Schlepper und Geschleppte

450 Flüchtlinge trieben stundenlang auf einem Frachter ohne Besatzung über das Mittelmeer. Die EU-Grenzschutzagentur Frontex befürchtet, dass solche Geisterschiffe häufiger auftauchen. Das Vorgehen der Schleuserbanden sei zunehmend grausam.

Schon immer seien die internationalen Schleuserbanden rücksichtslos und menschenverachtend gewesen und hätten den Tod von Flüchtlingen auf Booten von Afrika nach Europa in Kauf genommen.

Besonders kritisierte sie auch das damit verbundene „Multimillionengeschäft“. Aus jedem Flüchtling würden „mehrere tausend Euro oder Dollar für den Transport auf See gepresst.

(Spiegel)

Zur Schlepperei gehören immer Schlepper und Geschleppte.

Die Schlepper befriedigen lediglich eine Nachfrage der Geschleppten.

Während über die Geschleppten nichts Böses kommen darf, kann man die Schlepper großspurig moralisch verurteilen.

Zutiefst schuldig sind jedoch nicht nur die Schlepper, sondern vor allem die Europäer, welche die illegalen Migranten nicht ungehindert einreisen ließen:

Die Europäer reagieren mit Gleichgültigkeit auf das Massensterben an ihren Grenzen. Vielleicht lässt sich das Unheil dort auch nicht anders ertragen. Denn um die Toten zu trauern, würde bedeuten, sich eine unschöne Wahrheit einzugestehen: Die Menschen, die im Mittelmeer ertrinken oder am Grenzzaun von Melilla verbluten, sind unsere Toten. Unsere Politik ist für ihr Sterben mitverantwortlich.

(Spiegel)

Dass die Europäer mit ihrer Asylpolitik schuld am „Sterben im Mittelmeer“ sind, ist zwar richtig.

Allerdings sind nicht die Zäune oder das Meer schuld, sondern der Anreiz, die illegale Einreise nachträglich durch einen Asylantrag zu legalisieren und bis zum Abschluss des Verfahrens (und meistens auch darüber hinaus) in der EU bleiben zu können.

Würde man die Bootsflüchtlinge in die Transitländer, aus denen sie in See gestochen sind, umgehend zurückschicken, würde sich die Überfahrt nicht mehr auszahlen und das „Sterben im Mittelmeer“ bald wieder aufhören.

Die EU sollte tatsächlich mehr Flüchtlinge aus Krisenregionen aufnehmen.

Solange Europa jedoch weiter mit illegalen Migranten überschwemmt wird, ist so eine berechtigte Forderung politisch leider kaum durchsetzbar.

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8 Antworten to “Schlepper und Geschleppte”

  1. Paul Says:

    Lieber Aron, Gratulation.
    Du bist ein Rufer in der Wüste, dessen Stimme aber wegen „Sandsturm“ nicht gehört wird. Oder was hat unsere Kanzlerin gesagt, was Leute wie Du sind?
    Jedenfalls sollte ich mich von Dir fern halten? 🙂

    Herzlich, Paul, der vom lauten Rufen schon ganz heiser ist. 😦

  2. American Viewer Says:

    Man könnte auch sagen: Bei kaum einem anderen Thema wird so viel gelogen wie beim Thema Asyl und Migration. Da könnte man 100 Artikel drüber schreiben. Ich hätte etliche Beispiele.

    Man könnte die Asylpolitik seit 1945 auch so zusammenfassen:
    Der Hahn kräht auf dem Mist und alles bleibt wie es ist.

    Hinzu kommt: Es gibt ein paar Stimmen, die behaupten die Art der Regulierung spiele keine wesentliche Rolle. Migration hinge von anderen Dingen ab und bahne sich so oder so ihren Weg, ziemlich unabhängig von der Bürokratie. – Was aus (meiner) rechtsliberalen Sicht heraus nicht das Schlimmste wäre.

    • aron2201sperber Says:

      wahrscheinlich würde es auch ohne Asylwesen ungewünschte Migration geben (siehe USA) das europäische Asylwesen in Verbindung mit der erhöhten Mobilität, der Nähe zu Afrika und Asien und dem Bereitstehen von Sozialleistungen in Zentral- und Nordeuropa ergibt eine fatale Kombination.

      allerdings haben sich alle gut eingerichtet.

      selbst von den Rechten werden immer nur Einzelfälle bzw. Aspekte angeprangert, aber nicht das System in Frage gestellt.

      das System fördert nämlich nicht nur ungeregelte Zuwanderung, sondern garantiert Strache & Co. Stimmengewinne.

      • American Viewer Says:

        selbst von den Rechten werden immer nur Einzelfälle bzw. Aspekte angeprangert, aber nicht das System in Frage gestellt.

        Die deutsche Demokratie ist dysfunktional. Es ist normal, dass eine Bewegung wie PEGIDA von der linken Seite einer Demokratie zerrissen wird. Gleichzeitig aber würde so eine Bewegung in einer funktionierenden Demokratie von der rechten Seite auf irgendeine Art und Weise integriert werden, so wie man in Amerika auf der rechten Seite versucht die Tea-Party-Bewegung irgendwie unterzubringen. So etwas geht in DL nicht. Wenn in DL irgendeine Bewegung hochkommt, die im Verdacht steht rechtsdemokratische Ansichten zu vertreten, wird aus vollen Rohren geschossen – sowohl von der linken Seite als auch von Parteien wie der CDU, die angeblich das rechte Spektrum abbilden wollen, was sie augenscheinlich nicht tun.

        So kommt man zu dem asymmetrischen Zustand, das in DL einwanderungsfreundliche Positionen von ganzen fünf der fünf vertretenen Parteien im Bundestag vertreten werden, während einwanderungskritische Positionen als unmoralisch, undemokratisch und illegal gebrandmarkt werden.

        Und so ist es bekanntlich bei vielen Themen.

      • aron2201sperber Says:

        So kommt man zu dem asymmetrischen Zustand, das in DL einwanderungsfreundliche Positionen von ganzen fünf der fünf vertretenen Parteien im Bundestag vertreten werden, während einwanderungskritische Positionen als unmoralisch, undemokratisch und illegal gebrandmarkt werden.

        Genau!

        auch beim Thema Atomkraft und Klimawandel glauben alle Parteien grüner als die Grünen sein zu müssen

  3. Olaf Says:

    Die Tagesschau ist wie ein Hollywood-Film, da gibt es ständig Geisterschiffe, die plötzlich auftauchen, keiner weiß woher, aus welchem Hafen, wo ist das Schiff gemeldet, wer ist an Bord. Und die deutschen Städte liegen plötzlich am Mittelmeer, die Boote landen an in München und Berlin, und die Flüchtlinge gehen mit ihrem Smartphone spielend von Bord.

  4. Der bekiffte Kapitän Mohammed | Aron Sperber Says:

    […] Zur Schlepperei gehören immer Schlepper und Geschleppte. […]

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