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Flucht vor Verantwortung

September 11, 2015

Die Bush-Ära war für uns Europäer sehr bequem.

Man konnte sich einfach nobel heraushalten und sich dafür auch noch selbst auf die Schulter klopfen.

Deswegen wird auch nach 7 Jahren Obama gerne so getan, als ob die interventionistische Bush-Ära immer noch andauern würde.

Der Irak-Krieg mag ein Fehler gewesen sein, trotzdem wurde der Irak von Bush in einem halbwegs geordneten Zustand übergeben, und die deutschen Asylzahlen waren am Ende der Bush-Ära an einem historischen Tiefststand.

Die ewige Schuldzuweisung an die USA ist eine Flucht vor der eigenen Verantwortung.

Indem man die Flüchtlingskrise als unabwendbare Naturkatastrophe beschreibt, die durch die Intervention der Amerikaner ausgelöst worden sei, kann man sich vor allen unangenehmen Entscheidungen drücken.

Es gibt es keine Ansätze zu einer Lösung der Krise in Syrien, gleichzeitig fühlt man sich auch nicht für den Schutz der eigenen Grenzen verantwortlich.

Auch die Flüchtlinge, die Deutschlands Willkommenskultur in Anspruch nehmen, teilen zu einem großen Teil das Schuld-Schema ihrer Aufnahmegesellschaft:

Unter Syrern gebe es die Haltung, der IS sei ein Produkt des Westens, es gebe Verschwörungstheorien, dass die USA den IS erfunden hätten.

(Spiegel)

Geflohene Assad-Anhänger geben dem Westen die Schuld, weil der Westen gegen Assad war, Assad-Gegner geben dem Westen die Schuld, weil der Westen nicht genug gegen Assad unternommen habe.

Leider ist die Schuldzuweisung an den Westen so ziemlich das einzige, was man mit der westlichen Aufnahmegesellschaft gemein hat.

Dank der westlichen Schuld braucht man sich nicht mit den Gründen, die in der islamischen Welt zur eigenen Vertreibung geführt haben, auseinanderzusetzen.

Statt Verantwortung für die eigenen Probleme zu übernehmen, kann man so die eigenen Probleme mit bestem Gewissen in die schuldige westliche Aufnahmegesellschaft importieren.

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