Eine Welt ohne Sheriff

Subjektiv befand sich die Welt in der Bush-Ära im Kriegs-Chaos.

Objektiv war es jedoch eine Ära der Stabilität, was man nicht zuletzt an den rückläufigen Flüchtlingsströmen nach Europa messen konnte:

http://de.statista.com/statistik/daten/studie/76095/umfrage/asylantraege-insgesamt-in-deutschland-seit-1995/

In Österreich waren die Asylzahlen zu Beginn seiner Präsidentschaft zwar sehr hoch.

Dies lag jedoch am Krieg in Tschetschenien und der Taliban-Herrschaft in Afghanistan.

Ab 2003 waren die Zahlen stets rückläufig. Nicht einmal die blutigeren Jahre im Irak führten zu einer Trendumkehr.

Die ach so friedliche Clinton-Ära war von einem jahrelangen Konflikt am Balkan geprägt, bei dem Hunderttausende Muslime nach Mitteleuropa flüchteten.

Die mangelnde Bereitschaft Clintons und Europas, eine schnelle Lösung durchzusetzen, führte dazu, dass einerseits Dschihadisten nach Europa einsickern konnten (und sich dort auch dauerhaft festsetzten), andererseits musste man letztlich trotzdem für die “armen Muslime” in den post-jugoslawischen Bürgerkrieg eingreifen.

Am Ende waren alle böse:

Die Russen, weil man ihre Serben um den Sieg betrogen hatte.

Die Muslime, weil man erst so spät eingegriffen hatte.

Obama übernahm von Bush zwar Irak und Afghanistan.

Ein 9/11 – nicht einmal ein Jahr nach Beginn seiner Amtszeit – musste Obama nicht stemmen.

Am Ende der Bush-Ära waren die Flüchtlingsströme nach Europa so niedrig wie schon lange nicht, am Ende der Obama-Ära sind sie so hoch wie schon lange nicht.

Europa hat sich eine Welt ohne Sheriff gewünscht – eine Alternative zu ihm hat man jedoch nach wie vor nicht.

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Eine Antwort to “Eine Welt ohne Sheriff”

  1. aron2201sperber Says:

    Das eine Problem ist die illegale Zuwanderung – diese könnte durch ernsthaften Grenzschutz und Abschaffung der nationalen Asylsysteme eingedämmt werden:

    https://aron2201sperber.wordpress.com/2014/05/17/das-sterben-im-mittelmeer-beenden-2/

    Das andere Problem ist die Aufnahme von Flüchtlingen aus Krisenregionen.

    Wäre das Problem der ungeregelten Zuwanderung gelöst, wäre es legitim, Flüchtlinge direkt aus Krisenregionen aufzunehmen, von denen man wüsste, dass es echte Vertriebene wären.

    Natürlich müsste dies nach einem gerechten Schlüssel geschehen.

    was nicht nur für die einzelnen EU-Länder gelten müsste, sondern insbesondere im Verhältnis zu den reichen Golfstaaten:

    https://aron2201sperber.wordpress.com/2012/12/26/asyl-in-europa-statt-arbeit-am-golf/

    Es ist nicht einzusehen, warum sich Länder, die arabisch und muslimisch sind, und sogar Arbeitskräfte importieren müssen, bei der Bewältigung der IS-Flüchtlingskrise heraushalten dürfen.

    Am besten wäre es natürlich, wenn es gar nicht erst zu Vertreibungen kommen würde.

    Dafür wäre jedoch ein Sheriff notwendig, der in Syrien und im Irak für Ordnung sorgt.

    Als die USA von 2007 bis 2008 die Dschihadisten im Irak bekämpfen musste, lehnten sich Russen, Syrer, Iraner, Golfstaaten erfreut zurück, weil sie mit dem Finger auf den dummen Sheriff zeigen konnten.

    Tatsächlich tragen diese Länder jedoch durch den Dschihadismus sogar ein noch größeres Risiko als wir Europäer.

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