Ein vernünftiges Angebot

Die Ukraine hätte sich nach dem Zerfall des roten Imperiums als wahre Schwester Russlands beweisen „und eine Möglichkeit finden sollen, Russland die Krim wiederzugeben“, hat Goworuchin einmal gesagt. „Dann würden wir der Ukraine unser letztes Hemd geben. Niemand würde jemals mit ihr über Gaspreise verhandeln.“

(Spiegel)

So ein Angebot sollte die Ukraine nicht ausschlagen.

Die finanziellen Probleme wären damit gelöst.

Und statt der Ukraine müsste sich dann Russland mit einer zusätzlichen anstrengenden islamischen Minderheit herumschlagen.

Stalin hatte die Tataren der Kollaboration mit den Deutschen beschuldigt und nach Zentralasien deportieren lassen. Seit 1988 dürfen die muslimischen Tataren zurückkehren, ihr Zorn auf Moskau aber ist nicht verflogen.

Wer hatte noch schnell mit Hitler einen Pakt geschlossen, um sich Europa brüderlich unter Diktatoren aufzuteilen?

Stalin hätte sich nach seinen eigenen Kriterien selbst als ersten nach Zentralasien deportieren müssen.

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11 Antworten to “Ein vernünftiges Angebot”

  1. besucher Says:

    Wie es aussieht steht der Staatenwechsel der Krim kurz bevor. Ich hoffe dass hier alle Parteien mit Augenmaß vorgehen. Putin sollte auf die Krimtataren zugehen und
    Ihnen autonome Befugnisse zusprechen. Und der Westen sollte aufhören von territorialer Integrität zu quatschen. Wie war das denn mit dem Kosovo?

  2. W. Caldonazzi Says:

    Warum tut jeder so, als wäre die Ukraine ein unabhängiger Staat mit einem kulturell homogenen Staatsvolk, das sich demokratisieren will?

    Nichts davon trifft zu. Die Ukraine- in ihren heutigen Grenzen – war noch nie ein unabhängiger Staat. Sie ist ein künstlich geschaffenes Gebilde mit sich bekämpfenden Ethnien/Religionen. Und die Krimtartaren sind gerade nicht eine islamische Vorzeigeethnie.

    Ihr hauptsächlicher Geschäftszweig war bis zum Ende des 18. Jhdts. der mörderische Raubzug zur Sklavenbeschaffung, der sie bis Ostpreußen reiten ließ. Millionen versklavte Menschen wurden auf die Krim getrieben und anschließend in das Osmanische Reich und nach Arabien verkauft. Dazu passt auch punktgenau ihre Verbrüderung mit den Nazis. Nationalsozialismus und Islam ist eine recht gut dokumentierte und durchaus logische Verbindung, der sich auch die Krimtartaren nicht entzogen haben.

    Dass Russland/Putin sich dagegen wehrt, seinen Einfluss auf seine östliche Flanke zu verlieren, müsste eigentlich jedem westlichen Politiker klar sein. Und der Affenzirkus, der von Obama bis Merkel reicht und von einer Hohen Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik dirigiert wird, ist eben bloß ein Affenzirkus und nichts sonst.

    Ich habe keine Lust, einen bankrotten Staat der russischen Einflusssphäre mit meinem Steuergeld zu füttern, auch ganz bestimmt nicht dessen „westliche“ Hälfte.

    Stalin interessiert mich in diesem heutigen Konflikt überhaupt nicht. Stalin ist mausetot.

    • besucher Says:

      Die Westukraine mit ihrer polnischen und österreichischen Geschichte würde ich schon zu Europa zugehörig betrachten.

    • aron2201sperber Says:

      Nichts davon trifft zu. Die Ukraine- in ihren heutigen Grenzen – war noch nie ein unabhängiger Staat. Sie ist ein künstlich geschaffenes Gebilde mit sich bekämpfenden Ethnien/Religionen.

      das Argument des „künstlichen Gebilde“, das es vorher nicht gab, trifft abgesehen von ein paar europäischen Staaten auf fast alle Staaten der Welt zu.

      einer der ältesten und erfolgreichsten Staaten ist ja ausgerechnet die multiethnische Schweiz

    • aron2201sperber Says:

      Und die Krimtartaren sind gerade nicht eine islamische Vorzeigeethnie.

      Ihr hauptsächlicher Geschäftszweig war bis zum Ende des 18. Jhdts. der mörderische Raubzug zur Sklavenbeschaffung, der sie bis Ostpreußen reiten ließ. Millionen versklavte Menschen wurden auf die Krim getrieben und anschließend in das Osmanische Reich und nach Arabien verkauft.

      die Leibeigenschaft, die in Russland fast einer Sklaverei nahekam, wurde allerdings auch erst im späten 19. Jahrhundert abgeschafft

    • aron2201sperber Says:

      Dazu passt auch punktgenau ihre Verbrüderung mit den Nazis. Nationalsozialismus und Islam ist eine recht gut dokumentierte und durchaus logische Verbindung, der sich auch die Krimtartaren nicht entzogen haben.

      dass sich ethnische Minderheiten mit den Feinden der Mehrheit verbünden, traf nicht nur auf die islamischen Minderheiten zu.

      auch die meisten Iren waren große Hitler-Fans, als er England den Krieg erklärte.

      die Ukrainer hofften auch von den Deutschen von der Sowjet-Herrschaft befreit zu werden

    • aron2201sperber Says:

      Und der Affenzirkus, der von Obama bis Merkel reicht und von einer Hohen Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik dirigiert wird, ist eben bloß ein Affenzirkus und nichts sonst.

      wie Besucher oben richtig angemerkt hat, ist es unsinnig und falsch, von „territorialer Integrität“ zu quatschen.

      Staatsgrenzen beruhen nicht auf Naturgesetzen – und können daher geändert werden, wenn es sinnvoll ist.

  3. W. Caldonazzi Says:

    @aron:
    Entschuldige bitte, aber deine Argumente sind nicht überzeugend.
    1. Die multiethnische Ukraine mit der multiethnischen Schweiz zu vergleichen, ist intellektuell unredlich. Die Schweiz hat eine über viele Jahrhunderte andauernde demokratische Entwicklung genommen, die die Ethnien verbindet und eint. Das trifft auf die Ukraine nicht zu.
    2. Alle erst im 20. Jhdt künstlich durch Fremdbestimmung geschaffenen Staaten, die es vorher überhaupt nicht gab, sind instabil. Warum sind sie das? Deren multiethnische Gesellschaft hat weder eine gemeinsame Geschichte, noch ein einigendes gemeinsames Bewusstsein.
    3. Die auf mörderischen Raubzügen basierende tatarische Sklaverei ist etwas anderes, als eine feudale Agrarkultur, die auf Leibeigenschaft basiert. Der Sklave hat den Rechtsstatus einer Sache. Als Sache ist er vollkommen rechtlos. Der Eigentümer kann über ihn verfügen, wie er will. Der Leibeigene ist selbst Rechtssubjekt und der Ertrag seiner Arbeit gehört ihm. Von dem zuerst einmal ihm gehörenden Ertrag muss er neben anderen Leistungen einen mehr oder weniger großen Anteil an den Grundeigentümer abgeben. Aber er ist selbst Rechtssubjekt, kann seine Rechte geltend machen und sich auch selbst von der Leibeigenschaft durch Zahlung befreien.
    4. Die Verbrüderung vieler Ukrainer und Tataren mit dem Nationalsozialismus hat mit der Haltung der Iren zu Deutschland nichts zu tun. Oder weißt du etwas darüber, dass sich Iren massenweise als Schlächter für die Nazis hervorgetan hätten? Ich weiß von keinem einzigen.
    5. Staatsgrenzen sind nicht sakrosankt. Da gebe ich dir Recht. Und künstlich geschaffene Staatsgrenzen eines künstlich geschaffenen Staates, der auch nicht den Hauch einer gewachsenen Identität aufzuweisen hat, schon gar nicht.

    Im Fall der Ukraine geht es um einen gescheiterten Pseudostaat auf dem Niveau eines Entwicklungslandes, der der russischen Einflusssphäre zuzurechnen ist. Die Ukraine ist durch selbstverschuldete Misswirtschaft pleite. Gönnen wir doch den Russen, was ihnen historisch und politisch zugefallen ist. Alles andere wäre ein wirtschaftliches und militärstrategisches Fiasko für den Westen. Aber wenn du persönlich an die Ukraine spenden willst, wird sich schon eine dankbare ukrainische Organisation finden lassen.

  4. W. Caldonazzi Says:

    Ich habe den Link zu einem sehr pointierten Artikel des „Independent“ zu setzen vergessen:
    http://www.independent.co.uk/voices/comment/ukraine-crisis-no-wonder-vladimir-putin-says-crimea-is-russian-9162734.html

    Gruß

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