Drohnen statt Bombenteppiche

Der Chef der pakistanischen Taliban, Hakimullah Mehsud, ist nach offiziellen Angaben aus Pakistan bei einem US-Drohnenangriff getötet worden. Das teilten Sprecher sowohl des pakistanischen Militärs als auch der Taliban am Freitagabend mit.

Das unbemannte Flugzeug habe heute zwei Raketen auf ein Fahrzeug abgefeuert, das in einer Anlage in Nordwaziristan nahe der afghanischen Grenze gestanden sei, sagten zwei Sicherheitsvertreter der Nachrichtenagentur AFP. Dabei sollen neben Mehsud drei weitere Taliban ums Leben gekommen sein. Die notorisch unruhige Region gilt als Hochburg der Radikalislamisten und Verbündeten des Terrornetzwerks Al-Kaida.

Pakistans Premierminister Nawaz Sharif ist nicht fähig und nicht willens, die Taliban aus ihrem pakistanischen Rückzugsgebiet, von dem aus sie Afghanistan destabilisieren, zu vertreiben.

Würde Herr Sharif gegen die Taliban vorgehen, wäre Obama nicht gezwungen, im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet den Sheriff zu spielen.

Ohne die neue Drohnen-Technologie wären die USA gezwungen, bei der Bekämpfung der Taliban für die pakistanische Zivilbevölkerung wesentlich verlustreichere konventionelle Bombardements einzusetzen.

Menschenrechts-Organisationen wie Amnesty fällt zu echten Problemen für die Menschenrechte wie der Ausbreitung der Taliban-Barbarei in Afghanistan oder dem Bürgerkrieg in Syrien außer maßlosen Asyl-Forderungen an die EU wenig ein.

Wenn es darum geht, die USA für ihren Kampf gegen den Taliban-Terror oder die „Islamfeindlichkeit“ der EU anzuprangern, ist man hingegen stets zur Stelle.

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11 Antworten to “Drohnen statt Bombenteppiche”

  1. shaze86 Says:

    Will Pakistan, die Taliban nicht vertreiben oder sind sie nicht dazu in der Lage?

  2. Frager Says:

    Haben denn die USA und Verbündetet in Afghanistan und im Irak größer Fähigkeiten beim Vertreiben von Taliban und sonstigen Islamisten bewiesen?

    • aron2201sperber Says:

      die Maximalziele einer neuen BRD und eines neuen Japans wurden zwar nicht erreicht:

      https://aron2201sperber.wordpress.com/2009/05/02/eine-weitere-abrechnung-mit-den-neocons/

      die Taliban (und mit ihnen Al Qaida) wurden jedoch in Afghanistan zumindest für 12 Jahre von der Macht verdrängt und der Irak hat zwar seine Islam-Probleme, steht jedoch heute besser als Syrien mit seinem alten Diktator da

      • salamshalom Says:

        Oje, aron. Soll das alles sein?
        Dafür sind wir in den Krieg gezogen?

      • aron2201sperber Says:

        ohne Basis in Afghanistan war die Al Qaida nicht mehr in der Lage, annähernd mit 9/11 vergleichbare Aktionen zu starten.

        …und 12 Jahre nicht unter Herrschaft eines Terror-Regimes leben zu müssen, sollte auch etwas zählen.

        wenn man den Luxus hat, längst von einer 12jährigen Terrorherrschaft befreit worden zu sein, erscheint einem das vielleicht schon als allzu selbstverständlich.

      • Frager Says:

        Interessanter Weise haben sie meine Frage nicht beantwortet, sondern Ihre Standartrechtfertigung für die neusten Irak- und Afghanistankriege abgespult.

        Den USA, ihren Verbündeten, ihren einheimischen Hilfskräften und den von ihnen eingesetzten Regierungen ist es im Irak und in Afghanistan in den letzten 12 Jahren nicht gelungen, den Widerstand islamischer Kräfte zu brechen und den Krieg/ Bürgerkrieg gegen die islamischen Kräfte erfolgreich zu beenden. Worauf ist das zurückzuführen? Sind die USA nicht „fähig und willens“? Warum machen Sie für das Versagen in der gleichen Sache den Pakistanern eine moralischen Vorwurf und den USA nicht? Oder andres formuliert, warum gestehen Sie der pakistanischen Regierung nicht zu bei ihrem Kampf gegen islamische Widerständler von ähnlichen Problemen gehemmt zu werden wie die USA?

  3. aron2201sperber Says:

    die pakistanische Regierung trauert um ihren Friedens-Taliban:

    „Die Ermordung Hakimullahs ist der Mord an allen Bemühungen, Frieden zu schließen“, sagte Nisar. „Die Amerikaner sagen, dass sie uns dabei unterstützen, Frieden zu schaffen. Ist das ihre Art der Unterstützung?“ Dass Mehsud von der US-Drohne getötet wurde, sei unerheblich, sagte Nisar. „Die pakistanische Regierung sieht diesen Drohnenangriff nicht als Angriff auf ein Individuum, sondern als Angriff auf den Friedensprozess.“

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/drohnenschlag-gegen-taliban-pakistan-bestellt-us-botschafter-ein-a-931454.html

  4. Das Gegenteil von Atombomben | Aron Sperber Says:

    […] lassen sich im Gegensatz zu anderen Waffen sehr gezielt einsetzen, wodurch der Kollateralschaden an eigenen Soldaten und […]

  5. GerdA.Beckmann (@Antikulturalist) Says:

    @Frager:
    Ihre formulierung ist schon hoch entwickelt, – aber fast schon infam spitzfindig.
    Gestehen Sie den USA, insb. gegenüber der pakistanischen Bevölkerung und darin der islam(isti)schen Propagandisten, eine etwas andere, konkret strategisch und ideologisch nachteiligere Lage zu, als der pakistanischen Regierung ? Insbesondere, wenn sich diese Regierung erneut als doppelbödig erweist ?

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