Geteiltes Leid

Wenn die Dinge weiter eskalieren, dann wäre wohl eine Teilung des Landes viel humaner, weiser und anständiger als monate- und jahrelanges Blutvergießen. Der Westen der Ukraine (übrigens zum Teil altes k. und k.-Gebiet) will dringend nach Europa. Der Osten wird von Russen dominiert, die stark nach Moskau blicken.

Lasst sie doch dorthin gehen! Alles ist besser als eine ständige Eskalation des Blutvergießens, des Zorns und Frustes. Von der Tschechoslowakei bis Jugoslawien haben wir gelernt, dass Teilungen tatsächlich viele Probleme lösen können. Politiker, die das auf friedlichem Weg schaffen, haben jedenfalls historische Verdienste errungen.

(Andreas Unterberger)

In der heutigen Situation wäre eine Teilung des politisch ohnehin schon gespaltenen Landes wohl die beste Lösung (dasselbe gilt natürlich auch für Syrien).

Würde Putin nicht ständig künstliche Gegensätze zwischen Europa und Russland züchten, wäre eine solche Entwicklung allerdings nicht notwendig.

Russland sollte als Demokratie eigentlich dieselben Interessen wie das demokratische Europa (und die West-Ukraine) haben.

Stattdessen geht es bei Putin leider ständig um die Wiedergutmachung für die Schmach des verlorenen sowjetischen Imperiums.

Es sind jedoch nicht nur linke Sowjet-Nostalgiker, die Putins Politik bewundern.

Auch viele Rechte halten es für wichtiger, einen Präsidenten zu haben, der Amerika die lange Nase zeigt, als elementare bürgerliche Rechte zu genießen.

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13 Antworten to “Geteiltes Leid”

  1. Waldemar Pabst Says:

    Chapeau. In ganz kurzen Worten alles gesagt,

  2. shaze86 Says:

    Eine Teilung wäre das beste für beide Länder. Leider muss sich diese Meinung erst in den Bevölkerungen durchsetzen.

    • aron2201sperber Says:

      am besten wäre ein normales Verhältnis zwischen Europa und Russland

      dann wäre eine Teilung nicht notwendig

      denn eine Teilung wäre natürlich mit vielen Problem verbunden, da es sicher Streit über die Grenzen der neuen Staaten geben würde.

      bevor man einen Bürgerkrieg wegen der unüberbrückbaren Gegensätze riskiert, ist es jedoch besser, sich zu trennen.

  3. besucher Says:

    Die Problematik wäre dann: Wo genau soll man das Land teilen? Es gibt dort auch „übergangszonen“ wo sich die Nachbarn wahrscheinlich die Köpfe einschlagen würden. Dass die Gegend um Charkiv, Donezk und die Krim zu Russland gehören würden wäre unstrittig. Die neue Ukraine würde aber bestimmt auch gern einen Meereszugang haben wollen. Da würde sich Odessa anbieten. Aber die Mehrheit dort ist glaube ich auch eher prorussisch.

    • aron2201sperber Says:

      man müsste wohl die Bevölkerung in den Regionen abstimmen lassen.

      wahrscheinlich hätte die West-Ukraine eben keinen Meeres-Zugang

      dafür hätte sie eine stärkere Anbindung an die EU – am Ende würde man wie Kroatien und Serbien vielleicht ohnehin wieder in die gleiche Richtung streben

      • besucher Says:

        Gewagt die Ukraine mit Kroatien und Serbien zu vergleichen. Der religiöse Hintergrund ist doch in der UA ungleich homogener

      • aron2201sperber Says:

        die Religion ist zwar homogener, dafür ist die Sprache bei Serben und Kroaten abgesehen von der Schrift viel ähnlicher.

        das Ukrainische ist dem Polnischen ähnlicher als dem Russischen

  4. dieter Says:

    Jetzt wollen wir mal nicht überreagieren. Normalerweise stehe ich nationalen Abspaltungen und Autonomie positiv gegenüber, wenn es um tatsächliche lokale Unabhängigkeits-Interessen geht und das ganze friedlich ablaufen kann.

    Die Ukrainer und die Russen unterscheiden sich ungefähr so sehr, wie die Norweger und die Schweden und Dänen, oder aber Serben und Kroaten. Bei letzteren gab es allerdings noch einen größeren Unterschied in der Religion. Friedliches zusammenleben, aber auch gute Nachbarschaft und einvernehmliche Trennung sind möglich. Es kann aber auch zum bitteren Bruderzwist kommen. Die Tragik des Balkankriegs entstand dadurch, dass diese Völker zuerst zwangsweise homogenisiert werden sollten. Dann kam eine Gegenreaktion, die von außen auch noch befördert und wurde.

    Den ganzen Diskurs um eine „Anbindung“ an die EU oder an Russland halte ich für inhaltsleeren pseudo-Imperialismus, der hier sowohl von Russland als auch vom Westen betrieben wird. Nach dem Kommunismus und in Zeiten der Globalisierung erschließt sich mir nicht, was das überhaupt bedeuten soll.

    Das sieht man auch, dass es in diesem Streit um nichts konkretes geht. Es geht nicht um Ideologie. Der einzige ideologische Streitpunkt ist offenbar die Homosexualitätsfrage.

    Und dann wäre da Julija Tymoschenko. Die internationale Kritik besteht darin, dass der Korruptions-Prozess gegen sie politisch motiviert und selektiv wäre. Mag sein, aber bei irgendwem muss man mit der Korruptionsbekämpfung nun mal anfangen. Wie Griechenland, aber auch Österreich nach dem EU-Beitritt beweist, muss Korruption ohnehin lokal gelöst werden. Und am Ende trifft es zum Glück alle, wie bei uns ja auch zuletzt die Haider-Truppe.

    Die Wirtschaft der Ukraine wächst, wie in diesen Ländern mit Unterbrechungen, aber schnell. China hat die EU als zweitgrößter Handelspartner überholt und wird bald an der Spitze stehen.

    Der beste Weg für die Ukraine ist mehr Handel mit allen Ländern. Russland ist seit 2012 in der WTO. Die EU verhandelt gerade mit den USA. Warum sollte man sich also bei der Wahl zwischen zwei Handelsblöcken bekriegen, die sich sowieso selbst auflösen und an Bedeutung abnehmen? Hier spricht vieles gegen die EU, die die Wirtschaft intern mit ihrem zentralistischem Regulierungs- und Steuerungswahn stranguliert….

    • aron2201sperber Says:

      Putins Russland unterscheidet sich eben nicht nur bei der Ablehnung der Homosexuellen von Europa.

      in Russland gibt es keine Meinungsfreiheit, politische Gegner werden nach Belieben eingesperrt oder wieder freigelassen.

      auch Europa ist nicht frei von totalitären (diesmal antirassistischen) Versuchungen und auch bei uns würde man gerne ungeliebte Politiker (insbesondere Rechte wie Berlusconi) wegsperren.

      vereinfacht gesagt: die EU ist heute zu sozialistisch, Russland zu faschistisch.

      noch ist es jedoch auf jeden Fall so, dass Russland bei den Menschenrechten die fundamentaleren Missstände hat

  5. Sinnloses Blutvergießen vermeiden | Aron Sperber Says:

    […] ihre “territoriale Integrität” beharren, sondern nach einer pragmatischen Lösung für eine saubere Trennung […]

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