sowjetunion Rückwirkungen gehabt hätte. Diese Chance wurde 1952 aber verspielt, weil es sich die Kalten Krieger ja gerade erst gemütlich gemacht hatten und nicht von ihren Pfründen und ihrem Einfluß lassen wollten. Die Briten waren ja noch 1989 unter Thatcher gegen die deutsche Wiedervereinigung und auch die Franzosen waren dagegen. Die Wiedervereinigung scheiterte 1952 nicht an der Sowjetunion, sondern an Briten, Franzosen und Amerikanern.

    • aron2201sperber Says:

      Österreichs Blockfreiheit hatte die Sowjets auch nicht davon abgehalten, die Freiheitsbestrebungen Österreichs ungarischer Nachbarn brutal niederzuschlagen.

      warum hätte ein neutrales Deutschland was daran ändern sollen?

      in Österreich hatte es von Anfang an eine Gesamtregierung gegeben.

      in Deutschland war die SED im Sowjet-Teil stark – demokratische freie Wahlen hätten den Einfluss der sowjet-treuen SED wohl rasch zunichte gemacht.

      weswegen davon auszugehen ist, dass es sich bei Stalins Noten lediglich um einen Bluff zu Propaganda-Zwecken handelte:

      http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2008-1-013

      Die Anregung zum Vorschlag eines Friedensvertrags mit Deutschland, dessen staatliche Einheit vorausgesetzt wurde, ohne dass man dabei etwas zu ihrem Zustandekommen sagte, ging von der SED-Führung aus. Diese war selbstredend nicht an der Preisgabe ihrer Herrschaftsrolle interessiert, sondern wollte sich für ihre Politik ein propagandistisches Alibi verschaffen. Das entsprach den Absichten der Akteure im Kreml, die sich aufgrund genauer Kenntnis der Entscheidungsprozesse im Westen der Ablehnung aller Friedensvertragsinitiativen völlig sicher waren. So geht aus Ruggenthalers Dokumenten geht klar hervor, dass, nicht zuletzt durch hervorragende Quellen in Paris, die sowjetische Auslandsaufklärung über deren jeweiligen Sachstand bestens Bescheid wusste. Das zu erwartende westliche Nein war geeignet, die beiderseits angestrebte uneingeschränkte Eingliederung der DDR in das Sowjetlager zu rechtfertigen. Dabei kam es darauf an, die dazu vorgesehenen Schritte als Reaktion auf die „Spalterpolitik“ der anderen Seite erscheinen zu lassen.

      Nach einem zweiten Anstoß aus Ost-Berlin erhielt Außenminister Wyschinskij vom Politbüro Ende August 1951 den Auftrag zur Ausarbeitung eines Vorschlags, auf dessen Grundlage Stalin Anfang September einen Maßnahmenplan als Leitlinie für das weitere Vorgehen billigte. Den Auftakt bildete eine DDR-Regierungserklärung mit der Aufforderung zu einer „gesamtdeutschen Beratung“ beider Staaten. Als es Bonn in der folgenden Diskussion gelang, die Öffentlichkeit vom Erfordernis freier Wahlen zu überzeugen, erhielt die SED aus Moskau den Auftrag zur Ausarbeitung eines Wahlgesetzes, das die Forderung scheinbar erfüllen, faktisch jedoch konterkarieren sollte. (Die daraufhin unter Ulbrichts Vorsitz gebildete Kommission legte einen entsprechenden Entwurf vor, den die Volkskammer Anfang Januar 1952 verabschiedete.) Da sich der Abschluss der westlichen Verhandlungen über die Integration der Bundesrepublik in das westeuropäische Verteidigungssystem verzögerte, wurde die Absendung der Note erst im ausgehenden Winter 1952 aktuell. Wie geplant, richtete die DDR aufgrund genauer sowjetischer Vorgaben ein Friedensvertragsersuchen an die Vier Mächte, das nur von der UdSSR (positiv) beantwortet wurde. Nach einigen Wochen, die den Eindruck eines erst daraufhin unternommenen Schrittes erwecken sollten, erfolgte dann die Note.

  8. antifo Says:

    Österreichs Blockfreiheit hatte die Sowjets auch nicht davon abgehalten, die Freiheitsbestrebungen Österreichs ungarischer Nachbarn brutal niederzuschlagen.

    warum hätte ein neutrales Deutschland was daran ändern sollen?

    Der Unterschied zwischen Österreich und Deutschland war, daß es in Österreich vorher keine „Volksdemokratie“ mit einer Kommunistischen Partei als Führung gegeben hatte. In sowjetisch besetzten Teil Deutschland gab es das. Davon hätte man wegkommen können. Vielleicht nicht sofort. Aber wenn es keine sowjetischen Truppen mehr in Deutschland gegeben hätte, dann hätte es auch keine Sowjetpanzer mehr gegeben, um eine Revolte gegen dieses System niederzuschlagen!

    Auch in Ungarn, Polen und der CSSR gab es ja bedeutsame Strömungen innerhalb der KPs, die sich nach einem Wandel sehnten und erhebliche persönliche Risiken in Kauf zu nehmen bereit waren. Die hatten nur leider keine Chance. Wenn es ihnen gelang (wie 1956 in Ungarn oder 1968 in Prag), die Betonkopf-Fraktion an die Wand zu spielen, dann waren da immer noch die Sowjetpanzer.

    Der von Stalin für Deutschland in Aussicht gestellte Abzug der Sowjetarmee hätte auch die Sowjetpanzer in Polen, Ungarn und der CSSR in Frage gestellt. Das hätte unweigerlich zu einem Bröckeln der ideologischen Front geführt. Neue gedankliche Spielräume wären entstanden und diese neuen Spielräume wären mit Sicherheit auch genutzt worden.

    • besucher Says:

      Wie kommst Du auf die absurde Idee das Stalin diese Nummer ehrlich meinte? Nur weil Österreich blockfrei wurde? Du willst doch nicht ernsthaft die politische Bedeutung von Deutschland und Österreich in Europa auf eine Stufe stellen!?

    • aron2201sperber Says:

      bei der Propaganda waren die Stalins dem Westen haushoch überlegen.

      … so hat sie den (wirtschaftlichen) Zusammenbruch des Sozialismus um Jahrzehnte überlebt

  9. “Mensch des Jahres” | Aron Sperber Says:

    […] Letztlich war er jedoch nur der Handlanger eines miesen Systems, das durch seinen Verrat die Möglichkeit erhielt, rechtzeitig die Waffen zu beschaffen, die es benötigte, um halb Europa 45 Jahre lang zu unterjochen. […]

  10. Weihnachtsgrüsse vom Idol der Internet-Che-Guevaras | Aron Sperber Says:

    […] Letztlich war er jedoch nur der Handlanger eines miesen Systems, welches durch seinen Verrat die Möglichkeit erhielt, rechtzeitig die Waffen zu beschaffen, die es benötigte, um halb Europa 45 Jahre lang zu unterjochen. […]

  11. Sorge über Ultranationalisten | Aron Sperber Says:

    […] Stalin hatte schon Millionen von Polen und Ukrainern ermordet, denen er unterstellt hatte, “Verbündete des Faschismus” zu […]

  12. Hitlers Komplize | Aron Sperber Says:

    […] https://aron2201sperber.wordpress.com/2013/10/18/polens-be-freier/ […]

  13. Aron Sperber Says:

    […] dieser Geschichte, war es nachvollziehbar, dass man die Sowjets wohl nicht unbedingt als “Befreier” […]

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