Putins miesen Sieg in Syrien akzeptieren

Putin hat stets alles dafür getan, um Assad als einzige Alternative zu den Dschihadisten erscheinen zu lassen.

Aufgrund der Angst des Westens, sich durch ein zu starkes Engagement, die Hände schmutzig zu machen, hatte Putin letztlich großen Erfolg mit seiner Politik.

Heute gibt es in Syrien tatsächlich praktisch nur noch Assad und den IS.

Auch wenn mehr Menschen durch das Assad-Regime getötet wurden als durch den IS, ist der wahnsinnige IS die wesentlich größere Bedrohung für unsere Zivilisation.

Die Chance, eine Alternative zu Assad und dem Dschihad zu etablieren, hat man nicht genützt, jetzt sollte man das geringere Übel akzeptieren.

Man musste sich in der Geschichte schon mit schlimmeren Verbrechern als Putin und Assad zusammentun, um noch schlimmere Verbrecher zu stoppen.

Wen man allerdings außen vor lassen kann, ist Erdogan.

Als der Islamische Staat im Vormarsch war, sah der Islamist Erdogan keinen Grund zum Einschreiten.

Erst als die Kurden große Gebiete vom IS eroberten, beschloss Erdogan etwas „gegen die Terroristen“ zu unternehmen.

Dass Erdogan nicht den IS, sondern die Gegner des IS als „die Terroristen“ ansieht, hat er in den letzen Wochen unmissverständlich gezeigt.

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10 Antworten to “Putins miesen Sieg in Syrien akzeptieren”

  1. American Viewer Says:

    Ein Pakt mit Putin scheint wirklich die einzig verbleibende Lösung zu sein. In diesem Fall sind Putin und Assad die rationalere Wahl, wenn gegenüber nur noch IS, Erdogan und Saudi-Arabien stehen.

    Allerdings paktiert der Westen bisher mit Erdogan und Saudi-Arabien, so dass es mich schon sehr wundern würde, wenn Obama von diesem Ross herunterkommt, Fehler eingesteht und neue Bündnisse schmiedet.

    Mit Iran hat er diesen idiotischen „Atom-Deal“ ausgehandelt. Hätte er mal lieber mit den Iranern über die realen und akuten Probleme in Syrien verhandelt. Aber in Syrien geht es nicht darum Juden eins auszuwischen, also uninteressant.

    Obama ist in dieser Hinsicht ein Ideologe, ein Spinner, der lieber irgendwelche antisemitischen Traumtänzereien verhandelt, als reale Probleme zu lösen.

    Und von Steinmeier und Co ist bekanntlich sowieso nichts zu erwarten.

    Immerhin Kerry will Lawrow in London treffen. Ein Umdenken ist allerdings nicht erkennbar:

    „Die Regierung in Washington betrachtet das verstärkte militärische Eingreifen Russlands in den Syrien-Konflikt mit großer Sorge. Kerry machte am Mittwoch erneut deutlich, dass die russische Unterstützung für den syrischen Machthaber Baschar al-Assad zu einer weiteren Eskalation der Krise führen könnte.“
    http://www.welt.de/newsticker/news1/article146497909/Kerry-Russland-will-Militaergespraeche-mit-USA-zu-Syrien.html

    Weitere Eskalation? Wie soll das gehen? Die russischen Einheiten schützen die letzten Städte, die noch lebende Aleviten und Christen enthalten und Kerry redet von Eskalation. Ein Skandal ist das.

    Soll er doch froh sein, dass nun endlich Bodentruppen dort sind, ohne die man den IS niemals besiegen wird.

    Seine Militärberater erzählten Obama von Anfang an, man brauche Bodentruppen, der will aber bekanntlich bis heute nicht hören.

  2. Salamshalom Says:

    So, endlich mal pragmatische Stimmen hier.
    Mit (!) Assad gegen den IS, dann mit (!) UN Wahlen in Syrien abhalten. Das ist der einzig gangbare Weg und, das ist das Tragische dran, seit Jahren möglich gewesen.

    • American Viewer Says:

      Ich habe kein Problem damit, eigene Fehler zugegeben. Ich mache das an dieser Stelle. Der Sturz bzw. die Sturzversuche der Regime in Libyen, Irak und Syrien waren ein Fehler, weil man nie wirklich bessere Alternativen hatte.

      Oder um es mit Keynes zu sagen: When the facts change, I change my opinion.

      • aron2201sperber Says:

        so weit würde ich nicht gehen.

        Irak war zwar nach meiner Ansicht ein strategischer Fehler.

        als Bush den Irak an Obama übergab, war die Lage allerdings stabil und humaner als unter Saddam

        in Libyen wurde eingegriffen, um den Krieg zu beenden.

        ohne die Entwicklungen in Tunesien und Ägypten, die nicht vom Westen gesteuert waren, würde Gaddafi immer noch mit unseren Politikern schmusen.

        außerdem ist Libyen trotz aller Probleme lediglich ein Transitland für Flüchtlinge wie die Türkei und Tunesien.

        und in Syrien wurde ja eben nicht eingegriffen, zumal man immer Angst hatte, wen falschen zu fördern.

        das ändert allerdings alles nichts daran, dass man jetzt sehr pragmatisch sein muss, um den Dschihadismus einzudämmen.

      • American Viewer Says:

        Um mich nicht falsch zu verstehen. Saddam Hussein und Gaddafi haben ihren Sturz zu großen Teilen selbst zu verantworten: Sie waren einfach unerträglich nervig und haben den Westen immer wieder mit wilden Drohungen überzogen.

        Es stimmt auch, dass Obama die relativ stabile Sicherheitslage nach Bush in ihr Gegenteil verkehrte.

        Trotzdem bleibe ich dabei, dass sich die Verantwortlichen im Vorfeld fiel zu wenig Gedanken gemacht haben, welche realistischen und besseren Alternativen man zu diesen schrecklichen Regimes überhaupt hat.

        Es stellt sich bei den besagten drei Ländern immer mehr heraus: Es gab nie Alternativen, die wirklich realistisch waren. Und es ist bisher immernoch kein Weg ersichtlich wie es wirklich besser werden soll.

        Selbst in Afghanistan verhandelt man mittlerweile wieder mit den Taliban.

        Und Iran hat man trotz seiner extremen, permanenten Drohungen schon immer in Ruhe gelassen. Dabei wäre der Iran dank seiner echten Elite und seiner Vorgeschichte wirklich das einzige Land in dieser Region, wo eine Absetzen der Mullahs eventuell funktioniert hätte.

        Trotz der ganzen schlechten Erfahrungen war Obama dafür in Ägypten die Militärs durch die Muslimbrüder zu ersetzen. Letztendlich mussten sich die Militärs gegen Obama durchsetzen, sonst wäre es in Ägypten zur nächsten Katastrophe gekommen.

        Auch in Syrien muss sich das Regime Assad weiter gegen den Westen durchsetzen, obwohl es mit dem IS mittlerweile nur noch Alternativen gibt, die schlechter sind.

        Mir scheint es ist höchste Zeit für eine Kurskorrektur Richtung Realpolitik. Aber keine Angst, das machen die meisten westlichen Politiker sowieso nicht.

  3. arprin Says:

    Man sollte mit jedem kooperieren, der wirklich bereit ist, beim Kampf gegen den IS zu helfen. Aber ich bezweifle, dass das Putins tragende Motivation für die Stationierung von Truppen in Syrien ist. Wollte er das, hätte er die westlichen Luftschläge gegen den IS unterstützen können, stattdessen hat er sie im Februar noch allen Ernstes als „unverhältnismäßig im Vergleich zu der realen Bedrohung“ kritisiert:
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/islamischer-staat-putin-kritisiert-kampf-gegen-is-a-1017458.html

    Möglicherweise geht es Putin darum, wie Erdogan die IS als Grund anzuführen, um gegen andere Gegner zu kämpfen. Assad hatte in letzter Zeit große Verluste, nicht gegen den IS, sondern andere Rebellen-Allianzen. Seit dem Verlust von Idlib im Mai 2015 befindet er sich so schwer im Rückzug wie seit Beginn der Krise im März 2011 nicht. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Russen Assad eher gegen die übrige Opposition unterstützen wollen, die ihn real bedroht.
    Nun ist diese übrige Opposition auch nicht gerade moderat, aber auch nicht schlechter als Assad. Und, was wichtiger ist, wird es den Russen überhaupt gelingen, Assad zum Sieg zu verhelfen oder wird aus dem Rebellenfortschritt wieder ein Patt, der zu mehr Toten und mehr Flüchtlingen führt? Dann würde alles so weitergehen, und Russlands Initiative hätte nur den Krieg verlängert.

    Naja, die Zukunft wird es zeigen.

  4. American Viewer Says:

    Natürlich geht es Putin nicht um den IS, sondern um Assad. Aber der IS ist der letzte große Gegner Assads. Der IS hatte Assad schon nahe am totalen Kollaps. Deshalb musste Putin jetzt Bodentruppen schicken. Der Westen träumt davon Putin, Assad und den IS loszuwerden, will aber selbst nichts investieren.

    Man kann jetzt also nur noch Assads Regime oder den IS aus Syrien losbekommen. Beides zusammen geht kaum mehr, zumal dann wieder niemand weiß, was danach kommen würde.

    Jetzt hat man so lange gewartet, im Grunde kann man jetzt die nächsten Monate abwarten, ob und wenn ja wer im Krieg zwischen IS und Russland als Sieger hervorgeht. Das macht den Bock auch nicht mehr Fett.

    Und so wie man die Rhetorik der bekannten westlichen Politiker kennt, wird genau das passieren: Sie reden viel, aber es wird nichts geschehen.

    • aron2201sperber Says:

      wenn Kerry immer noch vom unvermeidbaren Abgang Assads faselt, geht das schon sehr stark an der Realität vorbei:

      http://www.spiegel.de/politik/ausland/john-kerry-deutet-kooperation-mit-russland-an-a-1053790.html

      das ist schon fast ein Hauch von Endsieg-Phantasien im Führerbunker dabei.

      • American Viewer Says:

        Assad stand vor wenigen Tagen wohl durchaus kurz vor dem totalen Kollaps. Auch mit Putins Truppen ist ein Sieg Assads nicht sicher. Die Russen sind nicht gerade Experten, darin solche Krieg zu gewinnen. Die meisten Großmächte tun sich mit den IS-Taktiken schwer.

        Allerdings höre ich von Kerry nicht, wer statt Assad regieren soll. Man wiederholt offenbar die gleichen Fehler, die man in Libyen, Irak, Afghanistan usw. schon begangen hat. Man will
        einen Bastard absetzen, ohne einen geeigneten neuen Bastard zu haben.

      • aron2201sperber Says:

        es wird für Putin sicher nicht einfach in Syrien.

        trotz all meiner Antipathie für Putin und seine Bastarde wünsche ich ihm kein neues Afghanistan, sondern hoffe, dass er beim Kampf gegen den IS erfolgreich ist.

        USA-Hasser aus Europa wie Todenhöfer waren hingegen stets geil auf ein neues Vietnam, auch wenn dies kaum zum Vorteil Europas gewesen wäre.

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