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Putins Einkreisungs-Phobie

Februar 25, 2015

Russland fühle sich vom Westen eingekreist, lautet ein Lieblingsargument der Putin-Versteher.

Deswegen hätte man der Ukraine auch nicht gestatten dürfen, sich Richtung Westen zu orientieren.

Vor dem Einmarsch der russischen Truppen in ihr Staatsgebiet, wurde Russland von der Führung der Ukraine allerdings nie als Feindbild dargestellt.

Dass Hugo Chavez die USA hingegen bei jeder unpassenden Gelegenheit als „Satan“ bezeichnete, hielt Putin freilich nicht davon ab, gemeinsam Truppenübungen in der Nähe der US-Küste abzuhalten:

Ziel ist die Küste Venezuelas, wo die ersten gemeinsamen Manöver beider Staaten stattfinden. Für die Mission, an der neben dem Raketenkreuzer »Peter der Große« – dem Flaggschiff der russischen Nordmeerflotte – auch mehrere Atom-U-Boote mit Sprengköpfen an Bord beteiligt sein sollen, wie die »Nesawissimaja Gaseta« schreibt, hat der Generalstab in Moskau insgesamt zwei Monate veranschlagt. Beide Seiten wollen bei dem Manöver laut offizieller Darstellung neben Suche und Rettung von Schiffbrüchigen auch das Zusammenwirken der Stäbe üben. Auch der Einsatz von Marinefliegern ist vorgesehen.

Die Übung, so Flottensprecher Igor Dygalo, sei bereits vor einem Jahr geplant worden und habe nichts mit den aktuellen Entwicklungen zu tun. Experten sprechen dennoch von einer Demonstration der Stärke in der Karibik. Zumal erst vor ein paar Tagen zwei russische Langstreckenbomber des Typs TU-160 von einem Patrouillenflug aus der Region zurückgekehrt sind.

(Neues Deutschland, 24. September 2008)

Auch sonst war die eigene Einkreisungs-Phobie für Putin nie ein Grund, auf die Phobien der anderen Rücksicht zu nehmen:

Moskau – Noch während die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm zwischen Teheran, den Uno-Vetomächten und Deutschland in Wien laufen, will Russland offenbar seine Zusammenarbeit mit Iran bei der Nukleartechnologie vertiefen.