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Migranten und Flagellanten

Februar 11, 2015

Wie lange soll das Sterben an den EU-Außengrenzen noch weitergehen? Wie viele Menschen müssen auf der Flucht nach Europa ums Leben kommen, bis sich an der europäischen Grenzpolitik etwas ändert?

(Spiegel)

Würde Europa der Aufforderung zur Selbstgeißelung bzw. Grenzöffnung tatsächlich nachkommen, würde der europäische Wohlfahrtsstaat binnen weniger Monate zusammenbrechen.

Sündhafte Grenzpolitik wäre dann tatsächlich nicht mehr notwendig, da der europäische Wohlstand sich sehr rasch ans afrikanische Niveau anpassen würde. Nur wegen unserer Kultur oder dem angenehm kühlen Wetter würden selbst bei offenen Grenzen wohl nicht mehr die großen Massen aus dem Süden anreisen.

Italiens Marine patrouillierte weit über die italienische Seegrenze hinaus und rettete so Zehntausende Flüchtlinge vor dem Ertrinken.

Und was tat die EU? Sie ließ Italien alleine für die Kosten aufkommen.

Italiens linke Regierung ließ zwar politisch korrekt alle Boote auffischen. Für die (wesentlich teurere) Versorgung der selbstlos Geretteten durften dann trotzdem die herzlosen nördlichen Wohlfahrtsstaaten aufkommen.

Am „Sterben im Mittelmeer“ sind nicht die Zäune oder das Meer schuld, sondern der Anreiz, die illegale Einreise nachträglich durch einen Asylantrag zu legalisieren und bis zum Abschluss des Verfahrens (und meistens auch darüber hinaus) in einem europäischen Wohlfahrtsstaat zu bleiben.

Würde man die Bootsflüchtlinge in die Transitländer, aus denen sie in See gestochen sind, umgehend zurückschicken, würde sich die Überfahrt nicht mehr auszahlen und das „Sterben im Mittelmeer“ wäre rasch beendet.

Die EU sollte tatsächlich mehr Flüchtlinge aus Krisenregionen aufnehmen.

Solange Europa jedoch weiter mit illegalen Migranten überschwemmt wird, ist so eine berechtigte Forderung politisch leider kaum durchsetzbar.

Wäre das Problem der ungeregelten Zuwanderung gelöst, wäre es politisch leichter durchsetzbar, Flüchtlinge direkt aus Krisenregionen aufzunehmen, von denen man mit Sicherheit wüsste, dass es sich um echte Vertriebene handelt.

Natürlich müsste dies nach einem gerechten Schlüssel geschehen.

Was jedoch nicht nur für die einzelnen EU-Länder gelten müsste, sondern insbesondere im Verhältnis zu den reichen Golfstaaten.

Es ist nicht einzusehen, warum sich wohlhabende Länder, die arabisch und muslimisch sind und sogar Arbeitskräfte importieren müssen, bei der Bewältigung der IS-Flüchtlingskrise heraushalten dürfen.