„Man kann es aber auch nicht ausschließen“

Arafat wurde mit Polonium vergiftet

Die Mediziner, zu denen auch ein russisches und ein französisches Team gehörten, sind „zu 83 Prozent sicher“, dass Arafat mit Polonium vergiftet wurde, berichtete am Mittwochabend der Sender Al Jazeera.

Dave Barclay, ein renommierter britischer Forensiker und früherer Polizeibeamter, ist mit diesen Ergebnissen überzeugt, dass Arafat ermordet wurde: „Wir haben den rauchenden Colt gefunden, der seinen Tod verursacht hat. Was wir nicht wissen, ist, wer ihn damals in der Hand gehalten hat.“

(Kurier)

Nachdem gestern sämtliche Qualitätsmedien jene Al Jazeera-Produktion zunächst völlig kritiklos übernommen hatten, ist man mittlerweile etwas vorsichtiger geworden:

Auch nach einer intensiven Untersuchung der sterblichen Überreste von Jassir Arafat durch das Institut für Radiophysik der Uniklinik von Lausanne (CHUV) ist nicht klar, ob der damalige Palästinenserpräsident 2004 durch das Gift Polonium getötet wurde. „Man kann nicht sagen, dass das Polonium die Todesursache war“, sagte der Chef der Strahlenphysik, François Bochud, in Lausanne.

„Man kann es aber auch nicht ausschließen“

http://www.tagesschau.de/ausland/arafat214.html

Tatsächlich wurde in Arafats Überresten von den Schweizern – wie zuvor von den Russen – kein Polonium-210, sondern lediglich Blei-210 gefunden.

Doch statt den Bericht der Experten selbst zu lesen, vertraute man lieber der Textinterpretation von irgendeinem von Al Jazeera präsentierten „Experten“ (von dem zuvor garantiert noch nie jemand gehört hatte).

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8 Antworten to “„Man kann es aber auch nicht ausschließen“”

  1. besucher Says:

    Letztendlich geht es doch nur darum einen Mythos zu kreieren um dem Jud ans Bein zu pinkeln. Vielleicht hat ihn ja seine Frau vergiftet um an die von ihm zweckentfremdeten EU-Hilfen zu kommen.

    • aron2201sperber Says:

      die ganze Geschichte ist derartig an den Haaren herbeigezogen:

      Frau Arafat hatte zwar eine Obduktion abgelehnt, hatte aber dann auf einmal seine schmutzige Unterwäsche über 7 Jahre aufgehoben.

      Arafat war im Gegensatz zu Litwinenko ein alter, kranker Mann, von dem für die Israelis wohl kaum eine große Bedrohung ausging.

      Wadi Haddad war da schon ein anderes Kaliber:

      http://de.wikipedia.org/wiki/Wadi_Haddad

      Doch selbst bei einem Wadi Haddad, dem Osama Bin Laden seiner Generation, halte ich die Vergiftungstheorie für nicht sehr glaubhaft:

      http://www.3sat.de/page/?source=/ard/themenwochen/164976/index.html

      warum hätte man ein “langsam wirkendes Gift” verwenden sollen, statt ihn einfach möglichst schnell auszuknipsen?

      bei dem 3Sat-Film geht es darum, dem bösen Mossad besonders “qualvolle Methoden” und die Schuld an der Landshut-Entführung zuzuweisen.

  2. salamshalom Says:

    „Tatsächlich wurde in Arafats Überresten von den Schweizern – wie zuvor von den Russen – kein Polonium-210, sondern lediglich Blei-210 gefunden.“
    Ohne jeglichen Kommentar meinerseits zu den publizierten Theorien hüben wie drüben zu geben, muss ich bezüglich deines oben übernommenen Zitats aber dann doch insistieren:
    Polonium 210 hat eine HWZ von 42-50 Tagen. Somit findet man Jahre später nur noch Derivate. Auch eine 18-fache Überbelastung eines Menschen mit einem Schwermetall ist nicht normal und sollte abgeklärt werden.

    • aron2201sperber Says:

      Polonium 210 hat eine HWZ von 42-50 Tagen. Somit findet man Jahre später nur noch Derivate.

      auf seinen Unterhosen fand man allerdings sehr wohl erhöhte Polonium-Werte:

      Dass bei Arafat eine bestimmte Form von Blutzellen, die sogenannte Granulozyten anstiegen, als er krank war, passt laut Walther ebenfalls gar nicht zu einer Strahlenkrankheit. Ein starkes Indiz für die Vergiftung sieht er dagegen in der Analyse eines Urinflecks: Dort waren die Polonium-Werte tatsächlich deutlich erhöht.

      http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/moegliche-vergiftung-arafats-forscher-streiten-ueber-polonium-bericht-a-932378.html

      was dafür sprechen dürfte, dass seine Unterhosen erst nachträglich mit Polonium kontaminiert wurden:

      https://aron2201sperber.wordpress.com/2012/11/27/litwinenkos-tee-und-arafats-unterhose/

    • aron2201sperber Says:

      Auch eine 18-fache Überbelastung eines Menschen mit einem Schwermetall ist nicht normal und sollte abgeklärt werden.

      Dazu ein vom Spiegel befragter Experte:

      „Die Argumentation beruht zu einem wesentlichen Teil auf den erhöhten Werten von Blei-210“, sagt Clemens Walther vom Institut für Radioökologie und Strahlenschutz von der Leibniz Universität Hannover. Doch die Verhältnisse von Blei-210 und Polonium-210 schwanken in den verschiedenen Gewebeproben stark. „Das ist alles am Rand des statistisch Signifikanten“, sagt Walther. Zudem werden die Blei-210-Werte im Körper durch viele äußere Faktoren beeinflusst, etwa die Nahrung oder ob jemand raucht. Außerdem müsse man – bei einer Exhumierung nach fast acht Jahren – auch das natürliche Vorkommen radioaktiver Isotope im Boden bedenken.

      „Aufgrund der Datenlage würde ich überhaupt keine Aussage wagen“, sagt Walther. Das ist keine Kritik an den Methoden der Schweizer. „Die Arbeit der Kollegen ist grundsolide. Da wurde alles gemacht, was möglich ist. Es war einfach zu spät.“

  3. Stoff für’s Hirn | abseits vom mainstream - heplev Says:

    […] angebliche Vergiftung Arafats mit Polonium: – Fortsetzung der Arafat-Seifenoper – “Man kann es aber auch nicht ausschließen” – Nuklear-Experte: Arafat vermutlich nicht mit Polonium […]

  4. American Viewer Says:

    Dieser Fall ist ein typisches Beispiel wie Medien und Forscher arbeiten. Medien lesen in harmlose Ergebnisse einen Skandal hinein, weil sie glauben nur so Aufmerksamkeit zu erreichen und die betroffenen Forscher korrigieren sie nicht, aus den gleichen Gründen.

    Das ist auch ein wichtiges Grundprinzip der Klimawandel-Hysterie.

  5. Arafats letzte Unterhose | Aron Sperber Says:

    […] statt den Bericht der Experten selbst zu lesen, vertrauten unsere Qualitätsmedien lieber der Textinterpretation von irgendeinem von Al Jazeera präsentierten “Experten” (von dem zuvor garantiert noch nie […]

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