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Festung Europa oder Mare Monstrum?

Mai 3, 2015

Die europäische Südgrenze ist offen wie ein Scheunentor. Die Festung Europa gibt es nicht. Im letzten Jahr landeten 220 000 illegale Mi­granten an der italienischen Küste an. In diesem Jahr rechnet allein Deutschland mit einer Verdoppelung der Asylgesuche auf 500 000. Niemand fühlt sich verantwortlich für den verfassungsmässig verankerten Schutz der Aussengrenzen. Die Italiener wissen, dass die illegalen Migranten lieber in den reichen Norden ziehen und stecken sie in Züge, ohne sie zu registrieren. «Die Flüchtlinge verschwinden eben», erklärte uns kürzlich ein Römer Diplomat charmant und gestenreich.

(Roger Köppel – Die Weltwoche)

Italien ist geographisch wesentlich weiter von Afrika entfernt als Spanien von Marokko bzw. Griechenland von der Türkei.

Der einzige Grund, die italienische Route zu wählen, lag im Rettungsprogramm der linken Italienischen Regierung.

So wurde das gut gemeinte „Mare Nostrum“ zum Menschen-verschlingenden Monster.

Linke Journalisten und Politiker versuchen den Bürgern einzureden, dass es keine Alternative zum aktuellen Zustand gäbe.

Genauso wie die Rettung des Euros ist jedoch auch die Tolerierung der illegalen Einwanderung eine politische Willensentscheidung.

Die Sicherung der Grenzen gehört im Gegensatz zum Euro sogar zu den absoluten Kernkompetenzen des Staates.

So wie Rechte sich daran festklammern, dass es auf keinen Fall mehr Zuwanderung geben dürfe, würden Linke nie so etwas Herzloses wie eine „Festung Europa“ akzeptieren, die jedoch die Voraussetzung für eine neue gemeinsame Asylpolitik der EU wäre.

Daher wird in Europa wohl alles beim Alten bleiben und das Sterben im Mittelmeer weitergehen, wofür sich Linke und Rechte bzw. die Nationalstaaten und die EU auch weiterhin gegenseitig die Verantwortung zuschieben werden.