Omaba wie Bush oder Kennedy?

Amerikanische Präsidenten, die als Hoffnungsträger der Linken galten, können schnell zu Hassobjekten werden, wenn sie sich doch nicht an der Weltrevolution beteiligen, sondern stattdessen amerikanische Interessen vertreten.

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Der “Warlord Obama” sei ein imperialistischer Kriegshetzer, der sich dem Iran gegenüber höchst unfair verhalte.

Auch Kennedy wurde aufgrund seiner Kuba-Politik zum linken Feindbild.

Als ein geltungssüchtiger “Fair Play for Cuba”-Aktivist zur Tat schritt, wurde den linken Hetzern jedoch nicht die Schuld an seiner Indoktrinierung gegeben.

Das schlechte Gewissen wegen der peinlichen McCarthy-Ära führte dazu, dass man auf eine „Hexenjagd“ gegen Oswalds Inspiratoren verzichtete.

Im Lauf der Jahre wurde der “Kriegstreiber” Kennedy zur linken Friedenstaube umdeklariert, die laut Oliver Stones Film von rechten Verschwörern umgebracht wurde, weil sie gegen den Vietnamkrieg gewesen wäre:

Falls sich irgendein Spinner dazu berufen fühlen sollte, den neuen imperialistischen “Warlord Obama” zu beseitigen, wird man auf altbewährte Erklärungsmuster zurückgreifen:

Den “Warlord” würde man dann ganz schnell wieder zum “Friedenspräsidenten” erklären werden, der von der allmächtigen “Israel-Lobby” aus dem Weg geräumt worden sei.

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4 Antworten to “Omaba wie Bush oder Kennedy?”

  1. Frager Says:

    Puristen werden halt immer enttäuscht, egal welchem Lager sie angehören. Gut haben es die Anhänger der Erbsünde, da kann so was nicht passieren.

  2. aron2201sperber Says:

    Alan Posener über Oliver Stones Machwerk:

    Ausgerechnet diesen Schauprozess hat nun Stone in seinem Film „JFK“ verherrlicht; ausgerechnet den Staatsanwalt, den selbst seine engsten Mitarbeiter für verrückt hielten, hat Stone als einsamen Kämpfer für die Wahrheit dargestellt. Stones eigener Beitrag zur Wahrheitsfindung bestand in der These, die Donald Sutherland als „X“ in einer Schlüsselszene des Films dem von Kevin Costner gespielten Jim Garrison erläutert: Der „militärisch-industrielle Komplex“ stehe hinter dem Anschlag. Als Experten für diesen Teil des Filmes heuerte Stone den Scientologen und Hochstapler L. Fletcher Prouty an, der 1988 den Neonazi David Duke als Präsidentschaftskandidaten unterstützt hatte und den Holocaust für eine jüdische Erfindung hält.

    http://www.welt.de/kultur/article122053084/ARD-blamiert-sich-mit-Oliver-Stones-Kennedy-Film.html

  3. aron2201sperber Says:

    wenn ein Linksradikaler austickt, wird er als „Mann ohne Eigenschaften“ dargestellt:

    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/mutmasslicher-attentaeter-von-paris-raetseln-ueber-abdelhakim-dekhar-a-934928.html

    während bei rechtsradikalen Einzeltätern, mit ganz „Rechts“ abgerechnet werden darf, muss sich die Linke ungerechter Weise ihre Irren nicht zurechnen lassen.

  4. aron2201sperber Says:

    die McCarthy-Prozesse gingen als „Hexenprozesse“ ins kollektive Bewußtsein ein.

    der republikanische Senator mag bei seiner Kommunistenjagd übers Ziel hinausgeschossen sein.

    beim Kommunismus handelte es sich jedoch im Gegensatz zur Hexerei (oder einer rechten Verschwörung gegen Kennedy) nicht um eine irreale Unterstellung, sondern um eine weit verbreitete politische Bewegung.

    der JFK-Prozess, den Oliver Stone in seinem Film verherrlicht hatte, wies hingegen tatsächlich alle Merkmale eines klassischen Hexenprozesses auf.

    es ist ein Armutszeugnis, dass keiner der vielen Hollywood-Stars, die sich an Stones Machwerk beteiligt hatten, das Werk des Meisters kritisch hinterfragte.

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