Obama vollendet Carters Werk

Die Golfstaaten – das sind die sechs Länder des Golf-Kooperationsrats (GCC): Saudi-Arabien, Kuwait, Katar, Bahrain, Oman, Vereinigte Arabische Emirate. Allesamt Erzfeinde Irans. Schon haben etwa die Saudis mit atomarer Aufrüstung gedroht. Obamas Atom-Deal werten sie nicht als Verhinderung der iranischen Bombe, sondern als deren Ermöglichung.

(Spiegel)

Dank Obama dürfte das atomare Wettrüsten zwischen den Ölscheichs und den Gas-Mullahs endgültig begonnen haben.

An den Ölscheichs gibt es vieles auszusetzen.

Sie verbreiten mit ihren Moscheen und Dialügzentren den wahabistisch geprägten Islam in der Welt, halten sich jedoch im eigenen Land islamische Flüchtlinge vom Leibe.

Die Saudis stehen daher zu Recht oft im Zentrum der Kritik.

Trotzdem kann man die Saudis nicht einfach mit Al-Qaida und dem IS gleichsetzen.

Die sunnitischen Golfstaaten gehören sogar zu den unmittelbar vom sunnitischen IS bedrohten Staaten.

Ausgerechnet diejenigen, die dem Westen mangelnden Realismus im Umgang mit arabischen Despoten wie Saddam oder Assad vorhalten, spielen bei den Saudis die Moralaposteln.

Obama scheint wirklich in die Fußstapfen von Jimmy Carter treten zu wollen, der auf Zuruf der Intelligenzija den bösen Schah fallen ließ und die Mullahs erntete.

Wie die Dankbarkeit für den amerikanischen Verrat aussah, konnte man bald sehen.

Obama will jedoch trotzdem Carter nacheifern, indem er die Mullahs rehabilitiert und dafür die Scheichs wie den Schah fallen lässt.

Man darf gespannt sein, wie diesmal die Dankbarkeit der nunmehr zwei Islamischen Staaten (IS und Iran) diesmal aussehen wird.

Carter Obama

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16 Antworten to “Obama vollendet Carters Werk”

  1. Frager Says:

    Man nimmt sich da nix, ausgerechnet die Leute, die bezüglich des
    2. amerikanischen Irakkrieges und des „Arabische Frühlings“ die absolute, unhintergehbare, zeitlos gültige Moral hochhalten, entdecken auf einmal die Realpolitik, wenn sich ihre geschichtsphilosophischen Träume nicht erfüllen. Sie entblöden sich nicht mal einer Militärdiktatur lobend Beifall zu klatschen („endlich traut sich einer das Geboten zu tun“), die die demokratischen Ergebnisse des bejubelten „Arabischen Frühlings“ wieder hinwegfegt.
    Die schlechte Position unserer treuen Verbündeten am Golf ist nicht allein auf Obamas Atom-Deal zurückzuführen sondern auf den Druck der sowohl aus dem schitisch/iranischen Machtzuwachs als auch aus dem Aufstieg sunnitisch/salafistischer Kriegsherren/Bewegungen entsteht. Dummerweise haben „wir“ diesen Leuten in den letzten anderthalb Jahrzehnten den Weg freigebomt und dies ist der Fehler von Bush, Obama und co. Das hat nix mit Moral zu tun sondern schlichtweg mit einer völligen Fehleinschätzung der Sachlage.

  2. besucher Says:

    öhmm… öh, huch:

    • aron2201sperber Says:

      gleiches gilt auch für den Iran.

      was für Saudi-Arabien nicht gilt:

      Errichtung eines Kalifats, das über die gesamte Islamische Welt herrschen soll.

      die Mullahs und Erdogan hegen hingegen ähnliche, wenn vielleicht auch nicht ganz so große Pläne.

      die Iraner sind nicht Araber – mit ihrer schiitischen Religion werden sie kaum die ganze islamische Welt beherrschen – auch Pseudo-Sultan Erdogan nicht.

      der einzige Weg, sich besonders zu profilieren, liegt in der besonderen Aggressivität gegen Israel

    • aron2201sperber Says:

      Saudi-Arabiens religiöser Fundamentalismus ist ein Problem:

      https://aron2201sperber.wordpress.com/2012/01/29/religioser-fundamentalismus-als-hauptproblem/

      Die Attentäter von 9/11 stammten zwar zum größten Teil aus Saudi-Arabien.

      Sie waren jedoch Anhänger des politischen Islam, dessen Ziel es ist, in Saudi-Arabien und in der gesamten islamischen Welt einen islamischen Gottesstaat zu errichten.

  3. American Viewer Says:

    Obamas Atom-Deal werten sie nicht als Verhinderung der iranischen Bombe, sondern als deren Ermöglichung.

    Wie kommen die Araber denn auf diese abstruse Idee? Obama und viele MSM versichern uns doch nun seit Jahren das Gegenteil.

    Obama konnte bisher auch keinem Kritiker schlüssig erklären, warum sich der Iran überhaupt Gespräche verdient hat. Derjenige, der am meisten beißt und droht, gegenüber dem geht Obama die meisten Kompromisse ein? Oder was war noch einmal seine Logik?

    Die Gespräche mit dem Iran gehen nun schon seit Jahren. Hätte er nur 10% dieser Zeit für Republikaner, Israelis oder verbündete Araber (Ägypten, Saudi Arabien) verwendet, er hätte viel mehr erreichen können. Aber in diesen Richtungen lässt Obama jedes Engagement und jedes Entgegenkommen vermissen.

    Vielleicht müssen die Regierungen in Ägypten und Saudi-Arabien jetzt in der Tat auch Atombomben bauen, damit sie von Obama und Hillary ernst genommen werden?

    • aron2201sperber Says:

      vielleicht wurde ja Augsteins Beitrag über die Normalität der iranischen Bombe dummerweise ins Arabische übersetzt:

      https://aron2201sperber.wordpress.com/2015/04/09/ausgsteins-anomalien/

      • besucher Says:

        In Bezug auf die gesetzliche Krankenversicherung hat doch Obama mit den Republikanern gefühlte Ewigkeiten verhandelt. Nur Obama den schwarzen Peter zuzuschieben dass er nichts getan hätte wird der Sache nicht gerecht.

    • Salamshalom Says:

      „Derjenige, der am meisten beißt und droht, gegenüber dem geht Obama die meisten Kompromisse ein? Oder was war noch einmal seine Logik?“
      Meinst du unseren verehrten und allseits geliebten Bibi? 🙂

      „Die Gespräche mit dem Iran gehen nun schon seit Jahren. Hätte er nur 10% dieser Zeit für Republikaner, Israelis oder verbündete Araber (Ägypten, Saudi Arabien) verwendet, er hätte viel mehr erreichen können“
      Obama hat also nicht mal „10% dieser Zeit“ für die eigenen Reps, Israelis (hier meinst du wahrscheinlich selektiv auch nur die aktuelle Regierung um unseren verehrten Bibi) oder verbündete Araber verwendet… Hölle nochmal, das nenne ich kultivierte und sachliche Argumentation. Nur: was genau hätte er „viel mehr erreichen können“? Eine Kriegsallianz gegen die Iraner? Das hat doch selbst Sultan Bandars best friend Bush nicht geschafft

    • besucher Says:

      In Bezug auf die gesetzliche Krankenversicherung hat doch Obama mit den Republikanern gefühlte Ewigkeiten verhandelt. Nur Obama den schwarzen Peter zuzuschieben dass er nichts getan hätte wird der Sache nicht gerecht.

      • American Viewer Says:

        In Bezug auf die gesetzliche Krankenversicherung hat doch Obama mit den Republikanern gefühlte Ewigkeiten verhandelt.

        Dieses Ammenmärchen wird in deutschen Medien erzählt, das glaube ich sofort. In Wirklichkeit verhandelt Obama mit der GOP bei den allermeisten Gesetzen nicht über Kompromisse oder relevante Inhalte.

        Er legt einfach seine Gesetze vor und „lädt“ die GOP dann ein diese mit zu unterschreiben.
        Wie nett von ihm.

        Obamacare hat er durchgepeitscht so schnell es nur irgendwie ging. Ihm war die Schnelligkeit sehr wichtig, denn er ahnte, dass er seine Mehrheiten wieder verlieren könnte. Echte Verhandlungen gab es nie.

        Ganz anders beim Iran. Mit den Mullahs führt Obama echte Verhandlungen. Auch deshalb macht mir Obamas Weltbild Angst. Warum verhandelt Obama mit den Mullahs fairer als mit der GOP oder mit Netanyahu? Das ist schon sehr krass.

      • besucher Says:

        Wir wissen ja wie die Reps zur gesetzl. KV stehen, oder? Gab es da Verhandlungsspielraum? Und Netanjahu kann auch nicht viel bieten da er von seiner Siedlerkoalition abhängig ist. Letztendlich läuft es darauf hinaus dass Judäa und Samaria irgendwann israelische Provinz werden sollen.

  4. max Says:

    Lieber besucher, vorher hast Du noch gross getönt, Obama habe „eine gefühlte Ewigkeit“ mit der GOP verhandelt. Um jetzt, nachdem AV Deine Behauptung widerlegt hat, statt die Lüge einzugestehen, einfach wieder den Republikanern die Schuld zuzuschieben. Ziemlich billig.
    Von Israel hast Du auch nicht die verschärfte Kenntnis. Es war regelmässig der Likud, welcher nicht nur alibimässig gegen Interessen der Siedler vorgegangen ist. Und nicht Labour. Die Räumung von Gaza ist nur ein Beispiel. So abhängig von Siedlern ist Netanjahu also nicht. Es ist nur so, dass Bibi , im Gegensatz zum Pausenclown im weissen Haus, eingesehen hat, dass Land gegen Frieden schlicht nicht funktioniert.

    • besucher Says:

      Aber Scharon hat seine eigene Partei gegründet, hmm… vielleicht weil er seine Interessen im Likud nicht mehr durchsetzen konnte?
      Und komischerweise hat Bibi schon wieder eine Koalition mit rechten Religiösen gebildet obwohl es genug Alternativen gab. Es ist doch Quatsch anzunehmen dass er der „Getriebene“ ist.

      Außerdem, wo hat der AV meine Behauptung widerlegt? Es ging darum dass Obama guten Willens war dieses Gesetzespaket über Verhandlungen mit den Reps abzuschließen aber als die Reps glaubten sie bekämen Oberwasser in den Mehrheitsverteilungen haben sie nur noch blockiert und Obama hat es dann geschafft die Sache durchzudrücken, die Resultate sind ja so schlecht nicht.

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