Demütigung für Amerika

Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble nannte das Agieren der Amerikaner gestern Abend eine „Dummheit“.

Zwar hätte Deutschland ohne die Partnerschaft mit US-Geheimdiensten viele Terrorbedrohungen nicht abwehren können, sagte er nach Angaben des Senders Phoenix. Das heiße aber nicht, „dass die Amerikaner drittklassige Leute bei uns anwerben dürfen. Das ist so was von blöd, und über so viel Dummheit kann man auch nur weinen. Deswegen ist Kanzlerin Angela Merkel da auch ‚not amused‘“, so Schäuble weiter.

Schäuble hat leider vollkommen recht.

Ein Typ, der sich selbst bei der Botschaft meldet und lediglich eine Hilfskraft ist, bringt – außer dem Risiko erwischt zu werden – wohl gar nichts.

Wenn die CIA so einem Typen tatsächlich zwei Jahre lang bezahlt haben sollte, ist das ein absolutes Armutszeugnis.

Merkels Handy abzuhören oder Verräter von befreundeten Geheimdiensten zu finanzieren, ist selbstschädigendes Verhalten.

Die peinliche Spionage-Affäre stellt nicht für Deutschland, sondern für Amerika eine demütigende Blamage dar.

Augsteins Beitrag ist daher wieder einmal die pure Heuchelei:

Oops! Und sie haben uns schon wieder gedemütigt. Oh, baby, baby! Sie haben mit unserem Herzen gespielt. Wir hielten es für Liebe. Aber das war ein Fehler. Die bittere Wahrheit ist: Zwischen den Amerikanern und uns besteht ein Herr-Hund-Verhältnis.

(Spiegel)

Der linke Unsinn des Spiegel-Erben kommt beim Spiegel-Forum meistens nicht so recht an.

Wenn Augstein die USA basht und Israel „kritisiert“, klopft ihm das Spiegel-Forum jedoch anerkennend auf die Schulter.

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12 Antworten to “Demütigung für Amerika”

  1. American Viewer Says:

    Das heiße aber nicht, „dass die Amerikaner drittklassige Leute bei uns anwerben dürfen. Das ist so was von blöd, und über so viel Dummheit kann man auch nur weinen. Deswegen ist Kanzlerin Angela Merkel da auch ‚not amused‘“, so Schäuble weiter.

    Dürfte Amerika denn erstklassige Leute anwerben? Die amerikanischen Geheimdienste würden sicher auch erstklassige deutsche Geheimdienstler abwerben, aber gibt es die in DL überhaupt?

    Was soll dieses kindische, populistische Getue der deutschen Politiker und Medien? Das ist doch alles so etwas von infantil. DAS sollte man als pro-westlicher Blogger kritisieren, finde ich.

    Der amerikanische Auslandsgeheimdienst sammelt in DL Informationen. Das ist im Kern der „Skandal“, den uns deutsche Medien und Politiker auftischen wollen. Und viele, viele Deutsche fressen das offenbar. Muss mich das jetzt wundern?

    Linke Medien wollen also nun plötzlich, dass die deutschen Geheimdienste aufgerüstet werden und in „Sicherheit“ investiert wird, was auch immer das heißen soll? Und das soll man glauben? Das ist doch alles nur Show. Ablenkung von wichtigen Themen, die deutsche Politiker nur zu gerne annehmen.

    Die Kernmotivation von Medien wie Spiegel und SZ ist auch klar: Man will so viele Keile wie möglich zwischen DL und Amerika treiben wie nur irgendwie möglich.

    Der Schwanz des Hundes sollte es nicht übertreiben und plötzlich mit dem Hund wackeln wollen. Amerika braucht DL nicht.

    • aron2201sperber Says:

      Dürfte Amerika denn erstklassige Leute anwerben? Die amerikanischen Geheimdienste würden sicher auch erstklassige deutsche Geheimdienstler abwerben, aber gibt es die in DL überhaupt?

      Amerika sollte mit den Erstklassigen (Polemik ist hier nicht angebracht) zusammenarbeiten

      wenn irgendwelche Drittklassigen sich auf eigene Faust an Amerika wenden, wäre es für einen Verbündeten angebracht, den Verbündeten diskret auf die Schwachstelle hinzuweisen, statt sich irgendwelche drittklassigen Informationen liefern zu lassen und das erstklassige Verhältnis zu schädigen.

      gerade Merkel war immer ein loyaler Partner.

      mit so einer Vorgangsweise spielt man den Leuten in die Hände, die glauben, dass man sein Heil in anderen Partnerschaften suchen soll.

    • aron2201sperber Says:

      dass man den Saudis oder Pakistan nicht vorbehaltlos trauen sollte, und alle Möglichkeiten nutzen sollte, diese „Partner“ zu kontrollieren, ist klar.

      eine verbündete Demokratie sollte jedoch eine andere Behandlung bekommen – Geheimdienstarbeit ist eine Sache von Fingerspitzengefühl:

      https://aron2201sperber.wordpress.com/2013/10/28/nicht-obamas-anliegen/

      Niemand wird sich daran stoßen, wenn man die NPD unter Beobachtung hält.

      Wenn man verfassungstreue Parteien genauso wie die extremistische NPD behandelt, wird man die Vorgehensweise des Verfassungsschutzes jedoch zu Recht in Frage stellen.

      Dass ausgerechnet die deutsche Kanzlerin im Visier der NSA stand, hat (anders als von Augstein behauptet) nichts mit der Verletzung von Souveränität zu tun, sondern mit fehlender Verhältnismäßigkeit.

      • American Viewer Says:

        Entweder die Deutschen sind offen und ehrlich und geben alle wesentlichen Informationen an die amerikanischen Dienste weiter – dann hätten sie nichts von „drittklassigen“ Informanten zu befürchten und müssten sich nicht so künstlich aufregen.

        Oder die deutschen Dienste sind nicht ehrlich und machen in Wirklichkeit oft ihr ganz eigenes Ding – dann und nur dann, kann der „drittklassige“ US-Informant ihnen schaden.

        Ich bin mir sehr sicher, dass Szenario 2 stimmt.

      • aron2201sperber Says:

        dann hätten sie nichts von “drittklassigen” Informanten zu befürchten

        es geht hier nicht um die Furcht vor drittklassigen Informanten, sondern um den illoyalen Umgang eines Verbündeten.

        da gibt es nichts zu beschönigen.

        müssten sich nicht so künstlich aufregen.

        bei Augstein & Co. ist die Aufregung natürlich eine Heuchelei, da man sich genau solche Situationen wünscht.

        bei Schäuble & Co. ist sie jedoch nachvollziehbar, da solche Aktionen Wasser auf den Mühlen der Anti-Atlantiker sind.

      • Gutartiges Geschwulst Says:

        @aron2201sperber: „… es geht hier nicht um die Furcht vor drittklassigen Informanten, sondern um den illoyalen Umgang eines Verbündeten.“

        Sind Herr und Hündchen tatsächlich Verbündete, lieber aron2201sperber, oder nicht einfach Herr und Hündchen?

      • aron2201sperber Says:

        Sind Herr und Hündchen tatsächlich Verbündete, lieber aron2201sperber, oder nicht einfach Herr und Hündchen?

        die Herr und Hündchen-Vergleiche hängen mir seit Bush-Blair zum Halse raus.

        beim Ostblock war es vielleicht angebracht – die Staats-Chefs der satelliten-Staaten konnten sich nur aufgrund der Russischen Panzer-Diplomatie an der Macht halten.

        die BRD ist mit ihrem Bündnis mit der USA nicht gerade schlecht gefahren.

        und das hat auch der überwiegende Teil der Bevölkerung so gesehen – sehr zum Kummer der linken Antiimperialisten.

      • Gutartiges Geschwulst Says:

        aron2201sperber Says: „Die Herr und Hündchen-Vergleiche hängen mir seit Bush-Blair zum Halse raus.“

        Mir auch, was indessen nichts über ihre Richtigkeit aussagt.

        aron2201sperber Says: „Die BRD ist mit ihrem Bündnis mit der USA nicht gerade schlecht gefahren.“

        Natürlich nicht, aber verschafft die tägliche Dose Chappi tatsächlich den Rang eines Verbündeten?
        Verstehen Sie mich bitte nicht als Gegner, aron2201sperber, sondern lediglich als ratlos.

    • besucher Says:

      Naja wenn man sich so die US-Außenpolitik der letzten 20 Jahre und die derer Dienste anschaut dann fragt man sich auch ob es jenseits des Atlantiks erstklassige Geheimdienstler gibt.

  2. qwertzman Says:

    Was wohl die Folgen sind wenn Deutschland, wie von Bosbach gefordert, die Zusammenarbeit auf das notwendigste, sicherheitsrelevante Maß zurückfährt? Vielleicht die Nichtweitergabe von lebensrettenden Informationen von Deutschland an die USA? Meines Erachtens gehört zu einer Zusammenarbeit das eigene Funktionieren, was, wie 2001 sichtbar wurde, schon jetzt nicht gegeben ist (Hamburger Islamisten an 911 beteiligt). ‚Nichtweitergabe‘ wäre damit nach dieser Logik ‚Zusammenarbeit auf notwendigstes, sicherheitsrelevantes Maß zurückfahren‘.

  3. American Viewer Says:

    sondern um den illoyalen Umgang eines Verbündeten.
    da gibt es nichts zu beschönigen.

    Ich sehe die Illoyalität nicht. Illoyal wäre es gewesen, wenn die amerikanische Regierung versprochen hätte, dass man auf Spionage verzichtet. Das ist aber nicht der Fall. Im Gegenteil amerikanische Stellen haben immer wieder ehrlich klar gestellt, dass man nicht auf Spionage verzichten wird.

    Merkel sollte darauf achten, dass sie für ein bisschen Medien- und Wählershow nicht dauerhafte Schäden im Hintergrund anrichtet.

    Merkel ist leider bekannt dafür, dass sie für reale oder vermeintliche Wählergunst extrem folgenreiche Kehrtwenden hinlegt. Siehe Energiewende.

    • besucher Says:

      Man sollte schon ehrlich sein und sagen dass Interessen zählen und derjenige der kann der kann halt. Leider werden wir wohl nicht erleben dass die Deutschen in den USA erfolgreich spionieren. Die Gesichter der verschnupften Grand-Old-Party Members für den Fall würde ich gern sehen.

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