Was der Sultan duldet und was nicht

Die Türkei wird nach den Worten von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan keinen eigenen Kurdenstaat an ihrer Südgrenze dulden.

„Wir werden die Gründung eines Staates im Norden Syriens, im Süden von uns, niemals erlauben“, sagte Erdogan nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu gestern Abend in Istanbul. „Bei diesem Thema werden wir unseren Kampf um jeden Preis fortsetzen.“

(ORF)

Einen „Islamischen Staat“ hatte der Islamist Erdogan naturgemäß geduldet.

Ein 23. Araber-Staat, der an die Stelle des einzigen Juden-Staates treten soll, wird von Sultan Erdogan bei jeder Gelegenheit eingefordert.

In diesem Punkt herrscht Einigkeit zwischen dem islamisch-konservativen Erdogan und unseren links-progressiven „Nahost-Friedensexperten“, die jedoch schweigen, wenn es um die Sache der linken Kurden geht.

Da es nicht gegen den Judenstaat geht, fühlen sich die linken Enkel der rechten Judenmörder offenbar nicht zuständig, ihren weisen Rat zu erteilen.

Im Gegensatz zur islamistischen Hamas haben die Kurden nicht vor, die Türkei aus ideologischen Gründen zu unterwerfen, sondern sie wollen lediglich ihren eigenen Nationalstaat (die Araber haben davon derzeit 21, die Türken immerhin 6).

Sofern die Türkei das von einer kurdischen Mehrheit bewohnte Staatsgebiet den Kurden überließe, hätte sie im Gegensatz zu Israel daher keine weitere Aggressionen zu befürchten.

Gefährdet wären durch so einen Kurden-Staat lediglich die anderen Staaten mit unterdrückten kurdischen Minderheiten.

Denn die Kurden hätten dann auf einmal auch eine staatliche Lobby.

Die 50 islamischen Staaten wären zwar immer noch deutlich lauter als der kleine Kurdenstaat.

Trotzdem ließe sich die türkische, arabische und islamische Doppelmoral dann wohl nicht mehr ganz so leicht verbergen.

Die Kurden scheinen als einziges islamisches Volk gegen die Heilsversprechungen der Islamisten immun zu sein, da sie die islamische Doppelmoral am eigenen Leib erlebt haben.

Die linke Doppelmoral wird den Kurden wohl bald auch ihre linksextremen Illusionen austreiben.

Solange die PKK mit ihrem Terror die im Kalten Krieg strategisch wichtige Türkei destabilisierte, war der kurdische Freiheitskampf für Linke noch eine Herzensangelegenheit.

Seit die Kurden nicht mehr eindeutig der antiimperialistischen Front zuzurechen sind, hat man das Interesse für die kurdische Sache verloren und konzentriert sich lieber voll und ganz auf die Palästinenser.

Während die rechtsextreme Hamas von westlichen Linken stets verteidigt wird, lässt man die linksextreme PKK im Regen stehen.

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Eine Antwort to “Was der Sultan duldet und was nicht”

  1. aron2201sperber Says:

    Die Türkei beherbergt derzeit bereits knapp zwei Millionen syrische Flüchtlinge. Entlang der 900 Kilometer langen Grenze zieht sich eine Kette von Flüchtlingslagern.

    Bozkir kritisierte, dass die EU nur eine geringe finanzielle Unterstützung für die Leistungen der Türkei bei der Versorgung der Flüchtlinge zugesagt habe. Die Türkei habe bereits über fünf Milliarden Euro für die Flüchtlinge ausgegeben, die EU aber nur 70 Millionen zugesagt: „Und das ist auch nur ein Versprechen, angekommen ist noch nichts.“

    http://orf.at/#/stories/2288623/

    5 Milliarden klingt viel – würde man sämtliche Kosten, die in Deutschland im selben Zeitraum für Flüchtlinge angefallen sind, berechnen, wären die 5 Milliarden ein lächerlicher Bruchteil.

    Die Türkei hat zwar die höchste Zahl an Flüchtlingen im Land.

    Versorgt werden in der Türkei allerdings lediglich etwa 200.000 sunnitische Araber aus Syrien, sprich die Bürgerkriegs-Partei, die von Erdogan unterstützt wird.

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