Außenpolitik für Prinz Augstein

Lediglich beim Thema Außenpolitik kommt zwischen Prinz Augstein und seinem Spiegel-Volk so etwas wie Nähe auf.

Wenn Augstein Putin versteht (und die USA basht und Israel „kritisiert“), klopft ihm das Spiegel-Forum anerkennend auf die Schulter.

Deswegen hätte sich Augstein für Deutschland einen Syrien-Wahlkampf gewünscht:

Angela Merkel wird die mächtigste Frau der Welt genannt. Aber auf dem Gipfel in St. Petersburg wurde Merkel vorgeführt. Sie hatte Obama in der Syrien-Frage die Gefolgschaft verweigert, auf Europa verwiesen und war dann abgereist. Italiener, Franzosen und Spanier unterschrieben dann den Zettel der Amerikaner einfach ohne die Deutsche.

Denn die Frage nach Krieg und Frieden ist eine, da muss die Kanzlerin Farbe bekennen. Aber nichts liegt Angela Merkel weniger als das. Sie ist die Kanzlerin des Ungefähren. Umso mehr gehört die Frage, welche Haltung die Bundesrepublik im Syrien-Konflikt einnehmen soll, in den Wahlkampf.

(Augstein: „Die vorgeführte Kanzlerin„)

Wenn ein deutscher Außenminister Verantwortung für die Situation in einem europäischen Nachbarland einfordert, kommt sogleich die „Führer“-Keule zum Einsatz:

Das Auswärtige Amt hat nachgefragt: „Soll sich Deutschland künftig international mehr engagieren?“ 37 Prozent der Befragten antworteten mit „Ja.“ 60 Prozent mit „Nein.“ Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat die Studie vorgestellt. Dagegen stellte er in einer Rede im Auswärtigen Amt die typische Position eines außenpolitischen „Experten“: Es sei die deutsche Bestimmung, „Europa anzuführen und die Welt anzuführen“. Solcher Irrsinn gilt im Auswärtigen Amt tatsächlich wieder als Expertenmeinung.

(Augstein:“Raushalten, Steinmeier„)

Auf einmal zählt also die Meinung des Volkes, die bei Themen wie Migration nicht gefragt ist, mehr als „Expertenmeinung“.

Da sollte er sich nicht wundern, wenn er auf dem Berliner Alexanderplatz von Demonstranten als Kriegstreiber beschimpft wird. Er wurde da sehr wütend, der Minister, und seine Wutrede hat ihm viel Sympathie eingebracht. Steinmeier ist ein aufrichtiger Mann. Aber er ist kein aufrichtiger Politiker.

Ein aufrichtiger Journalist hätte allerdings auch nicht die Tatsache verschwiegen, dass es sich bei der Demonstration um eine von antisemitischen Verschwörungstheoretikern angeführte Veranstaltung handelte.

Und es hat ihnen noch immer niemand erklärt, warum die Frage, ob die Ukraine ein einheitlicher Staat bleibt oder in zwei Staaten zerfällt, deutsche Interessen berührt. Solange diese Fragen offen sind, sollte man den Deutschen danken, wenn sie die Zurückhaltung üben, die das politische Berlin gerade verlernt. Gott zum Gruße, Ohne-Michl!

Während er bei Syrien die große deutsche Einmischung gefordert hatte, soll sich Steinmeier bei der Ukraine raushalten.

Offenbar hätte sich Merkel bei Syrien wohl nur einmischen sollen, um Augstein Gelegenheit zu geben, sie wie Steinmeier als Einmischerin noch besser abkanzeln zu können und damit ein wenig Anerkennung vom antiamerikanischen Michl einzusammeln, der sonst von Augsteins linkem Unsinn wenig hält.

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