Wo sich Sisi seinen Segen holte?

In Ägypten herrscht Hexenjagd-Stimmung. Über 500 Menschen wurden in einem Massenprozess zum Tode verurteilt. Ihr Vergehen: Sie sind Mitglieder der Muslimbruderschaft. Der Staat erklärt Kritiker zu seinen Feinden – und behandelt sie entsprechend.

(Spiegel)

Die Spiegel-Foristen sind natürlich wieder voller Entrüstung über die „westliche Doppelmoral“.

Als ob sich Sisi seinen Segen im Westen abzuholen bräuchte:

13.02.2014 Der ägyptische Militärmachthaber Sisi besucht Moskau. Es geht um umfangreiche Rüstungsgeschäfte – und eine neue Allianz auf autoritärer Grundlage. Nebenbei verkündet Putin Sisis Kandidatur bei der Präsidentenwahl.

(FAZ)

Dass Sisi sich an Putin hält, kann man ihm nicht verübeln.

Obama hätte ihm bestimmt erst verboten, wirksame Maßnahmen gegen die Muslimbrüder zu ergreifen und ihn dann im Falle des Falles dann trotzdem erst recht fallengelassen.

Bei Obama hätte er nicht einmal 5 Muslimbrüder einsperren dürfen.

Mit Putins Segen kann er davon gleich 500 hinrichten lassen.

Als Verbündeter Putins bräuchte er sich eigentlich auch nicht „westliche Doppelmoral“ vorhalten lassen…

…auch wenn es im Moment noch nicht bei allen Spiegel-Foristen angekommen ist, dass ihr Wunsch einer Putin-hörigen Welt in Ägypten schon längst in Erfüllung gegangen ist.

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6 Antworten to “Wo sich Sisi seinen Segen holte?”

  1. dieter Says:

    Al Sisi hat vor im hohen Alter im Kreise seiner Enkel und Urenkel eines natürlichen Todes zu sterben. Mit diesem Wunsch ist der gleichsame Wunsch der Muslimbrüder nicht vereinbar, glaubt Sisi. Vermutlich hat er damit Recht. Der „Segen“ von ausländischem Mächten wird ihm dabei wurscht sein. Selbsterhaltungstrieb hat Priorität.

    Kurz nach einem Regimewechsel rollen die meisten Köpfe. Kim Jong Uns Onkel könnte davon ein Liedchen singen, wenn er noch am Leben wäre. Und zwar im Duett mit dem führenden Ukraine-Revoluzzer des rechten Sektors, der sich gerade eben eine Bleivergiftung eingehandelt hat….

    • aron2201sperber Says:

      Der “Segen” von ausländischem Mächten wird ihm dabei wurscht sein. Selbsterhaltungstrieb hat Priorität.

      gerade wegen des Selbsterhaltungstriebes braucht Sisi dringend den Segen ausländischer Mächte:

      http://www.faz.net/frankfurter-allgemeine-zeitung/aegyptens-machthaber-in-moskau-putin-verkuendet-kandidatur-sisis-12800553.html

      Erste Auslandsreise nach dem Putsch

      Anlass der ersten Auslandsreise Sisis nach seinem Putsch gegen den islamistischen Präsidenten Muhammad Mursi im Juli vergangenen Jahres waren offenbar Verhandlungen mit Russland über ein umfangreiches Rüstungsgeschäft. Gemeinsam mit seinem Außenminister Nabil Fahmy kam Sisi in Moskau mit Außenminister Sergej Lawrow und Verteidigungsminister Sergej Schojgu zusammen. Lawrow sagte danach, Moskau und Kairo wollten ihre „militärische und militärtechnische Zusammenarbeit“ vorantreiben; entsprechende Verträge sollten rasch vorbereitet werden. Schojgu sprach von „konkreten Projekten“, die den Sicherheitsinteressen beider Länder dienen würden.

      Im vergangenen November hatten Lawrow und Schojgu auf Vermittlung der Vereinigten Arabischen Emirate Kairo besucht; eine große Delegation mit Vertretern der russischen Rüstungsindustrie begleitete sie. Damals war berichtet worden, Russland biete Ägypten moderne Militärhubschrauber, Kampfflugzeuge und Flugabwehrsysteme sowie die Modernisierung von Gerät an; das Geschäft habe einen Umfang von zwei Milliarden Dollar. Diese Summe wurde vor der Reise Sisis und Fahmys nach Moskau nun wieder in ägyptischen Medien genannt; es hieß, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate würden einen Großteil der Kosten tragen.

      „Werden unser Verhältnis wiederbeleben“

      Auch wenn die Verträge noch nicht unterzeichnet sind und Kairo dem russischen Wunsch, in Alexandria oder Port Said einen Militärhafen einzurichten, bislang nicht entsprochen hat, dürften die Grundlagen für eine neue Allianz auf autoritärer Grundlage bei dem in ägyptischen Zeitungen als „historisch“ eingestuften Besuch in Moskau gelegt worden sein. Schon unter Sisis Vorgänger Muhammad Hussein Tantawi hatte Ägypten begonnen, die Fühler dorthin auszustrecken.

      • dieter Says:

        Sisi braucht keine besonderen Waffen, um sich die Muslimbrüder vom Leib zu halten. Er braucht sie vielmehr als Spielzeug für die Militärs, die er zufrieden stellen muss.

        Die USA haben ihre Militärhilfen für Ägypten teilweise eingefroren. Sisis Besuch in Moskau dürfte wohl auch das Motiv haben, mehr aus den USA heraus zu pressen. Ich vermute, dass die USA nach der Wahl wieder voll zahlen werden…..

    • aron2201sperber Says:

      ich halte es auch für richtig, die Muslimbrüder von der Macht fernzuhalten:

      https://aron2201sperber.wordpress.com/2013/12/04/agyptens-gutem-beispiel-folgen/

      die Frage ist, auf welche Art man es macht, die westliche (mit Menschenrechten etc.) ist sicher die schwierigere:

      https://aron2201sperber.wordpress.com/2012/09/24/ohne-westen-lebt-sichs-leichter/

      am Beispiel Assads hat Ägypten gesehen, dass es sich lohnt, den einfacheren Weg zu gehen:

      https://aron2201sperber.wordpress.com/2013/12/31/was-agypten-von-assad-lernen-kann/

  2. Ende der Israelkritik? | Aron Sperber Says:

    […] Sisi holte sich seinen Segen für die Bekämpfung der Muslimbrüder lieber bei Putin als bei […]

  3. Libyen entledigt sich der Dschihadisten | Aron Sperber Says:

    […] Segen für die Säuberungen sollte er sich wie Sisi besser gleich bei Putin […]

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