Gottesstaat muss mit Satan kooperieren

„Die Schadenfreude der Hardliner bei einem Scheitern wäre grenzenlos“, sagt ein Politologe in Teheran. Seiner Einschätzung nach wäre ein Scheitern im Atomstreit „der Anfang vom Ende der gesamten Reformwelle“. Besonders Rouhanis Versöhnungskurs mit dem Westen, auch mit dem Erzfeind USA, wäre dann endgültig gescheitert. Im Gegenzug wäre Israels Standpunkt, dass Diplomatie mit dem Iran keinen Sinn habe, endgültig bestätigt, so der Politologe.

(ORF)

Wie üblich wird der Bedrohte zum Aggressor gemacht: Nicht die Mullahs würden Israel aus ideologischen Gründen vernichten wollen, sondern Israel hätte aus ideologischen Gründen gar kein Interesse an einem “gemäßigten Iran”.

Ein demokratischer Iran wäre zwar tatsächlich wünschenswert – insbesondere für die Iraner.

Gerade Israel würde jedoch jedes iranische Regime, das bereit wäre, in Frieden mit Israel zu leben, akzeptieren.

„Das wäre für uns dann die schlechteste Option“, sagt der westliche Diplomat. Dann würde es neben der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Nachbarland Irak „gleich um die Ecke eine Hardliner-Regierung geben“. Besonders im Kampf gegen den IS könnte Teheran in der jetzigen politischen Konstellation ein nützlicher Verbündeter sein. Dessen sind sich auch die Republikaner in den USA bewusst, so der Diplomat.

Tatsächlich handelt es sich beim iranischen Gottesstaat um ein Hardliner-Regime, auch wenn man der Welt die Rouhani-Regierung gerade als ein etwas zivilisierteres Aushängeschild präsentiert.

In seiner jugendlichen Sturm und Drang-Phase ist jedoch der neue sunnitische Gottesstaat, der aus dem syrischen Bürgerkrieg hervorgegangen ist, für den in die Jahre gekommenen schiitischen Gottesstaat eine unmittelbare Bedrohung.

Dem iranischen Gottesstaat wird daher so oder so gar nichts anderes übrig bleiben, als bei der Eindämmung des sunnitischen Gottesstaates mit seinen satanischen Erzfeinden zu kooperieren.

Daher ist es gerade jetzt völlig unnötig, dem iranischen Gottesstaat zu den Mitteln zu verhelfen, mit denen er seine Allmachts-Phantasien in die Realität umsetzen könnte.

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