Archive for 11. April 2014

Syrer aus Libyen?

April 11, 2014

Die Flüchtlingswelle in Richtung Süditalien nimmt kein Ende. In der Nacht auf heute wurden etwa 1.100 Migranten vor Sizilien von Schiffen der italienischen Marine in Sicherheit gebracht. Die Flüchtlinge befanden sich an Bord von sechs Schiffen, teilte die Marine mit. Die meisten Flüchtlinge, darunter mehrere Kinder, stammen aus Syrien.

Seit Wochenbeginn haben rund 5.000 Migranten die Küsten Süditaliens erreicht. Die italienischen Behörden rechnen mit weiteren Massenankünften in den kommenden Tagen. „Innenminister Angelino Alfano hat kürzlich berichtet, dass 700.000 Flüchtlinge in libyschen Lagern auf die Abfahrt nach Europa warten. Es ist logisch, dass wir uns weiterhin auf Massenankünfte vorbereiten müssen“, sagte gestern der Chef der italienischen Marine, Giuseppe de Giorgi.

(ORF)

Dass es in Libyen Lager mit 700.000 Flüchtlingen geben soll, halte ich für ein reines Gerücht.

Der größte Teil der Syrer befindet sich laut Angaben des UNHCR im Libanon, Jordanien und der Türkei.

Vielleicht hat Italiens Innenminister Libyen (4.500 syrische Flüchtinge) mit dem Libanon (700.000 syrische Flüchtlinge) verwechselt.

Indem man behauptet, die Bootsflüchtlinge kämen überwiegend aus Syrien, möchte man die Überfahrten legitimieren und als unabwendbares Ereignis darstellen.

Die meisten Überfahrten nach Italien starten wohl auch nicht von Libyen, sondern eher vom näher gelegenen Tunesien.

Indem man Libyen angibt, kann man leichter eine Verantwortung der EU einfordern, da Gaddafi schließlich vom Westen abgesetzt wurde.

Selbst wenn in den nordafrikanischen Booten auch einige Syrer dabei sind,  haben die Überfahrten nach Italien jedoch wenig mit der Suche nach Asylschutz zu tun.

Syrer hätten über 20 arabische Länder, sowie die sunnitische Türkei und den schiitischen Iran zur Verfügung, um Schutz vor dem Bürgerkrieg zu finden.

Die gefährliche Überfahrt nimmt man nicht wegen des Asylschutzes, sondern wegen der Asylleistungen in Kauf.

Solange die Asylleistungen allen zustehen, die sich auf die Überfahrt begeben, werden sich Leute, die jene Leistungen in Anspruch nehmen wollen, weiter auf Überfahrt begeben.

Vielleicht werden sogar ein paar echte Flüchtlinge aus Syrien darunter sein.

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Elsässers Nazis

April 11, 2014

Von Etikettierungen wie links und rechts hält Putins deutsches Sprachrohr heute angeblich nichts mehr.

Jürgen Elsässer forderte „Gerechtigkeit für Ungarn“ ein und ließ die „Wahren Finnen“ hochleben.

Die NPD hält er für keine Nazi-Partei, zumal sie im Gegensatz zu Netanjahu kein Groß-Israel errichten wolle:

 (ab 0:54:00)

Nazis seien jedoch alle, die nicht in Putins antiimperialistischem Imperium leben wollen:

Die Invasion der NATO+Nazis im Osten der Ukraine läuft… Jetzt auf die Straße, um ein Blutbad zu verhindern!

Während ich diese Zeilen schreibe, weiß ich nicht, ob der Sturm von NATO+Nazis auf die Russen in der Ostukraine schon begonnen hat. Das Ultimatum der Kiewer Putschisten, alle besetzten Regierungsgebäude in Donetsk, Charkow und Lugansk zu räumen, ist um 9 Uhr MEZ verstrichen. Wir müssen heute noch mit einem Terrorangriff rechnen!

(Jürgen Elsässer)