Der Opferausbeuter braucht keine Beweise

Berlin – Zwei Monate nach dem Absturz des Fluges MH17 planen die Familien der deutschen Opfer, vor Gericht zu ziehen. Die Hinterbliebenen wollen den ukrainischen Staat in den kommenden zwei Wochen vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verklagen, sagte der Rechtsanwalt und Professor für Luftfahrtrecht, Elmar Giemulla, in der „Bild am Sonntag“. Als Vertreter von drei der vier deutschen Opferfamilien wolle er außerdem Schmerzensgeldforderungen von je mindestens einer Million Euro stellen.

(Spiegel)

Für eine Klage gegen Russland “fehlen noch die Beweise”, bei der Ukraine braucht der feine „Opfer-Anwalt“ keine, da sie für ihren Luftraum verantwortlich sei und sich daher auf jeden Fall der „Unterlassung“ schuldig gemacht habe.

Nach derselben Logik müsste man den Staat auch verklagen können, wenn ein Raser auf der Autobahn einen Unfall verursacht hat, da der Staat die Kontrolle über die Autobahnen hat (wenn nicht müsste er sie sofort zusperren).

Würde sich so eine Rechtssprechung durchsetzen, könnte man den Staat für praktisch jedes Verbrechen und ebenso für jeden Unfall verklagen.

Aufgrund der traditionell pervertierten Rechtssprechung des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte rechnet sich der Anwalt wohl dort die besten Chancen aus, obwohl die Klage natürlich nicht das Geringste mit Menschenrechten zu tun hat.

Das Ganze erinnert mich wieder einmal sehr an Ustica.

In Italien wurde der eigene Staat zu Milliardenzahlungen verurteilt, weil er einen angeblichen Luftkampf nicht verhindert hätte.

Beweise für den angeblichen Luftkampf wurden natürlich nie geliefert, obwohl man jahrzehntelang nach ihnen gesucht hatte, während man gegen die Generäle der eigenen Luftwaffe erfolglos prozessiert hatte.

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6 Antworten to “Der Opferausbeuter braucht keine Beweise”

  1. aron2201sperber Says:

    Tatsächlich hatte er sich auch schon als Rammstein-Opferanwalt von den italienischen Verschwörungstheoretikern inspirieren lassen:

    Vereinzelt wurde ein Zusammenhang des Unglücks mit dem bis heute nicht vollständig aufgeklärten Abschuss eines italienischen Verkehrsflugzeugs bei der italienischen Insel Ustica im Jahr 1980 vermutet[13] (siehe: Itavia-Flug 870). Dies beruht darauf, dass zwei der drei in Ramstein gestorbenen Piloten eine wichtige Rolle in dem Ustica-Komplex spielten und eine Woche nach der Flugschau vor einem italienischen Untersuchungsausschuss hätten aussagen sollen. Zudem gab es bereits in den Jahren zuvor eine starke Häufung unnatürlicher Todesfälle unter Militärangehörigen im Umfeld des Ustica-Absturzes (siehe: Todesfälle im Umfeld des Absturzes in Itavia-Flug 870).[13]

    Ein entsprechender Verdacht wurde von dem Luftverkehrsrechts-Experten Elmar Giemulla geäußert, der als Rechtsanwalt von Ramstein-Opfern auftrat.[13]

    Laut Giemulla besteht der Verdacht, dass „die Toten und Verletzten von Ramstein Opfer einer Militär-Verschwörung wurden.“[10]

    http://de.wikipedia.org/wiki/Flugtagungl%C3%BCck_von_Ramstein

  2. 50Pf Says:

    :-X

  3. Carsten Says:

    Nach derselben Logik müsste man den Staat auch verklagen können, wenn ein Raser auf der Autobahn einen Unfall verursacht hat, da der Staat die Kontrolle über die Autobahnen hat (wenn nicht müsste er sie sofort zusperren).

    Wenn in Deutscshland Terroristen mit halbwegs modernen Luftabwehrraketen in der Gegend rumfahren, würde ich vom deutschen Staat allerdings auch erarten, dass der Luftraum darüber gesperrt wird, auch ween auf den Autobahn fröhlich gerast wird. Irgendwie hinkt der Vergleich.

    • aron2201sperber Says:

      es war bekannt, dass die Rebellen zu jener Zeit ukrainische Militär-Flugzeuge abschossen.

      man rechnete trotzdem nicht damit, dass sie tatsächlich auch ein fremdes Passagierflugzeug treffen würden.

      so wie auch niemand vor 9/11 damit gerechnet hat, was passieren würde.

      im Nachhinein ist man immer klüger.

      die Ukraine, die selbst das Opfer der Rebellen ist, für ihr Treiben verantwortlich zu machen, ist absurd.

      dann müsste man Putin auch dafür verklagen, dass er es „unterlassen“ hat, die Terroranschläge der Tschetschenen zu verhindern, soweit sie auf russischem Staatsgebiet stattfanden.

      • Carsten Says:

        Ich hätte auch vermutet, dass eher die Fluglinie verklagt wird, als der ukrainische Staat, denn sie hat durch die Wahl der Route über Kriegsgebiet die Passagiere in Gefahr gebracht.
        Diese haben schliesslich einen Anspruch auf die Wahl einer relativ sicheren Flugroute.
        Wenn sich diese allerdings durch das Ok der Regierung der Haftung entledigen kann, so trägt natürlich diese eine Teilverantwortung.

        man rechnete trotzdem nicht damit, dass sie tatsächlich auch ein fremdes Passagierflugzeug treffen würden. so wie auch niemand vor 9/11 damit gerechnet hat, was passieren würde.

        Die Frage ist, ob diese Rechnung schon fahrlässig war. Die Situation unterscheidet sich im Vergleich zu 9/11 „nur“ um einen Bürgerkrieg und schwerem militärischem Gerät statt Teppichmessern, insofern kann ich den Vergleich wieder nicht nachvollziehen.

        die Ukraine, die selbst das Opfer der Rebellen ist, für ihr Treiben verantwortlich zu machen, ist absurd.

        Bei einem solchen Schadensersatzprozess wird in Beklagte nicht nach maximaler Verantwortung ausgewählt, sondern danach ob er genügend Geld hat und Ihm irgendetwas nachweisbar ist.
        Beim wirklichen Täter ist schon zweifelhaft, ob man ihn findet. Geld wird derjenige aber eher nicht haben.
        Ausser wenn es sich nachweisen lässt, dass die Geschütze und/oder das Personal aus Russland kommen. Da wird aber die Nachweisbarkeit eher schwierig.

        dann müsste man Putin auch dafür verklagen, dass er es “unterlassen” hat, die Terroranschläge der Tschetschenen zu verhindern, soweit sie auf russischem Staatsgebiet stattfanden.

        Wieder ein hinkender Vergleich. Putin ist wahrscheinlich nicht nachweisbar, dass er die Gefahr für die Opfer leicht hätte abwenden können. Sowohl die Fluglinie als auch die Ukraine selber häten es gekonnt. Unterlassen erfordert eine gewollt passive Handlung, nicht eine passive Handlung aufgrund fehlender Handlungsmöglichektien zur Abwendung einer Gefahresituation.

      • aron2201sperber Says:

        die Familien sind auch wohl kaum selbst auf die Idee gekommen, die Ukraine zu klagen.

        ich wette, dass nicht die Familien den Anwalt gesucht haben, sondern umgekehrt.

        die Angehörigen sind klarerweise in einer Ausnahmesituation, in der man sie leicht manipulieren und für eigene Zwecke einspannen kann:

        https://aron2201sperber.wordpress.com/2014/03/25/ausbeutung-der-opferangehorigen/

        sei es für Propaganda oder einfach die eigene Geltungssucht oder auch einfach nur um Geld zu verdienen.

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