Späte Vorbeugung im Fall Kercher

Florenz – Die Ankläger wollen offenbar auf Nummer sicher gehen: Kurz vor dem Urteil im Mordprozess gegen Amanda Knox und ihren Ex-Freund Raffaele Sollecito hat Staatsanwalt Alessandro Crini „vorbeugende Maßnahmen“ wie ein Ausreiseverbot oder Untersuchungshaft gegen das ehemalige Paar gefordert.

Der von der italienischen Justiz zu milden 16 Jahren verurteilte Vergewaltiger und wohl auch alleinige Mörder von Meredith Kercher war unmittelbar vor der Tat wegen mehreren Einbruchsdiebstählen – zweimal davon mit einem Messer bewaffnet – von der Polizei festgenommen worden.

Doch die italienische Justiz hielt es nicht für nötig, ihn dafür „vorbeugend“ einzusperren.

Offenbar mussten die Gefängnisplätze für wichtigere Fälle reserviert werden:

z.B. für zwei unbescholtene Studenten, die gerade im Begriff waren, bei einem teuflischen Komplott eine Mitbewohnerin zu ermorden und dabei einen “armen Schwarzen” als willenlosen Gehilfen zu missbrauchen.

Trotz der Wünsche der Staatsanwaltschaft ist der kafkaeske Albtraum für Amanda Knox wohl zu Ende (sofern sie nicht so verrückt ist, freiwillig nach Italien zurückzukehren).

Für ihren italienischen “Komplizen” (der Amanda Knox gerade einmal eine Woche und den Vergewaltiger gar nicht gekannt hatte) kann es allerdings in Anbetracht der Unberechenbarkeit der italienischen Justiz noch richtig eng werden.

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