Antiamerikanisch wegen Bush?

Eine Woche lang sah sich der mögliche republikanische Präsidentschaftskandidat herber Kritik ausgesetzt, jetzt ergreift er die Flucht nach vorn: „Aus heutiger Sicht hätte ich den Befehl zum Einmarsch in den Irak nicht gegeben“, sagte Jeb Bush am Donnerstag bei einer Bürgerveranstaltung in Tempe, Arizona.

(Spiegel)

Bushs überambitioniertes Demokratie-Projekt im Irak mag ein strategischer Fehler gewesen sein.

Warum die Absetzung eines miesen arabischen Diktators von den Europäern als unmoralische Sünde verurteilt wurde, ist angesichts der europäischen Geschichte allerdings nicht ganz nachvollziehbar.

Dass die Welt unter einem amerikanischen Friedens-Präsidenten sicherer geworden wäre, kann man wohl auch nicht behaupten.

Am Ende der Bush-Ära waren die Flüchtlingsströme nach Europa so niedrig wie schon lange nicht, am Ende der Obama-Ära sind sie so hoch wie schon lange nicht.

Europa hat sich zwar eine Welt ohne Sheriff gewünscht – eine Alternative zu ihm hat man jedoch nach wie vor nicht.

Bush

Von Bushs Politik wurde stets behauptet, sie mache die USA rassistischer und islamophober.

Dass die Amerikaner nur wenige Jahre nach 9/11 einen Mann mit afrikanischem Vater und einem arabischen Namen zu ihrem Häuptling gewählt haben, beweist, wie ungerecht und falsch die Vorwürfe gegen die amerikanische Politik der Bush-Ära waren.

Die Behauptung, man sei gar nicht „antiamerikanisch“, sondern kritisiere lediglich die Politik der Bush-Administration, wurde von den USA-Hassern während der Obama-Ära permanent widerlegt.

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4 Antworten to “Antiamerikanisch wegen Bush?”

  1. Marco Says:

    Nein, jetzt ist einfach Obama das „schwarze Schaf“ und der nächste Präsident wird wieder das schwarze Schaf sein. der nächste von den Europäern akzeptierte Präsident wird der sein, welche in Europa den Mist aufräumt, welche unsere Linken Politiker eifrig am organisieren sind.
    es kommt auch immer öfters die Behauptung, dass die Befreiung von den Nazis im 2. Weltkrieg hauptsächlich den Russen zu verdanken ist. das „Leih- und Pachtgesetz“ ist in Europa genau wie die vielen Einsätze in Naturkatastrophengebieten der Amerikaner auf der „historischen Blacklist“.

    Ist natürlich auch keine Werbung für die Sozialisten (oder wie sich heute nennen: Sozialdemokraten und Grüne), dass Europa ausgerechnet von einem Christlich-Kapitalistisch-föderalistischen Staat aus der Schei**e gezogen wurde.
    Da passt die Geschichte vom Stolzen Kommunistischen und Atheistischen Befreier eben besser…

  2. aron2201sperber Says:

    Statt den mühsamen Weg der versuchten Demokratisierung des Nahen Ostens zu gehen, hätte man einfach Saddam wieder zum “eigenen Bastard” machen können, der sicher wieder gern die Drecksarbeit für die USA erledigt hätte:

    https://aron2201sperber.wordpress.com/2015/01/08/augsteins-bastard/

    • American Viewer Says:

      Saddam hat den Wandel nach 9-11 nicht verstanden. Das war sein Problem. Saddam machte einfach weiter wie bisher und drohte Amerika alle 3 Monate mit Vernichtung. Obama hätte Saddam dafür mit jahrelangen „Verhandlungsrunden“ belohnt. Bush ist einfach einmarschiert. Und auch wenn dies ein Fehler gewesen sein mag, so war die Sicherheitslage gegen Ende seiner Amtszeit mit relativ wenigen Soldaten unter Kontrolle.

      Dann kam Obama und hat gegen den Rat seiner von ihm eingesetzten Generäle alle Truppen abgezogen.

      Interessant fand ich auch immer die Propaganda gewisser Medien: Bush holte 2003 43 Länder mit ins Boot, bevor die ersten Angriffe begannen. Trotzdem hieß es von den meisten Medien Bush habe „unilateral“ und „im Alleingang“ gehandelt. Wobei Bush wert darauf legte, dass selbst kleine Länder wie die Ukraine über 1000 Soldaten schicken mussten.

      Obama konnte 2014 ca.10 Länder für seine „Anti-IS-Koalition“ gewinnen, dann gingen die ersten Angriffe los. Nennenswerte Truppen haben die anderen Länder nicht beigesteuert. Die Koalition stand nur auf dem Papier. Angriff gab es nur durch amerikanische Einheiten und ganz punktuell auch immerhin durch jordanische. Aber mehr war und ist da nicht. Nicht einmal die Türkei und die anderen Golfstaaten waren mit im Boot.

      Aber weil es Obama war, schrieben die Medien, Obama habe ganz anders als Bush gehandelt, nämlich „multilateral“ und „basierend auf einer breiten Koalition“.

      Aha.

      • aron2201sperber Says:

        Und auch wenn dies ein Fehler gewesen sein mag, so war die Sicherheitslage gegen Ende seiner Amtszeit mit relativ wenigen Soldaten unter Kontrolle.

        was du schreibst, lässt sich auch an Hand von Zahlen (einer Irak-und Afghanistan-Krieg-kritischen Seite) sehr gut belegen:

        http://icasualties.org/

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