Elsässers Erweckungserlebnis

Das Thema Zuwanderung. Man kann dafür oder dagegen sein, aber man sollte einen Hintergrund nie aus den Augen lassen: Die Amerikaner führen Rohstoffkriege, und die hinterlassen natürlich Spuren, in Afrika, im Nahen Osten, wo auch immer. Diese Schneisen der Verwüstung lösen Flüchtlingsströme aus. Wir schicken Organisationen wie Cap Anamur hin und nehmen die Opfer der amerikanischen Kriege in Massen auf, in ganz Europa: Denen geht es ja so schlecht! Warum geht es denen so schlecht?

Weil die Amerikaner unbedingt dort eine ihrer vielen Revolutionen anzetteln wollten.

(Ulfkotte bei Elsässer)

Dabei war es gerade Jürgen Elsässer, der die arabische Revolution bejubelt hatte (zumindest solange sie sich gegen Verbündete des Westens gerichtet hatte):

Hoch lebe die arabische Revolution

Obama ist genau der schwache amerikanische Präsident, den sich Elsässer und andere Amerika-Hasser gewünscht hatten.

Elässer bezeichnete 9/11 als sein antiamerikanisches Erweckungserlebnis (davor sei er nach eigener Einschätzung ein Mainstream-Linker gewesen).

Ein derartig irrationaler Hass wird durch amerikanische Schwäche natürlich nicht besänftig, sondern sie macht „Appetit auf mehr„.

Putin konnte in Syrien seinen Willen durchsetzen und seinen Bastard Assad an der Macht halten.

Unter Linken wie Elässer und Rechten wie Ulfkotte wird Putin als das neue Vorbild gefeiert, der sich über die Mühen von Demokratie und EU hinwegsetzen könne.

Putins ökonomisches Erfolgsmodell beruht allerdings lediglich auf einem hohen Ölpreis. Ebenso gut könnte man sich auch Länder wie Katar oder Saudi-Arabien zum Vorbild nehmen.

Und es sind Putins geopolitische Erfolge gegen den Westen, die dazu geführt haben, dass Syrien in ein Bürgerkrieg-Chaos versunken ist, das auch auf den Irak übergeschwappt ist, und zur Etablierung eines neuen Taliban-Staates geführt hat.

Subjektiv war die Welt unter Bush im Kriegs-Chaos (laut Elsässer und Ulkotte nur um sich die Rohstoffe zu holen und natürlich nicht um einen miesen Diktator und notorischen Aggressor wie Saddam oder die Taliban-Barbaren abzusetzen).

Objektiv waren die Asylzahlen 2008 am Ende der Bush-Ära jedoch so niedrig wie nie:

http://de.statista.com/statistik/daten/studie/76095/umfrage/asylantraege-insgesamt-in-deutschland-seit-1995/

Um den islamischen Extremismus, der von Nigeria bis nach Indonesien zu Krieg, Terror und Vertreibung führt, in die Schranken zu weisen, sind narzisstische Zaren und Sultane wenig hilfreich. Europa müsste stattdessen selbst Verantwortung übernehmen oder zumindest bei den nächsten US-Wahlen auf einen neuen Sheriff hoffen.

Im Übrigen müssten Putin, Erdogan und die Golfstaaten auch bei der Aufnahme von Flüchtlingen in die Pflicht genommen werden.

Russland und Katar können sich die Austragung der Fussball-WM leisten, sollen sie gefälligst auch einmal bei humanitären Krisen Verantwortung übernehmen.

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2 Antworten to “Elsässers Erweckungserlebnis”

  1. Tourix Says:

    Ulfkotte schreibt bei Elsässer ?

    Das hätte ich eigentlich nicht erwartet.

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