Die Menschenrechte als Einbahnstraße

Die Mitgliedschaft in einer Terrororganisation ist zwar ein Ausschlussgrund für Asyl.

Droht den Terroristen im Herkunftsland Folter, werden die Betroffenen jedoch trotzdem nicht abgeschoben, was Augstein freilich nicht “moralisch” genug ist:

Bislang ist die Lage freilich alles andere als dramatisch. Im Jahr 2013 wurden 127.023 Asylanträge gestellt, davon erhielten etwa 11.000 Menschen Asyl – weitere rund 9200 durften bleiben, obwohl sie nach deutschem Recht keinen Anspruch darauf hatten. Ihnen drohte bei Abschiebung, Folter oder Todesstrafe.

Es bleibt das besondere moralische Geheimnis deutscher Gesetze, dass es Menschen geben kann, denen bei Rückkehr in ihre Heimat zwar die Folter droht – die aber dennoch keinen Anspruch auf Asyl haben. Liegt nicht der Sinn des Asylrechts darin, den Menschen Schutz vor Folter zu gewähren?

(Augstein)

Wenn es darum geht, irgendeine linke Agenda (wie die Migration nach Europa) zu rechtfertigen, können die Menschenrechte niemals weit genug ausgelegt werden.

Die Menschenrechte sollen allerdings nicht universell gelten, sondern nur gegen den Westen gerichtet sein:

Die Universalität der Menschenrechte war damit gleich zu Beginn geradezu zwangsläufig in den „Imperialismus des Universellen“ (Pierre Bourdieu) umgeschlagen. Seitdem gibt es überall auf der Welt – nicht nur in Vietnam – Dörfer, Städte, Länder, die der Westen erst zerstören musste, um sie zu befreien.

(Augstein)

Wenn die Menschenrechte nur noch dazu dienen, die Gegner unserer Werte zu schützen und uns selbst zu bestrafen, wird man irgendwann auch im Westen auf westliche Werte wie die Menschenrechte pfeifen.

Auch die Magna Carta wäre bald ignoriert worden, wenn sie den Menschen in England mehr geschadet als genützt hätte.

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9 Antworten to “Die Menschenrechte als Einbahnstraße”

  1. American Viewer Says:

    Augstein ist wirklich ein Heuchler der Sonderklasse. Ein Gauche caviar ist wie er leibt und lebt. Du hast es mal wieder auf den Punkt gebracht.

    Der Westen soll alle Welt bei sich aufnehmen, aber selbstverständlich nicht im Luxusviertel von Augstein. Wenn die Menschen, dann da sind, dürfen sich andere mit Ihnen herumschlagen: die Mittelschicht, die Unterschicht, Sozialarbeiter, Polizisten, Beamte, Ärzte.

    Der Westen soll Leuchtturm der Freiheit sein, aber bitte nicht bis in Augsteins Vorgarten hinein – und selbstverständlich nicht bis in die betroffenen Länder. Die Regime im Osten sind tabu, der Westen hat dort nicht hineinzureden. Die meisten Menschen wollen natürlich in ihrer Heimat bleiben, aber alles was ihre Lage vor Ort verbessern könnte, ist laut Augstein „westlicher Imperialismus“. Die Leuchttürme haben an der Grenze das Leuchten einzustellen.

    • aron2201sperber Says:

      Während Augstein & Co. von der eigenen Gesellschaft das äußerste Maß an individuellen Rechten einfordern, stört es sie nicht, wenn andere Gesellschaften kollektiviert werden. Den Individualismus, den man innerhalb der eigenen Gesellschaft genießt, will man anderen Gesellschaften im Verhältnis zur eigenen Gesellschaft zugestehen.

      So wünscht sich der typische Anti-Imperialist keine Diktatur:

      Trotz aller Sympathie für die “Gegner des Westens” würden nur die wenigsten in einer realsozialistischen Gesellschaft, einer nationalsozialistischen Volksgemeinschaft oder gar einem Gottesstaat leben wollen.

      Anderen gesteht man dies jedoch gerne zu.

      Eine lenkende Ordnungsmacht ist unerwünscht. Viel mehr Spaß macht eine “nicht globalisierte” Welt mit politisch-ideologischem Lokalkolorit.

      Auch Diktaturen oder erzreaktionäre Gottesstaaten werden als schützenswert empfunden, solange sie einen gewissen exotischen Charme ausstrahlen.

  2. 50Pf Says:

    OT:
    +++ EILMELDUNG +++

    Deso Dog ist schon wieder tot

    http://50pf.wordpress.com/2014/04/22/deso-dog-ist-schon-wieder-tot/

    Steht auch in der WELT:
    http://www.welt.de/politik/deutschland/article127187421/Dschihadisten-Tweet-meldet-Tod-von-Deso-Dogg.html

    Und die Dschihadisten zwitschern es auch!

  3. Außenpolitik für Prinz Augstein | Aron Sperber Says:

    […] auch die Meinung des Volkes, die bei Themen wie Migration nicht gefragt ist, zählt auf einmal mehr als […]

  4. Islamischer Staat nix Islam? | Aron Sperber Says:

    […] islamistische Terroristen zu bekämpfen, würde ihnen Augsteins in Deutschland gerne Asyl […]

  5. Die Menschenrechte als Einbahnstraße gegen den Westen | Aron Sperber Says:

    […] es darum geht, irgendeine linke Agenda (wie die ungeregelte Migration nach Europa) zu rechtfertigen, können die Menschenrechte für […]

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