Ist immer die USA verantwortlich?

Für den Nahostexperten Michael Lüders steht fest: Vor allem die USA sind verantwortlich für die Krisen in der Region. Die Flüchtlingsbewegung sei die Quittung für die dortige Interventionspolitik.

Tatsächlich haben wir gerade 7 Jahre von Obamas Nichtinterventionspolitik hinter uns.

Am Ende der interventionistischen Bush-Ära waren die Asylzahlen hingegen am absoluten Tiefststand:

2001___________118.306

2002_________91.471

2003______67.848

2004_____50.152

2005____42.908

2006___30.100

2007___30.303

2008__28.018

Ab Obamas Amtsantritt verlief die Entwicklung genau in die entgegengesetzte Richtung:

2009___33.033

2010____48.589

2011_____53.347

2012_______77.651

2013____________127.023

2014____________________202.834

Obama hat genau die Politik gemacht, die Europas große Experten wie Lüders immer von einem amerikanischen Präsidenten gefordert hatten.

Dass man die USA trotzdem auch weiterhin für alle Probleme verantwortlich machen will, zeugt von der eigenen Verantwortungslosigkeit.

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25 Antworten to “Ist immer die USA verantwortlich?”

  1. aron2201sperber Says:

    Sahra Wagenknecht ist auch gerade dabei:

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/linke-fluechtlinge-wagenknecht-sieht-usa-als-schuldigen-a-1051623.html

    bei der westlichen Asylschuld sind sich Links- und Rechtsaußen total einig:

    https://aron2201sperber.wordpress.com/2015/08/13/radikale-gemeinsamkeiten/

    Die linken Asylfreunde rechtfertigen mit der Schuld des Westens ihre Forderung nach offenen Grenzen für Flüchtlinge aus aller Welt.

    Die rechten Asylfeinde sehen sich hingegen nicht als Teil des Westens. Damit sei man auch nicht verantwortlich, die vom Westen verursachten Probleme wie die Flüchtlingskrise zu lösen.

  2. besucher Says:

    Der Irakkrieg war vollkommen überflüssig. Letztendlich hat er nämlich den Iran gestärkt weil mit seiner Unterstützung eine schiitische Elite im Irak die Macht ausübt. Das kann man gar nicht oft genug betonen.
    Dadurch dass Assad dermaßen in Bedrängnis geraten ist haben auch die Russen wieder mehr als einen Fuß in Syrien in der Tür.
    Dummerweise sind die Türkei und die Saudis unsere Verbündeten, sie dulden den IS und wir (also Europa) dürfen für die Folgen aufkommen. Die USA sind weit weg.

  3. American Viewer Says:

    Mittlerweile kann man schon zugeben, dass der Irakkrieg ein Fehler war.

    Allerdings hat die aktuelle Migrationswelle damit eher wenig zu tun. Der Irakkrieg war 2003 und wie Aron aufzeigt, gingen die Migrantenzahlen in diesen Jahren sogar zurück. Es kommen auch kaum Iraker. Die meisten Migranten kommen aus Regionen wie Eritrea, dem Balkan und Syrien.

    Der Grund für die Explosion der Migrantenzahlen 2014/15 hängt eindeutig mit Pullfaktoren zusammen, die in Deutschland 2013/14 noch einmal deutlich gestärkt wurden. Deutsche Parteien namens SPD, Grüne und Linkspartei sind hier die Verursacher unterstützt von den bekannten NGOs, die sich gerne auch über die EU gekonnt über Bande zuspielen. In vielen anderen EU-Staaten gibt es sehr ähnliche Parteien, die genau das gleiche Spiel spielen.

    Obama hat schon recht. Die EU und DL locken die Migranten ungeniert an, jetzt sollen sie auch selbst damit klar kommen. Es wäre ja noch schöner, wenn Amerika dafür auch noch bezahlen müsste.

    • aron2201sperber Says:

      die Reaktion auf die Tragödie von Lampedusa hat eine wesentliche Rolle gespielt.

      erst durfte Italien alle retten und weiterschicken – klar hat es Tsipras dann nicht anders gemacht.

      auf die Türkei, die ein EU-Beitrittskandidat ist, wurde bislang gar kein Druck ausgeübt, die Schlepperei einzudämmen.

      ebenso nicht auf die Golfstaaten, Flüchtlinge aufzunehmen.

      den Konflikt in Syrien zu beenden, steht nicht einmal zur Diskussion.

      die einzigen, auf die man seitens der Asyl-Länder losgeht, ist ausgerechnet Orban, der immerhin versucht hat, für uns einen Grenzschutz durchzusetzen

      • American Viewer Says:

        So lange DL so extreme Angebote an die Migranten macht, ist jede Gegenmaßnahme der Durchgangsländer relativ nutzlos. Da hat Orban schon Recht.

        Ich verstehe auch nicht, warum Orban für Merkel und die anderen verlogenen deutschen Politiker überhaupt die Drecksarbeit erledigt. Als „Lohn“ muss er sich hierfür auch noch von den deutschen Schulmeistern immer wieder beleidigen lassen. Das wäre mir schon lange viel zu dumm geworden.

        Orban sollte den Migranten einfach alle ihren Wunsch erfüllen und sie so schnell wie möglich durch sein Land hindurch Richtung Deutschland schleusen. So lange bis Merkel und Co an ihrer eigenen Verlogenheit ersticken.

        In 2-3 Monaten will die deutsche Regierung ein Gesetz verabschieden, dass man Ende diesen oder Anfang nächsten Jahres wieder auf Sachleistungen umsteigt. Dann hat wieder ähnliche Verhältnisse von vor 2013. Allerdings gilt dies nur für die Erstaufnahmeeinrichtungen. Ob diese Maßnahmen also ausreichen, darf bezweifelt werden.

        http://www.spiegel.de/politik/deutschland/fluechtlinge-bund-gibt-2016-sechs-milliarden-euro-a-1051681.html

        Ich kann Orban nur raten, dass er jeden Tag so viele Migranten wie möglich Richtung Deutschland durchlässt.

    • besucher Says:

      Warum eigentlich nicht? Eigentlich könnte man doch im Bible Belt syrische Flüchtlinge ansiedeln, die wahren Christenmenschen dort zahlen Überfahrt und Versorgung dann vor Ort. So könnten sie auch zeigen dass sie ihren Glauben Ernst nehmen.

      • American Viewer Says:

        Im anstehenden Wahlkampf scheint daran aktuell niemand großes Interesse zu haben.

        Asylrecht ist auch oftmals sehr bürokratisch, weil es nicht auf den Nutzen für das eigene Land abzielt. Wenn man mehr auf den Nutzen gucken würde, hätte auch die Wirtschaft ein Interesse an diesen Leuten und die Bürokratie würde abgebaut werden.

        So ist es nur eine Einwanderung in Sozialsysteme und daran kann keine rational denkende Regierung ein Interesse haben.

        Besonders nicht im Wahlkampf, wenn es wie in den US noch Politiker wie Trump (und auch Sanders!) gibt, die offen sagen, was sie von bestimmten Arten der Einwanderung halten. Nämlich nichts.

        Außerdem ist Obama bekanntlich kein Mann der schnellen Entscheidungen. Er ist ein bisschen wie Merkel. Abwarten ist die erste Maxime.

  4. Salamshalom Says:

    Dass „der Westen“ der (!) Hauptschuldige an der Entwicklung in Nahost ist, ist erstens längst konsens und zweitens bereits vor langer Zeit so erkannt worden.
    Dass einige, inzwischen sehr wenige, Menschen in diesem unserem Lande eine andere Sichtweise haben, muss man unter der Rubrik Meinungsfreiheit ablegen. Die Geschichte freilich bleibt davon unbeeindruckt.

    Die jüngsten Aussagen der Linken hinsichtlich dieses Themas können gar nicht widerlegt werden – außer mit Phrasen und simplen Behauptungen. Wenn syrische Flüchtlinge, wie jüngst im ZDF, davon sprechen, dass „Terroristen aus der Türkei“ für deren Flucht zuständig seien, kann man schwerlich eine Beteiligung unseres Kontinents negieren.

    Selbst in konservativen Leitmedien bekam man schon früh, wenn man wollte, einiges über das, was „dort“ so passiert, mit
    „Der Westen, wenn diese etwas voluminöse Bezeichnung gestattet ist, hat in Syrien schwere Schuld auf sich geladen – nicht, wie oft gesagt wird, weil er mit seiner Unterstützung des Widerstands gegen eine tyrannische Herrschaft zu zögerlich gewesen wäre, sondern im Gegenteil: weil er die illegitime Wandlung dieses Widerstands zu einem mörderischen Bürgerkrieg ermöglicht, gefördert, betrieben hat“. (FAZ, 02.08.13).

    Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien – alles absurde Fehleinschätzungen und Fehleinsätze. Nichts ist besser geworden, aber alles schlechter.

    • aron2201sperber Says:

      Dass “der Westen” der (!) Hauptschuldige an der Entwicklung in Nahost ist, ist erstens längst konsens und zweitens bereits vor langer Zeit so erkannt worden.

      dass der Westen sich selbst anprangert, obwohl der Islam von Nigeria bis Bangkok der Verursacher von Terror und Vertreibungen ist, ist ein Zeichen von schwerer Dekadenz.

      • Salamshalom Says:

        Da beißt sich die Katze in den Schwanz: Wenn der Westen den festen Deckel über die Islamisten lockert (selbstredend seinerseits durch Bomben, Terror und Vertreibungen), darf er sich über das Überkochen des Topfes nicht wundern.

    • aron2201sperber Says:

      http://www.welt.de/debatte/kommentare/article145797348/Das-falsche-Gerede-von-der-Schuld-des-Westens.html

      • Salamshalom Says:

        „Deutschland verspielt mit Angela Merkels eilfertiger Verbreitung eines neuen Neocon-Spins die Chance, dass Deutschland eine Vermittlerrolle in Syrien übernimmt. Mit dieser devoten Haltung wäre zu überlegen, ob man dem deutschen Steuerzahler nicht viel Geld ersparen könnte, wenn man die Außenpolitik direkt aus dem Nato-Hauptquartier betreibt. Die freiwerdenden Ressourcen können dann zur Betreuung der Flüchtlinge verwendet werden, die Deutschland weiter obliegen wird.“

        „Die Bundesregierung warnt vor dem Eingreifen der Russen in Syrien – weil dann Chaos und Anarchie drohen. Das ist ein übles Spiel. Dieser mit deutscher Unterstützung vom Zaun gebrochene Krieg hat Syrien in Chaos und Anarchie gestürzt. Wo bleibt der deutsche Appell an die Kriegstreiber in Washington?“
        http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/09/07/uebles-spiel-merkel-warnt-vor-russen-in-syrien/

      • besucher Says:

        „Die Bundesregierung warnt vor dem Eingreifen der Russen in Syrien – weil dann Chaos und Anarchie drohen.“

        LOL, der Brüller des Tages. Chaos und Anarchie sind doch schon da. Sinnvoll wäre es jetzt einen stabilen, syrischen Rumpfstaat zu schaffen der von Damaskus bis Latakia reicht damit die Christen, Drusen und Alawiten dort überhaupt noch eine Perspektive haben.

    • American Viewer Says:

      In Syrien herrscht ein Bürgerkrieg. Der Krieg entstand weitgehend ohne Zutun des Westens.

      Auch die Türkei und die Golfstaaten brauchten den Westen nun wirklich nicht, um dorthin Waffen zu liefern. Putin hat den Westen überraschenderweise auch nicht vorher gefragt. Der Westen hat in diesem Fall sehr wahrscheinlich mit Abstand die wenigsten Waffensysteme von allen geliefert.

      • aron2201sperber Says:

        dem Westen kann man vorwerfen, dass nicht nach pragmatischen Lösungen gesucht wurde:

        https://aron2201sperber.wordpress.com/2012/12/18/assads-alternative-2/

        nur herum zu schreien, dass Assad weg müsse, aber sonst die Hände in die Tasche zu stecken, war die feigste Variante, für die wir jetzt die Rechnung präsentiert bekommen.

      • Salamshalom Says:

        Wie gesagt, das sehen sehr viele jetzt total anders:
        http://www.deutschlandfunk.de/fluechtlingskrise-eigentlich-muessten-die-europaeer-die-usa.694.de.html?dram:article_id=330225
        „…Im Irak hat man 2002 einen völkerrechtswidrigen Krieg gegen einen furchtbaren Despoten, Saddam Hussein, geführt. Um den muss man sich keine Gedanken machen, ihm muss man keine Träne nachweinen. Aber die anschließende Besatzungspolitik im Irak hat dazu geführt, dass es eine konfrontative Haltung gab der Sunniten gegen die Schiiten, der Kurden gegen die Araber. Und in diesem Chaos entstand ein sunnitischer Widerstand, aus dessen Reihen dann schließlich der Islamische Staat überhaupt erst entstanden ist. Der größte Fehler der Amerikaner war, die irakische Armee aufzulösen und die Baath-Partei von Saddam Hussein. Hunderttausende Sunniten waren quasi über Nacht arbeitslos. Und diese Sunniten bilden heute das Rückgrat des Islamischen Staates, dessen militärische beziehungsweise terroristische Führung wird fast ausschließlich von alten Saddam-Kadern gefüllt. Das war ein eklatanter Fehler. Und es ist eben dieses nicht das erste Mal gewesen. Der Islamische Staat ist das Produkt der USA. Al Kaida, die Taliban in Afghanistan sind entstanden als Reaktion auf die amerikanische Interventionspolitik dort. Aber man lernt aus diesen Fehlern nicht. Man macht immer wieder denselben Fehler. Und jetzt haben wir als Quittung dieser Politik eine massive Flüchtlingsbewegung aus dem Irak, aus Syrien. In Syrien wollte man und will man um jeden Preis Baschar al-Assad stürzen, ebenfalls ein furchtbarer Diktator. Aber man muss ja die Frage beantworten, sollte dieses Regime fallen, wonach es erst einmal nicht aussieht, wer würde dann die Macht in Damaskus übernehmen? Wahrscheinlich ja nicht Christ- oder Sozialdemokraten, sondern eher der Islamische Staat. Wo also ist die Logik dieser Politik?“

      • aron2201sperber Says:

        in vielen Teilen Syriens ist Assad längst nicht mehr an der Macht.

        jene Aufteilung des Landes war vorhersehbar:

        https://aron2201sperber.wordpress.com/2012/09/26/assads-alternative/

        sowohl Putin als auch der Westen haben jedoch auf ihre Maximalziele bestanden.

        während Putin seinen Bastard Assad jedoch bedingungslos unterstützt hat, ließ der Westen die FSA im Regen stehen, aus Angst womöglich „wie in Afghanistan“ die Falschen zu fördern.

        so konnte sich der IS gegen die FSA durchsetzen.

        im Übrigen ist der IS dann von Syrien in den Irak einmarschiert und nicht umgekehrt.

      • American Viewer Says:

        Der DL-Funk und Lüders. Das passt wie die Faust aufs Auge.

        Wie gesagt der Irakkrieg war ein Fehler, so viel kann man zugeben.

        Aber auch der Abzug danach war ein Fehler. Hätte man DL schon 1953 wieder verlassen, wäre es auch gut möglich gewesen, dass Kommunisten oder Nazis wieder die Macht übernehmen.

    • Olaf Says:

      Das ist konsens in der Moschee und bei linken Spinnern.

  5. aron2201sperber Says:

    Ich sehe den Irak-Krieg als strategischen Fehler.

    Bush und Blairs Projekt eines demokratischen Vorzeige-Staates statt Diktatur war zu ambitioniert.

    In der Region muss man leider wohl noch lange mit Bastards leben.

    Dass ausgerechnet viele Deutsche den Krieg als große moralische Verfehlung des Westens anprangern, ist allerdings absurd.

    Hätte es im Irak mit Demokratie und Freiheit wie in der BRD funktioniert, wäre es für die Iraker wohl nicht das Schlechteste gewesen, auch wenn für die USA ein „böser“ Profit herausgeschaut hätte.

    Auch wenn ich den Krieg nicht begonnen hätte, wünschte ich mir daher stets einen Erfolg der westlichen Intervention.

    Obwohl man hier viele Jahre mit Demokratie und Freiheit gut gelebt hatte, wünschten hier hingegen viele den Irakern und den USA von Anfang an alles Schlechte und waren schadenfroh über jeden toten amerikanischen Soldaten und jeden durch Terror getöteten irakischen Zivilisten.

    Bush ist jedoch mittlerweile längst Geschichte.

    Die Probleme in Syrien fallen mitten in die Obama-Ära der Nichtintervention.

    Der IS ist auch nicht vom Irak nach Syrien einmarschiert, sondern es war genau umgekehrt.

    Trotzdem fällt vielen nicht Besseres ein als weiter stur und schadenfroh mit dem Finger auf die USA zu zeigen.

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