Archive for 5. Oktober 2015

Der Schleuser soll Schlüsselrolle übernehmen?

Oktober 5, 2015

Die Türkei avanciert in der Flüchtlingskrise zum wichtigsten Verbündeten der EU, westliche Politiker buhlen um Ankaras Gunst. Doch die wird sich Präsident Erdogan teuer abkaufen lassen.

Seit vier Jahren nehme die Türkei Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak auf – „ohne irgendeine Form der Diskriminierung“. Inzwischen seien es fast 2,5 Millionen Menschen, für die Ankara 7,8 Milliarden Dollar ausgegeben habe.

(Spiegel)

Bezahlt hat Erdogan lediglich für 200.000 Personen der von ihm unterstützten Bürgerkriegs-Partei, die er entlang der Grenze zu Syrien in Camps postiert hatte.

Alle anderen mussten ihren Aufenthalt selbst finazieren, weswegen die Türkei für die meisten Syrer lediglich ein teures Transitland war.

Das Einzige, was Erdogan für seine syrischen Muslimbrüder jetzt noch tut, ist ihnen die Türe ins europäische Sozialmekka zu öffnen.

Deutschland zahlt für türkische Staatsbürger allerdings jährlich über 3 Milliarden Hartz IV, wobei medizinische Kosten, Schulkosten, Gerichtskosten und Gefängniskosten natürlich nicht eingerechnet sind.

Hätte die EU Eier in der Hose würden wir dem Sultan seine syrischen Muslimbrüder umgehend zurückschicken und seinen türkischen Muslimbrüdern die Sozialleistungen streichen.

Und der „Islamische Staat“ sei „genauso eine Terrororganisation wie die PKK oder die PYD“, meint Erdogan. „Man kann nicht von guten oder schlechten Terroristen sprechen.“ Sie alle hätten „Blut an ihren Händen“ und müssten bekämpft werden.

Das sagt ausgerechnet der Mann, der die Hamas-Terroristen bei jeder Gelegenheit hofiert:

Erdogan Hamas

Was hält die EU eigentlich davon ab, einen Kurdenstaat, der mindestens genauso viel Existenzrecht wie ein Palästinenser-Staat hätte, umgehend anzuerkennen?

Werbeanzeigen

Bochum predigen, in London leben

Oktober 5, 2015

Herbert Grönemeyer will wieder einmal die Reichen besteuern.

Dabei ist er selbst das beste Beispiel, warum dies nicht klappen wird.

Reiche können es sich eben leisten, einfach einen anderen steuergünstigeren Wohnsitz zu suchen – genau wie Herbert Grönemeyer, der zwar Bochum predigt, aber seine Steuern lieber im neoliberalen London zahlt.

Gerade unter den sich sonst als große Moralisten gerierenden Künstlern ist diese Praxis besonders verbreitet.

Seine Wahlempfehlungen gab Udo Jürgens zwar trotz „großer Schröpfung“ für die SPÖ ab, seinen Hauptwohnsitz verlegte er jedoch in die
Schweiz.

Auch der heute verstorbene altlinke Moralist Henning Mankell verbrachte die meiste Zeit im Jahr im steuerlich wohl besonders günstigen Mozambique, zu seinen medizinischen Behandlungen konnte er als schwedischer Staatsbürger und großer Sozialdemokrat natürlich stets trotzdem zurückkehren.

Auch wenn Künstler glauben die einzigen Schlauen zu sein, so würden wohl auch andere Reiche ihrem Beispiel folgen, sollte der Staat sie zu stark schröpfen wollen.

Wirklichen Zugriff hat der Staat nur auf das Einkommen von Menschen, die es sich nicht leisten können, einfach woanders zu wohnen, da sie von ihrem Job leben müssen.

Wenn man wirklich reich ist, kann man sogar Phänomene wie die islamische Massenzuwanderung nach Deutschland mit großer Kühnheit begrüßen:

Aber Deutschland braucht die Migranten nicht nur, weil die Kräfte der Wirtschaft erlahmen. Es erlahmen auch die der Kultur. Das Deutschland des Botho Strauß, in dem sich wohl auch die Strobls, Seehofers, Söders wohlfühlen würden, wäre eine Geisterbahn. Ein Land der Alten und Versehrten. Der Furchtsamen und Mutlosen.

(Jakob Augstein – Spiegel)

Sollte etwas schiefgehen, wechselt man einfach seinen Wohnsitz – zur Not auch in die verhasste USA.