Saigon und West-Berlin

Zwar erlitten die Vietcong bei ihrer Tet-Offensive derartig schwere Verluste, dass sie laut General Võ Nguyên Giáp in den nächsten 4 Jahren zu keinen größeren Operationen mehr fähig gewesen wären.

Propagandistisch konnte man die militärische Niederlage jedoch in einen Sieg umwandeln.

Als entscheidend erwies sich die Offensive in Hinblick auf die öffentliche Meinung in den USA. Durch die geschilderten Eindrücke des teilweise panikartigen Rückzuges amerikanischer Einheiten, die verlustreichen, brutalen und intensiven Kämpfe und vor allem auch den Angriff auf die amerikanische Botschaft setzte sich der Eindruck eines verlorenen und sinnlos gewordenen Krieges weiter durch.

Ab 1969 begann der Abzug der US-Truppen aus Südvietnam. 1973 hatten sämtliche Kampfverbände das Land verlassen.

Woran die kommunistischen Aggressoren in Südkorea gescheitert waren, konnten die Kommunisten Nordvietnams nun erfolgreich umsetzen.

1975 marschierte das kommunistische Nordvietnam ungestört in das (zumindest relativ freiere) Südvietnam ein.

Dass sich ausgerechnet im ebenfalls von kommunistischer Aggression bedrohten West-Berlin die Studenten mit den Aggressoren solidarisierten, zeugt von der Dummheit der 68er-Generation:

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11 Antworten to “Saigon und West-Berlin”

  1. besucher Says:

    Die „Agent-Orange“-Einsätze trugen natürlich ihr Scherflein dazu bei dass der Krieg in Deutschland unpopulär wurde. Sollte man nicht vergessen. Die Leute die das zu verantworten haben haben sich eines Kriegsverbrechens schuldig gemacht.

    • aron2201sperber Says:

      hätten die Amerikaner nicht Agent Orange benützt, hätte man sicher etwas Anderes gefunden, worüber man sich hätte entrüsten können.

      heute regt man sich ja auch ausgerechnet über die Drohnen auf, obwohl es sicher die zielsichersten Fern-Waffen sind, die es je gab:

      https://aron2201sperber.wordpress.com/2013/11/01/drohnen-statt-bombenteppiche/

      • besucher Says:

        Das ist kein Argument.

      • aron2201sperber Says:

        letztlich hatten die Kriegsgegner ihren Willen durchgesetzt – das hatte halt zum Preis, dass die kommunistischen Aggressoren sich Südvietnam einverleiben konnten.

        auch die weitere Verteidigung hätte natürlich ihren Preis gehabt (mit oder ohne „Agent Orange“)

        vielleicht wäre der Preis tatsächlich zu hoch gewesen – Vietnam hat sich ja trotz Kommunismus nicht so schlecht entwickelt.

        dass die Kommunisten die Aggressoren waren, ist jedoch unbestreitbar.

      • besucher Says:

        So einfach ist das nicht. Die Vietcong unter Ho Chi Minh waren sowohl Kommunisten als auch eine nationale, antikolonialistische Befreiungsbewegung. Lies das doch noch mal richtig nach bitte.

      • aron2201sperber Says:

        Südvietnam war aber keine Kolonie mehr.

        wie es im Einflussbereich der Kommunisten zuging, hätte man aus den Ereignissen des Prager Frühlings eigentlich kapieren müssen.

        die normale Bevölkerung verstand das auch – die elitären 68er ließen sich hingegen von Realitäten wie der Niederschlagung des Prager Frühlings nicht ihr hehres (nicht von Springer verdorbenes) Weltbild kaputtmachen.

        dass ausgerechnet westdeutsche Studenten den Vietnamesen eine DDR an den Hals wünschten, ist doch grotesk.

  2. ribi Says:

    aron; nichts für ungut, aber du scheinst ja alles gut zu finden, was us-kriegspolitik betrifft!bei allem respekt und der guten buchempfehlung! natürlich musss man koreakrieg und vietnamkrieg im zeichen des kaltenkrieges „eindämmung“ verstehen, logisch! auch haben die sowjetunion und china kräftig die gegenseite unterstützt- gelinde ausgesprochen! aber ich erwarte von einer angeblich demokratischen nation, dass sie den krieg anders führt als nicht demokraten! zu den drohnen, trifft es wirklcih immer die richtigen? dies müsste wissenschaftlcih untersucht werden! motto, es passieren immer fehler, ist alles nciht so schlimm, kann sich eine demokratische nation eher nciht leisten! ich bekenne mich dazu, die erfahrungen zeigen, die us-armee mag über technik verfügen, der bodenkampf ist eher schlecht! wir europäer sollten ncith so reden, als würden wir eienr europa-fremden macht stwas schulden!

    • Olaf Says:

      Die Deutschen, Koreaner und Vietnamesen hatten das Pech, das man damals ziemlich skrupellos Krieg geführt hat. Heutzutage gibt es viele Diskutanten, die nicht zwischen Kollateralschäden und gezielten Angriffen unterscheiden können. Wenn man heute mit einer Drohne ein Terrornest angreift und ausversehen ein Waisenhaus mit Kindern und Hundewelpen trifft, ist das Pech. Wenn man aber, wie damals in Dresden oder Korea gezielt Waisenhäuser und Hundewelpen bombardiert und militärische Ziele vernachlässigt, ist das ein Kriegsverbrechen. Den Unterschied kapieren viele nicht.

    • aron2201sperber Says:

      ich finde nicht alles gut.

      das Problem ist, dass es so viele gibt, die alles schlecht finden

      was den Vietnam-Krieg betrifft, fällt das Urteil von taz bis faz gleichmäßig einseitig aus.

      würden die Urteile differenzierter ausfallen, könnte ich mir meinen Beitrag als Gegenstimme sparen

    • aron2201sperber Says:

      zu den drohnen, trifft es wirklcih immer die richtigen?

      welche Waffen treffen schon immer die richtigen?

      https://aron2201sperber.wordpress.com/2014/07/06/das-gegenteil-von-atombomben/

  3. ribi Says:

    aron: ja, aber wir demokraten müssen uns eben auch einer kritischen öffentlichkeit stellen, muss china nicht.

    zum kalten krieg empfehle ich:http://www.amazon.de/Fischer-Kompakt-Kalte-Rolf-Steininger/dp/3596155517/ref=sr_1_5?ie=UTF8&qid=1430740388&sr=8-5&keywords=kalter+krieg

    es war möglich, den krieg in vietnam zu kritisieren, ohne diktaturen zu bewundern!

    http://www.amazon.de/Quo-vadis-SPD-Auseinandersetzung-sozialdemokratischer/dp/3868581898/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1430740584&sr=8-1&keywords=Quo+vadis%2C+SPD%3F
    autor geht auf meine punkte ein, kritisiert nachrennen von diktatoren!allerdings ist buch eher nicht für internationale debatte geeignet, provinzjournalist macht sich gedanken!

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