Muss man Erdogan gratulieren?

Mit absoluter Mehrheit haben die Türken Premierminister Erdogan zum neuen Präsidenten gewählt. Auch künftig will er das Land nach seinen islamisch-konservativen Vorstellungen formen.

(Spiegel)

Wie auf Kommando wird der Islamist Erdogan in allen wichtigen deutschsprachigen Medien zum „Islamisch-Konservativen“ verharmlost.

Das AKP-Kopftuch mag zwar „gemäßigter“ als die Burka oder der Tschador sein – die Ideologie ist allerdings dieselbe.

Bemerkenswert sind auch die Reaktionen im Kommentarbereich:

objektive_betrachtung heute, 20:12 Uhr
Jeder muss den Willen des Volkes akzeptieren. Auch das ist Demokratie. In diesem Sinne, mein Glückwunsch.
3. In Ordnung
rosenrot367 heute, 20:19 Uhr
Wenn jeder zweite Wähler Erdogan wählt, dann ist an diesem Sieg nicht zu rütteln. Wenn 52% der Türken seinen Stil mögen – ist doch voll in Ordnung, dass sie einen Präsidenten Erdogan bekommen! Wir sollten nicht immer von unserem
4.
Mac_Beth heute, 20:22 Uhr
Sehe ich ähnlich. Man sollte die Meinung der Türken respektieren. Mir ist nur wichtig, dass wir unserem eigenen Wertesystem treu bleiben.

Während man in Europa einen permanenten „Kampf gegen Rechts“ führen zu müssen glaubt, ruft man dazu auf, die „demokratische Entscheidung“ der Türken zu respektieren.

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13 Antworten to “Muss man Erdogan gratulieren?”

  1. aron2201sperber Says:

    Insbesondere werden israelische und amerikanische Politiker, die rechts der Mitte stehen, stets als “Ultrarechte” betitelt, während arabische, iranische oder türkische Islamisten zu biederen “Konservativen” verniedlicht werden.

    Man will damit nicht nur die Islamisten verharmlosen, sondern auch europäische Konservative, die zwar nicht einmal nach den Maßstäben linker Journalisten “ultrarechts” sind, als politische Geistesverwandte der Anhänger eines totalitären Gottesstaates vorführen.

    https://aron2201sperber.wordpress.com/2013/01/22/ultrarechte-israelis-konservative-islamisten/

    • American Viewer Says:

      Insbesondere werden israelische und amerikanische Politiker, die rechts der Mitte stehen, stets als “Ultrarechte” betitelt, während arabische, iranische oder türkische Islamisten zu biederen “Konservativen” verniedlicht werden.

      Sehr treffend beobachtet. Selbst Libertäre wie Rand Paul sind in westlichen Medien gerne „Erzkonservative“.

      Hinzu kommt, dass amerikanische und europäische Politiker Erdogan aktiv dabei unterstützten, als es darum ging seine letzten Kontrolleure und Gegenspieler – Medien, Militär und Justiz – unter dem Deckmantel von „demokratischen Reformen“ und dem sagenumwobenen „EU-Beitritt“ aus dem Weg zu räumen. Selten war der Begriff „nützliche Idioten“ angebrachter.

  2. American Viewer Says:

    Eine ähnliche Entwicklung ließ und lässt sich in Ägypten beobachten, wo man den Eindruck bekommen musste, Obama bevorzuge Mursi gegenüber Sisi. Gleiches Spiel in Libyen.

    Und wenn es eng wird, zögert man so lange, bis es aussieht wie in Syrien oder im Irak. Wo es keine (Syrien) oder kaum noch (Irak) prowestliche Kräfte gibt.

  3. 50Pf Says:

    Ist mir eigentlich scheißegal ob die in der Türkei Wahlbetrug machen oder nicht.
    Als sich Merkel letztes Jahr wieder an die Macht geputscht hat habt Ihr Österreicher und anderen Europäer es auch „respektiert“, anstatt uns Deutschen zur Hilfe zu eilen.

  4. besucher Says:

    Wenn ein großer Teil der säkularen Opposition zu Hause bleibt dann muss man sich nicht wundern wenn man mit einem Diktatorenpräsidenten aufwacht.

    • aron2201sperber Says:

      dass die Türkei so geworden ist, lässt sich teilweise aus ihrer Geschichte erklären:

      https://aron2201sperber.wordpress.com/2013/02/04/sowjetische-strategie-der-spannung/

      die Destabilisierung des Landes von sowjetischer Seite, hatte immer wieder zu Militär-Putschs geführt.

      eine stabile Demokratie konnte sich in dem polarisierten Land kaum entwickeln, was die ideale Voraussetzung für „Starker Führer“-Politiker wie Erdogan oder Putin ist.

      • 50Pf Says:

        Ach, jetzt sind auf einmal wieder die Russen schuld?
        Das die Türkei, genau wie alle anderen Islamischen Länder, islamisch ist ist Dir noch nie aufgefallen? Moslem bleibt Moslem. Ob Türke oder Araber ist völlig egal.

      • besucher Says:

        ach Du hast anscheinend richtig Ahnung. Man kann wohl kaum die Sliwowitz-trinkenden Bosniaken mit diesen indonesischen Sufi-Bruderschaften (Abangan) und den Hardcore-Wahabiten vergleichen. Mach Dich da mal schlau!

      • 50Pf Says:

        Da muss ich mich nicht allzu schlau machen. Immerhin sind die „Sliwowitz-trinkenden Bosniaken“ von den „Hardcore-Wahabiten“ im Jugoslawienkrieg unterstützt worden.
        Aber genau dieses „Es gibt nicht einen Islam“ führt zu so viel Missverständnissen über den Mord und Totschlag im Namen dieser Religion Wer sich nicht vom Islam distanziert ist ein Moslem!

      • qwertzman Says:

        @besucher
        Abangan sind Sufis? Find ich nichts zu.
        Manche ISIS-Anhänger und Baathisten sind aber Sufis und umgekehrt sind manche Sufis ISIS-Anhänger und Baathisten .
        Nur weil beide, Abangan und Sufis Mystiker sind, sind sie nicht dasselbe.
        Die Abangan sehen die Scharia nicht als für sich verbindlich an. Weiterhin standen sie aus verschiedenen Gründen in Opposition zu den orthodoxen muslimischen Santri.

        Da da aber im Moment alle am abdrehen sind, kann ich mir Abangan-ISIS-Anhänger trotzdem vorstellen und würde mich über Links freuen. 🙂

        @50Pf
        Nicht alle Muslime sind Islamisten, bei den irakischen Kommunisten laufen muslimische Frauen rum (die eine trägt n Kopftuch) und trotzdem feiern sie den Sieg über ISIS: http://www.liveleak.com/view?i=6e6_1403018886#PCRrUYWxwb4dAuf0.01
        Schließlich sind auch nicht alle Christen Klerikalfaschisten, oder? 😉

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