Mit der russischen Lüge leben

Die Lüge ist in Russland zu einem traditionellen Wert geworden, ohne den der Staat nicht existieren kann. Das Fernsehen konstruierte im vergangenen Jahr eine parallele Welt, in der in der Ukraine Faschisten an die Macht gekommen sind, ein russisches Kind von der ukrainischen Armee gekreuzigt und die Malaysia-Airlines-Maschine mit der Flugnummer MH17 von einem ukrainischen Flieger abgeschossen wurde.

Seit dem Zerfall der Sowjetunion sucht Russland nach der eigenen Identität und setzt sie eklektisch aus Elementen zusammen, die einander eigentlich widersprechen. Damit die Zukunft wie eine Reinkarnation der mythischen glorreichen Vergangenheit wirkt.

Die verfälschte Sowjetunion und das verfälschte Zarenrussland existieren nebeneinander in diesem absurden postmodernen Stück. Doch die Folgen dieser Identitätssuche sind real und schrecklich. Denn Waffen existieren nicht nur in Propagandavideos. Aus ihnen schießt man nicht nur in den immer populärer werdenden „militärisch-patriotischen Klubs“ scharf. Sie töten wirklich. Der Anführer der Separatisten in der Ostukraine, Igor Strelkow, hatte ein Hobby – er rekonstruierte gerne historische Schlachten. Nun begann seine Einheit einen realen Krieg.

(Die Welt)

Putins widersprüchliche Lügen kommen jedoch nicht nur in Russland bei Rechtsaußen und Linksaußen gut an.

Die Begeisterung von Rechtsaußen ist einerseits nachvollziehbar, da Putin alle Eigenschaften eines rechten Führers aufweist.

Andererseits ist es angesichts der deutschen Geschichte trotzdem bizarr, dass ausgerechnet deutsche Rechte sich einen Putin als neues Idol erwählt haben: Erst wollte man sich von Hitler vor dem Kommunismus beschützen lassen. Nun wirft man sich einem KGB-Agenten, der den Zerfall des Ostblocks als „größte geopolitische Katastrophe des 20. Jahrhunderts“ bezeichnet hatte, an den Hals.

Die EU mag ihre Schwächen haben. Die ökonomischen Probleme Europas lassen sich jedoch nicht durch Putinismus lösen.

Ebenso gut könnte man die Errichtung eines Öl-Emirates fordern. Das ökonomische Erfolgsgeheimnis ist nämlich das gleiche.

Dass Linksaußen immer noch viel Verständnis für Putin hat, obwohl sich die EU in die gewünschte sozialistische Richtung entwickelt, während Putin sich mit Europas Rechtsaußen verbrüdert, hat sentimentale Gründe.

Für das Weiterführen des Kalten Krieges, den man beim Zusammenbruch des Ostblocks schon verloren geglaubt hatte, ist man Putin dankbar, auch wenn man darüber Besorgnis heuchelt:

Selten hat Angela Merkel sich so verschätzt wie in dieser Krise. Weder Russen noch Amerikaner sind bereit, von der Ukraine zu lassen – und auch die mächtigste Frau Europas kann daran nichts ändern. Was ist aus der Ukraine geworden? Eine Beute der Großmächte. Amerikaner und Russen zerren an dem Land an der Grenze zwischen Ost und West. Sie zerren, bis das Land darüber zerreißt.

(Augstein)

Trotz des linken Obamas und des rechten Putins bleibt die USA eindeutig der Hauptfeind:

Da haben die Deutschen die Rechnung ohne die USA gemacht. Amerika hatte nie vor, die Ukraine in der Blockfreiheit zu belassen.

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20 Antworten to “Mit der russischen Lüge leben”

  1. Theophil Says:

    Anfangs fand ich dein Putin-Bashing ja noch ganz amüsant, doch es wird Zeit aufzuwachen. Die Russen waren ökonomisch auf den strukturellen Angriff vor allem auf ihr Finanzsystem vorbereitet, es gab trotz des enormen Kursabfall des Rubels keine bemerkenswerte Welle von Unternehmenpleiten, oder Betriebsschließungen. Kürzlich sah ich eine Reportage im Ersten, da wurde die Situation der Putinanhänger versucht darzustellen, den Einzig wirklich negativen Effekt, den der Kursverfall des Rubels, in dieser Sendung auszumachen schien, waren ein paar hässliche Folgen für Verbraucher die sich des Wohneigentums Willen eines Fremdwährungskredites bedienten.
    Mal ehrlich, wenn es das ist was die EU und die USA zusammen zu Stande bringen, dann kann sich Putin in der Tat kaputt lachen. Das Erste hätte sicherlich mit Freuden dargestellt wie sich vor russischen Arbeitsämtern, Schlangen von Arbeitslosen und zukünftigen Hungerleidern sammeln. Doch fand es diese nicht.
    Das und viele Recherchen zeigen mir dass die Russen nicht blindlings in einen neuen kalten Krieg taumeln, das Gegenteil ist wohl eher der Fall. Die USA nahmen an die Russen, effektiv zu stören, wenn man die Ukraine vor deren Haustür in ein dampfenden Sch***haufen a la Afgahnistan oder Somalia verwandelt, ein kleines bis mittelgroßes Problem was die Russen im besten Falle in einen Krieg zieht, oder sie im schlechtesten Falle wenigstens in ihrer Entwicklung hemmt. Letzter Fall ist eingetretten, jedoch ist die russische Wirtschaft viel widerstandsfähiger als angenommen, Putin sitzt derzeit fester im Sattel als vorher, und in Summe hat man das Gegenteil von dem erreicht, was zu erreichen erhofft wurde, und zwar Putin demontieren.

    An der Stelle nützt es einfach nicht, weiter über Russland zu diskuttieren, Du und Ich kennen es nicht gut genug, um Überhaupt ein vorläufiges Urteil darüber zu bilden.
    Fakt ist das die Mediendarstellung des Systems Putin in Russland unseren Medien minderwertiger Trash sind, daraus ist nichts sinnvolles zu entnehmen, es werden nur Meinungen von Menschen wiedergegeben die ihn menschlich wohl verabscheuen.
    Ich gebe zu auch dazu zu gehören, aber mittlerweile muss ich das wohl einfach erkennen, dass diese Abneigung nur nicht vorhandene Sympathie ist, der muss schließlich den Russen und nicht mir gefallen.

    • aron2201sperber Says:

      Die USA nahmen an die Russen, effektiv zu stören, wenn man die Ukraine vor deren Haustür in ein dampfenden Sch***haufen a la Afgahnistan oder Somalia verwandelt, ein kleines bis mittelgroßes Problem was die Russen im besten Falle in einen Krieg zieht, oder sie im schlechtesten Falle wenigstens in ihrer Entwicklung hemmt.

      was für ein absurde Unterstellung.

      es war Putin, der die Souveränität seines Nachbarlandes nicht akzeptierte und wegen der Hinwendung zu Europa dort einen Krieg entfachte.

    • aron2201sperber Says:

      die Behauptung, dass Amerika unbedingt Krieg mit Putin wolle, ist angesichts Obamas realer Politik geradezu grotesk:

      https://aron2201sperber.wordpress.com/2014/10/26/putins-suspektes-publikum/

      vielmehr ist es so, dass Obamas Schwäche Putin Appetit auf immer mehr gemacht hat, was von Putin-Fans nicht geleugnet wird:

      https://aron2201sperber.wordpress.com/2013/09/01/profiteure-der-amerikanischen-schwache/

      • Theophil Says:

        „die Behauptung, dass Amerika unbedingt Krieg mit Putin wolle, ist angesichts Obamas realer Politik geradezu grotesk:“

        Meiner Meinung nach macht ihr alle den Fehler den Wert Obamas und seiner Entscheidungsgewalt, zu sehr auf die hohe Waage zu legen.
        Der wesentliche Wert der liberalen Demokratie ist es doch, dass die höchsten politischen Repräsentanten austauschbar sind, wirkliche Macht ist das aber nicht. Wirkliche Macht ist in ihrer Eigentumsdynamik und -ökonomik nicht so wandelbar wie ein politisches Amt,
        Wirkliche Macht besitzen doch in erster Linie die, die Monopole kontrollieren, in erster Linie dass der Information. daraus folgt das Leute in den Geheimdiensten und Medien einen hohen Einfluss ausüben, und vor denen noch die Finanzmacht, die jedoch viel wertungsneutraler und empirischer Probleme beurteilt.
        Obama ist meiner Meinung nach nur ein zur Handlung gezwungener Popanz, einem dem es rein menschlich widerstrebt Kriege zu führen, der aber aus der politischen Praxis heraus, und der Verantwortung seinem Amt gegenüber genau das tun soll. Aus Sicht der Falken könnten wir da jetzt urteilen dass er eine Flasche ist, die die Machtposition des mächtigsten Landes der Welt in Hinsicht auf die Krisen im Nahen Osten und der Ukraine verspielt.
        Zudem begeht ihr noch einen Fehler, ihr sprecht auf der einen Seite vom System Putin, und auf der anderen vom System Obama, also im übertragenen Sinne. Das impliziert das die beiden Nationen jeweils das Reservoir homogener Interessen sind, dass eben genau das Gegenteil ist, dürfte wohl jedem Realisten klar sein.
        Und von dem Standpunkt aus, gibt es sowohl in Russland wie in den USA Interessenssphären die es nicht gerne sehen würden, wenn die Ukraine zur Ruhe käme. In den USA scheinen diese Kreise viel Macht auf sich vereinigt zu haben. Denn eines ist Fakt, der Maidan und der Putsch Janukowitsch haben wir mit Nichten den Interessen Putins und der Russen zu verdanken, insofern hat er den Stein dort nicht zum Rollen gebracht.
        Das ist auch praktisch total Quatsch, vorher hatte Putin die ganze Ukraine als mittelbare Einflusssphäre, heute nur dieses kleine Novorussia, mal ehrlich, in welcher Traumwelt leben wir, hier zu sagen genau dass wäre Putins Ansinnen gewesen.

  2. Paul Says:

    Lieber Theophil,
    ich bin nicht schlau aus Deinem Beitrag geworden.

    Was willst Du vermitteln?
    Dies?:
    >An der Stelle nützt es einfach nicht, weiter über Russland zu diskuttieren, Du und Ich kennen es nicht gut genug, um Überhaupt ein vorläufiges Urteil darüber zu bilden.Fakt ist das die Mediendarstellung des Systems Putin in Russland unseren Medien minderwertiger Trash sind, daraus ist nichts sinnvolles zu entnehmen, es werden nur Meinungen von Menschen wiedergegeben die ihn menschlich wohl verabscheuen.Ich gebe zu auch dazu zu gehören, aber mittlerweile muss ich das wohl einfach erkennen, dass diese Abneigung nur nicht vorhandene Sympathie ist, der muss schließlich den Russen und nicht mir gefallen.<

    Herzlich, Paul

    • Theophil Says:

      Ich wollte vermitteln das jeder Diskurs über Russland, und seine internen Probleme hier und jetzt keine neuen Erkenntnisse bringen kann, der überwiegende Anteil der Nachrichtenkanäle transportiert über Russland keine Information, sondern lediglich Meinungen, überweigend negativer Natur.
      Dabei mitzureden kommt einer 5. Klasse gleich, in der darüber diskuttiert wird ob der 3 Jahre ältere Schulhofschläger nun gut oder böse ist, es ist einfach sinnfrei.

  3. Paul Says:

    Lieber Theophil,
    aus irgend einem Grund ist mein Kommentar verstümmelt angekommen.
    Ich wollte Dich fragen, Deine Antwort hat meine Frage noch dringlicher gemacht, weshalb Du bei dieser Einschätzung überhaupt einen Kommentar schreibst?

    Herzlich, Paul

    • Theophil Says:

      Weil ich diesen Blog hier dazumal sehr geschätzt habe, es wurden vernünftige Ansichten, oftmals faktisch gut unterlegt, präsentiert, in Summe war es hier für mich sehr informativ.
      Doch die Russland Beurteilung geht meiner Meinung nach immer mehr in eine extreme Richtung, sie ist von einer schon fast hassverblendeten Abneigung den Russen gegenüber gezeichnet.
      Langsam steige ich dahinter warum es bei den extremen Linken und Rechten so viele Putinversteher gibt, sie wollen einfach nicht Mainstream zu sein, denn Mainstream wäre es, antirussisch, zu sein.
      Wie vorher schon geschrieben, mir war der Typ immer schon unsmpathisch.
      Wenn der Mainstream Russland und respektive Putin fundiert, aufgrund fundamentaler Brüche angreifen würde, dann hätte ich ja Verständnis dafür, aber dem ist meiner Meinung nach keineswegs der Fall.
      Im Gegenteil, die Angriffe sind häufig nur niveaulos, und zeigen ein wahnsinniges Maß an Hilflosigkeit auf allen Ebenen.
      Zum Beispiel hier.
      http://www.focus.de/politik/ausland/entwicklung-massgeblich-unterbrochen-pentagon-bericht-behauptet-putin-leidet-am-asperger-syndrom_id_4455581.html

      Und um dabei auf diesen Blog hier zurück zu kommen, er leidet natürlich unter der Verarbeitung eines solchen Informationsregimes.

      Wenn es das ist was der Westen gegen Putin und die Russen aufzubieten weiss, dann haben wir wohl vor allem moralisch total abgewirtschaftet.

    • aron2201sperber Says:

      Danke für die grundsätzlich lobenden Worte für meinen Blog.

      aber wenn du meinen Blog regelmäßig liest, solltest du eigentlich wissen, dass ich zum aktuellen Russland-Ukraine-Konflikt durchaus differenzierte Ansichten vertrete:

      https://aron2201sperber.wordpress.com/2014/05/04/keine-heilige-kuh-2/

      von meinem persönlichen Background her, bin ich sogar ein alter Serben-Versteher:

      https://aron2201sperber.wordpress.com/2011/05/28/gut-und-bose-im-balkankrieg/

      was Putin macht, ist für mich jedoch nicht im Interesse der Menschen Russlands gelegen:

      https://aron2201sperber.wordpress.com/2014/08/09/in-russlands-oder-putins-interesse/

      • Theophil Says:

        Der erste Beitrag den du verlinkt hast, ist meiner Meinung nach solch eine nüchterne wie kluge Analyse.
        Der letzte Beitrag ist für mich sehr bezeichnend, den Wert eines politischen Systems sollte man nie über Gebühr loben, es sind Menschen denen Absolution erteilt werden kann, reden wir aber über Ideologien, Institutionen, und daraus abgeleitete Systeme, dann kann ich sagen dass man ihnen eigentlich keine Absolution zu Teil werden lassen kann.
        Ich nehme an, dass es hier Common Sense über die Ablehnung des Kommunismus herrscht, soweit so gut, da gehe ich mit, wie will ich aber intellektuell ehrlich bleiben, wenn ich auf der anderen Seite das Modell der liberalen Demokratie, in eine ähnlich ideele Position hebe ?
        Mal als Beispiel, der arabische Frühling wurde ganz klar durch den Westen getriggert, die Gründe dafür lassen wir mal dahingestellt, sie sind spekulativ und eröffnen ein weites Feld. Dass es aber dennoch so ist, lässt sich allein durch die Analyse zeitlicher Begleitumstände schließen, timing, timing und nochmals timing.
        An dieser Stelle sind die Revolutionen nichts weiter schlimmes, doch was in Lybien und Syrien durch den Westen (!) daraus gemacht wurde, ist für mich sowohl schrecklich als auch verachtenswert, und das nicht etwa weil ich Putinversteher sowie Sympathisant wäre, sondern weil ich intellektuell ehrlich bleiben will, mir nichts moralisch anlasten möchte.
        Denn jetzt möchte ich mal kontextuieren, einerseits lehnen wir den Kommunismus ab, der ganz integral vom Export der Revolutionen zu leben gedachte, da hatten wir nach dem Russischen Bürgerkrieg einen Trotzki als Oberbefehlshaber der Roten Armee, der am liebsten sofort gen Westen maschiert wäre, und diese revolutionäre Idee zu einem Exportschlager machen wollte, ganz nach Lenin, der den Schrecken internationalisieren wollte.
        Zum Glück haben sie in Polen gemerkt dass das nicht so einfach ist, denn der Feldherr Stalin hat von Pilsudski durch eine große Niederlage den Rückmarschbefehl erteilt bekommen.
        Man muss verstehen dass all das nur deswegen verbrecherisch war, weil es zu Gunsten politischer Systeme Millionen Menschenleben verschlang.
        Aber auch nur ein einziges, hätte es eben genau so delegetimiert.
        Und genau das Gleiche ist es, wenn die Franzosen, Amerikaner und Briten in Lybien Gaddafi wegbombten, und sich die US-Army durch den Vorwand des IS heute die Hintertür nach Syrien öffnet, es ist kurz und knapp ein Verbrechen.

        Ich schreibe schon wieder viel zu viel, darum bitte ich um Verzeihung.

  4. Olaf Says:

    Ich sehe nicht, wie die USA an der Ukraine zerren sollen? Haben die USA Truppen dort, oder wenigstens Blackwater-Boys (gibts die Firma noch?). Den Ukrainern scheint der Westen attraktiver zu sein ,als der Osten, genau wie den Polen und den Balten, die ja nie Russenfreunde waren, und zum Bündnis gezwungen werden mußten. Pilsudski hat einen Krieg gegen die Russen, um die ukrainischen Gebiete geführt und sogar gewonnen. Neulich bei Jauch, war der alte Kornblum ganz perplex, wie die linke, antideutsche Krone-Schmalz von ihrem Führer Putin geschwärmt hat. Deutsche Journalisten sind der totale Abschaum, unerträglich dumm. Trotzdem hoffe ich, das Putin den Berliner Reichstag plattmacht, irgendeiner muß uns davon erlösen.

  5. Franz Steinparz Says:

    Wo liegt erigentlich der Unterschied zwischen der Unterstützung der Abspaltun ostukrainischer Provinzen von der Ukraine durch Russland und der Unterstützung der Abspaltung jugoslavischer Provinzen durch NATO und EU?

    • aron2201sperber Says:

      Jugoslawien war ein Vielvölkerstaat, der zerfallen ist.

      vergleichen kann man die Situation höchstens bei der serbischen Provinz Kosovo, deren Souveränität Russland übrigens bis heute nicht anerkannt hat, obwohl die Bevölkerung dort ethnisch wesentlich homogener (nicht-serbisch) ist als in der Ost-Ukraine.

      • Theophil Says:

        Interessant ist auch hier die zu beobachtende Russland-kritische Einstellung bei Themen wie der Krim oder dem Kosovo. Das sind beides Gebiete, die erst durch kommunistische Führer überhaupt ihre Legitimation erhielten. Es waren jeweils Tito und Chrustschow die via völlig undemokratischem Verwaltungsakt beschlossen, dass die Krim zur Ukraine gehört, und dass das Amselfeld überhaupt ein eigenes Rechtsstatut erhielt, denn vorher war es einfach immer ein Teil Serbiens gewesen, ohne jemals da gewesene Rechtspersönlichkeit.
        De Facto finde ich es gut, wie sich die Gebiete entwickeln.
        De Jure ist es aber einfach nur eine politische Heuchelei dass wir den Russen versuchen aus der Sezession der Krim einen Strick zu drehen, und schlimmer noch versuchen irgendwelche Sanktionen daraus zu rechtfertigen.
        Sicher, dass die Russen den Kosovo nicht anerkennen ist in erster Linie politisch-ökonomischen Rahmenbedingungen in den bilateralen Verhältnissen mit Serbien geschuldet. Praktisch hat es aber keinen negativen Effekt für die Kosovaren, wir reden hier auch nur wieder über eine Institution, menschlich gesehen ist es nicht weiter tragisch die nicht anzuerkennen.

      • Franz Steinparz Says:

        Warum nur Kosovo vergleichbar?
        Slowenien, Kroatien,Bosnien und Mazedonen waren alles JUGODSLAWISCHE Provinzen. Deren Abspaltung von Jugoslavien wurde von der Natodirekt sogar mit Einsatz von Waffengewalt, etwa durch Bombenangriffe auf Belgrad untertsützt.

      • Gast Says:

        Franz, man muss aber auch wissen dass die jugoslawische Verfassung von 1974 die Sezession vom Bundesstaat als Grundrecht der einzelnen Provinzen legitimierte. Der Unterschied zwischen Bosnien Herzegowina, Kroatien und auf der anderen Seite dem Kosovo bestand jedoch darin, dass das Kosovo, ebenso wie die Vojvodina keine vollwertigen Provinzen waren, sondern lediglich erweiterte Autonomien innerhalb der serbischen Teilrepublik.
        Seitens des Westens ist hier ganz pragmatisch gehandelt wurden, beim Zerfall Jugoslawien im Kroatien- und Bosnienkrieg wurde sich nur marginal eingemischt, die JNA war zu diesem Zeitpunkt eine in ihrer Stärke nicht hinlänglich zu missachtende Größe, kurz, es wäre zu risikoreich gewesen offen gegen sie vorzugehen.
        4 Jahre nach Dayton. im Kosovo war das allerdings anders, die Armee hatte viel an Substanz verloren und sie ging gegen eine aus Albanien hinein getragene Rebellion mit äußerster Gräuel vor, da der Westen hier in einer deutlich stärkeren Position war als 1991-’92, konnte er hier bei der Zerschlagung Restjugoslawien offener und unverblümter vorgehen.

      • Olaf Says:

        @Franz
        Beim Nato-Krieg gegen Milosevic ging es nur um das Kosovo, der Rest war vorher schon im Bürgerkrieg abgespalten. Peter Handke spendet ja sein Preisgeld für die Serben im Kosovo, ein mutiger Österreicher. Und wenn jetzt die Albano-Kosovaren alle nach Deutsche Bunte Land kommen, müßte man nochmal über die Aufteilung des leeren Kosovos reden.

  6. Franz Steinparz Says:

    @Gast
    Danke für den Hinweis auf die Verfassung 1974. Ich glaubte mich zu erinnern, dass die Regierungen von Slowenien und Kroatien sich bei der Abspaltumng von Jugoslawien auf die berüchtigten AVNOJ-Berschlüsse beriefen, welche auch die Ermordung, Enteignung und Vertreibung deutschsprachiger Bürger zum Inhalt hatten. Und dass nur dort ein Recht auf Sezession vom Bundesstaat fgestgeschrieben gewesen sei.

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