Archive for 31. Dezember 2013

Putins deutscher Experte

Dezember 31, 2013

Normalerweise ist Jürgen Elsässer darin Experte, die Opfer von Terroranschlägen zu den Profiteuren zu erklären.

Wenn sich der Terror jedoch gegen Russland richtet, gilt seine übliche „Cui bono?“-Logik natürlich nicht:

Mittlerweile ist offensichtlich, dass Putins Entgegenkommen – Freilassung von Chodorkowskij und den Pussy Riots – von den Feinden Russlands nicht honoriert wurde. Wir erleben die schlimmste Terrorwelle seit Ende der 1990er Jahre – und es ist ziemlich klar, dass sie von den radikalen Salafisten kommt, die ihr Zentrum in Saudi-Arabien haben, was wiederum der wichtigse Öl-Partner der Vereinigten Staaten ist.

(Jürgen Elsässer)

Die Freilassung Chodorkowskis mit dem Terror in Russland in Verbindung zu setzen, wäre wohl selbst Putins eigenen Propagandisten zu plump gewesen.

Deswegen hält sich Putin deutsche Experten wie Elsässer.

Bin Laden war zwar ein saudischer Staatsangehöriger und es mag gute Gründe geben, die Saudis zu kritisieren, der saudische Staat war jedoch oft genug auch selbst das Ziel von Al Qaidas Terror.

Der BRD die Verantwortung für die Taten der RAF zuzuweisen, weil sie sich aus lauter Westdeutschen zusammensetzte, wäre selbst den DDR-Propagandisten nicht eingefallen – dazu hätte es schon einen Göbbels oder zumindest einen Elsässer gebraucht.

Werbeanzeigen

Was Ägypten von Assad gelernt hat

Dezember 31, 2013

Nach der Einstufung der ägyptischen Muslimbruderschaft als Terrororganisation sind die Sicherheitskräfte gestern hart gegen landesweite islamistische Proteste vorgegangen. Bei Zusammenstößen zwischen Anhängern der Organisation und ihren Gegnern seien vier Menschen getötet worden, teilte das Innenministerium mit. 265 Demonstranten seien festgenommen worden.

Falls die neue ägyptische Führung vorhaben sollte, gegen ihre Gegner scharf vorzugehen (was angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Land wohl unausweichlich ist), empfehle ich ihr dringend, vorher ein paar antiamerikanische Sprüche loszulassen.

Die USA würde sich unter Obama ohnehin auf keiner Seite einmischen und durch herzhaften Antiamerikanismus könnte man immerhin das Wohlwollen der antiimperialistischen Welt gewinnen.

Als antiimperialistische Kraft wäre es selbstverständlich legitim, alle Gegner der eigenen Regimes als Terroristen zu etikettieren und zu bekämpfen.

Würde man dann auch noch dem Menschenrechts-Helden Snowden Asyl anbieten, könnte man selbst so viele Menschenrechte brechen wie man will, ohne dem Tadel der kritischen Intelligenzija ausgesetzt zu sein.

Dass man keine Wahlen veranstalten muss, um als guter „Führer“ zu gelten, konnte Ägyptens Armee von Assad lernen.

Man muss sich dafür nur die richtigen Verbündeten aussuchen.