In Russlands oder Putins Interesse?

Hätte Schröders “lupenreiner Demokrat” nicht ständig künstliche Gegensätze zwischen dem Westen und Russland gezüchtet, wäre eine Entwicklung wie in der Ukraine nicht notwendig gewesen.

Wenn die Ukraine zur EU oder selbst zur Nato will, ist es ihr gutes Recht als souveräner Staat.

Warum sollte für ein demokratisches Land (oder ist Russland etwa keine Demokratie?) der Beitritt eines demokratischen Nachbarlandes zu einem Bündnis von demokratischen Staaten ein Problem sein?

An der Spitze der russischen Demokratie steht leider ein KGB-Mann, dessen Herz am sowjetischen Imperium und seinen undemokratischen Kreaturen wie Gaddafi oder Assad hängt.

Deswegen war auch schon der Sturz Gaddafis für Putin (und Augstein) ein furchtbarer Affront:

Haben Merkel und ihre Berater eigentlich vergessen, wie der Westen den Russen in der Libyen-Affäre mitgespielt hat? Damals hatte Präsident Medwedew eine Uno-Resolution passieren lassen, mit der eine Flugverbotszone eingerichtet wurde – und prompt marschierte die Nato in Libyen auf und leitete den Machtwechsel ein.

(Augstein im Spiegel)

Putin hat sich bei Assad durchgesetzt.

Resultat:

Putin durfte zwar seinen Satelliten behalten, die Welt hat jedoch einen neuen Taliban-Staat hinzubekommen, der sich mittlerweile schon über Ost-Syrien und West-Irak erstreckt.

Russland ist mit seinen sunnitischen Minderheiten im Kaukasus nicht gerade der Profiteur einer solchen Entwicklung, aber solange Putin nicht durch die Absetzung eines weiteren alten KGB-Genossen gekränkt wird, ist die antiimperialistische Welt noch in Ordnung.

Selbst das Schicksal von Hunderttausenden Russen, die heute in der Ost-Ukraine eingekesselt oder auf der Flucht sind, ist für Putin weniger wichtig als sein Pseudo-Imperium von Anti-Westlern.

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8 Antworten to “In Russlands oder Putins Interesse?”

  1. besucher Says:

    Das der Talibanstaat sich dort ausbreiten konnte haben wir aber auch den netten verbündeten Unterstützern aus Saudi-Arabien, Katar und den VAE zu verdanken. Wann werden die eigentlich mal sanktioniert? Irgendwie klammerst Du diesen Fakt immer aus.

    • aron2201sperber Says:

      wenn man den Kampf gegen das Assad-Regime den Dschihadisten und ihren Förderern überlasst, ist es scheinheilig sich über deren Erstarken zu beklagen:

      https://aron2201sperber.wordpress.com/2013/03/21/schlicht-verlogen/

      hätte man die Freie Syrische Armee entschieden gefördert, hätte man in Syrien ein Wörtchen mitzureden gehabt.

      aus lauter Angst die „Falschen“ zu fördern, hat man dafür gesorgt, dass hauptsächlich die Extremisten (deren Förderer keine Skrupel hatten) gefördert wurden

      im Übrigen hilft es in diesem Zusammenhang auch wenig auf die Saudische Regierung mit dem Finger zu zeigen:

      jene fürchtet die Dschihadisten wahrscheinlich am allermeisten – das Problem ist, dass es am Golf jede Menge Ölscheichs gibt, die noch wesentlich verrückter als ihre Regierungen sind.

    • aron2201sperber Says:

      das wird wohl auch nicht in dein Bild der Saudis passen:

      Ägypten und Saudi-Arabien wollen gemeinsam gegen die Radikalisierung des Islam vorgehen. Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi und König Abdullah hätten bei einem Treffen gestern vereinbart, zusammen die wahren und gemäßigten Werte des Islam ohne Extremismus und Terrorismus zu fördern, so Sisis Sprecher Ehab Badawi laut der ägyptischen Nachrichtenagentur MENA.

      http://orf.at/#/stories/2241372/

      • qwertzman Says:

        Aus gutem Grund: Die Islamisten wollen Revolution machen und den dekadenten Monarchen die Köpfe abschneiden … um danach in die direkt religiös bedingte Herrschaft zurückzufallen.

      • qwertzman Says:

        Wobei aber die Förderer der Islamisten, die Ölscheichs größtenteils keine wirkliche Lust auf eine ISIS-Theokratie haben werden, da sie vermutlich einen ähnlich dekadenten Lebensstil wie die Monarchen führen.

  2. peter Says:

    Was ist mit der dummen Strategeie der Amerikaner unter Bush jr.?
    SIe haben den früher von ihnen selbst unterstützten Diktator Hussein abgesetzt, das Land in noch schlimmere Zustände gestürzt als vorher und sich dann feige verpisst.
    Dieser Blog ist ein Witz und in meinen Augen in seinen Inhalten nur als Propagandarbeit plausibel.

    • aron2201sperber Says:

      Bush hat den Irak in einem relativ befriedeten Zustand an Obama übergeben – von “ feige verpissen“ kann bei Bush daher keine Rede sein.

      ISIS ist erst im Rahmen des syrischen Bürgerkriegs entstanden – und fällt damit wohl in die Obama-Ära.

    • qwertzman Says:

      ISIS hat Vorläufer aus der Vor-Obama-Ära und ein Bündnis mit den Naqshbandi, einer Gruppe aus Islamisten und Baathisten. Wie haben die denn so einfach zusammengefunden? Obamas Appeasement gegenüber Assad und sein „feiges verpissen“ aus dem Irak war ungewollt oder nicht eines gegenüber ISIS/Islamisten und Antiliberalen, wie den Baathisten.

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