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Augsteins Intoleranz

Dezember 19, 2014

Märsche der Anti-Islamisten: Null Toleranz für Pegida

In Dresden waren es schon 15.000!

In ganz Deutschland wächst der Protest. Medien und Politik reagieren: Sie wollen „verstehen“ und „erklären“. Das ist ein Fehler. Erstens ist Rassismus kein Problem der Erkenntnis, sondern eines der Moral.

Thierse und Gabriel sind aufrechte Demokraten. Aber sie irren. Die Politik sollte den Teufel tun und die Debatte mit Idioten und Rassisten suchen. Denn ein Idiot oder ein Rassist ist jeder, der an einer Demonstration gegen die „Islamisierung des Abendlandes“ teilnimmt.

(Augstein)

Von den 15.000 Demonstranten haben wahrscheinlich um die 20 % extremistisches Gedankengut, von denen wiederum vielleicht 2 % akut gewaltbereit sein könnten.

Der Prozentsatz bei Pegida dürfte also in etwa jenem der gewaltbereiten Extremisten unter der muslimischen Bevölkerung Deutschlands entsprechen.

Würde jemand Null Toleranz gegen alle Muslime einfordern, weil ein kleiner Teil extremistisch und ein noch kleinerer Teil gewaltbereit ist, würde man ihn wohl zu Recht als Rassisten brandmarken.

In einem klassischen Zirkelschluss verweist Augstein auf einen (bereits auf der Achse des Guten zerlegten) „Fakten-Check“ des Spiegels zum angeblich nicht stattfindenden Anstieg der muslimischen Bevölkerung in Deutschland:

Der Sachverhalt lässt sich ja schnell klären. Wie hoch ist der Anteil von Muslimen in Deutschland heute? Fünf Prozent. Wie hoch wird er nach seriösen Schätzungen im Jahr 2050 liegen? Bei sieben Prozent. Die „Islamisierung“ fällt also aus. Hat sich Pegida damit erledigt? Nein. Denn darum geht es in Wahrheit gar nicht.

Wo es gar keine Muslime gibt, braucht man sich natürlich auch nicht vor Islamismus zu sorgen.

Als es jedoch darum ging, die „Krise des weißen Mannes“ zu feiern, hatte Augstein noch andere Ansichten zur demografischen Zukunft Deutschlands.

Den Muslimen die Schuld am Anti-Islamismus in die Schuhe zu schieben, ist ebenso perfide, wie die Juden für den Antisemitismus verantwortlich zu machen. Die verfehlte Siedlungspolitik Israels hat mit dem Antisemitismus ebenso wenig zu tun wie die Verbrechen des „Islamischen Staates“ mit dem Anti-Islamismus.

Juden für den Antisemitismus in Deutschland verantwortlich zu machen, ist tatsächlich genau Augsteins Spezialität.

Anti-Islamismus lässt sich jedoch nicht mit Antisemitismus vergleichen, zumal Semitismus keine Ideologie und Islamismus keine Rasse ist.