Bochum predigen, in London leben

Herbert Grönemeyer will wieder einmal die Reichen besteuern.

Dabei ist er selbst das beste Beispiel, warum dies nicht klappen wird.

Reiche können es sich eben leisten, einfach einen anderen steuergünstigeren Wohnsitz zu suchen – genau wie Herbert Grönemeyer, der zwar Bochum predigt, aber seine Steuern lieber im neoliberalen London zahlt.

Gerade unter den sich sonst als große Moralisten gerierenden Künstlern ist diese Praxis besonders verbreitet.

Seine Wahlempfehlungen gab Udo Jürgens zwar trotz „großer Schröpfung“ für die SPÖ ab, seinen Hauptwohnsitz verlegte er jedoch in die
Schweiz.

Auch der heute verstorbene altlinke Moralist Henning Mankell verbrachte die meiste Zeit im Jahr im steuerlich wohl besonders günstigen Mozambique, zu seinen medizinischen Behandlungen konnte er als schwedischer Staatsbürger und großer Sozialdemokrat natürlich stets trotzdem zurückkehren.

Auch wenn Künstler glauben die einzigen Schlauen zu sein, so würden wohl auch andere Reiche ihrem Beispiel folgen, sollte der Staat sie zu stark schröpfen wollen.

Wirklichen Zugriff hat der Staat nur auf das Einkommen von Menschen, die es sich nicht leisten können, einfach woanders zu wohnen, da sie von ihrem Job leben müssen.

Wenn man wirklich reich ist, kann man sogar Phänomene wie die islamische Massenzuwanderung nach Deutschland mit großer Kühnheit begrüßen:

Aber Deutschland braucht die Migranten nicht nur, weil die Kräfte der Wirtschaft erlahmen. Es erlahmen auch die der Kultur. Das Deutschland des Botho Strauß, in dem sich wohl auch die Strobls, Seehofers, Söders wohlfühlen würden, wäre eine Geisterbahn. Ein Land der Alten und Versehrten. Der Furchtsamen und Mutlosen.

(Jakob Augstein – Spiegel)

Sollte etwas schiefgehen, wechselt man einfach seinen Wohnsitz – zur Not auch in die verhasste USA.

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5 Antworten to “Bochum predigen, in London leben”

  1. American Viewer Says:

    Ein sehr informativer Artikel. Das meiste über die genannten Promis wusste ich nicht. Wie verlogen diese Leute sind. Zumindest von Udo Jürgens hätte ich gedacht, dass er ein bisschen ehrlicher ist. Aber nichts da.

    Der Augstein mit seinen Maßanzügen und seinen Luxusappartments in Hamburg und Berlin. Er führt zwar ein sehr abgeschottetes Leben, aber vielleicht trifft er wenigstens einmal in seinem Leben auf eine jugendlich engagierte Gruppe von Migranten, die mit ihm Ungleichheit und Umfairteilung ausdiskutieren.

    • aron2201sperber Says:

      der Artikel aus 1977, auf dem Höhepunkt der Kreisky-Ära, ist recht witzig:

      Der bestbezahlte deutschsprachige Sänger schwitzt zu Recht. Er muß Monat für Monat eine Viertelmillion Schilling — mehr als 35 000 Mark — an den österreichischen Staat abführen. Jeden Morgen, noch ehe er das Bett verläßt, ist er 1170 Mark los.

      Wiens Finanzminister Hannes Androsch braucht Geld und nochmals Geld. Denn er steuert 1977 auf ein Budgetdefizit von sieben Milliarden Mark zu — bei Gesamtausgaben von rund 34 Milliarden Mark.

      http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40859213.html

      Udo jammert fürchterlich:

      Ich kriege schweißnasse Hände, wenn ich zwei Wochen lang nichts verdiene“, stöhnte Udo Jürgens. „Wo soll ich denn das viele Geld für die Steuer hernehmen?“

      …aber schließlich findet er später den Ausweg, wie er SPÖ-Fan bleiben kann, aber auch sein Vermögen behält, auch wenn es sein schweizer Wohnsitz natürlich „nichts mit Steuerprivilegien zu tun habe“:

      http://diepresse.com/home/leben/mensch/564391/Udo-Jurgens_Ich-zahle-gerne-meine-Steuern-

  2. Olaf Says:

    Grönemeyer, die Zarah Leander mit Verstopfung, der bunten Republik, kurz vor dem Untergang. Die Migrationswaffe als Massenvernichtungswaffe, kurz die Asylbombe, wird von den Linken besungen, wie es die Imame wohl auch tun. Freudig wird die Asylbombe begrüßt, deren Islampilz einen Feuerschein in den Himmel zeichnet.

  3. besucher Says:

    Der Grundgedanke stimmt aber: Diejenigen, die Massenimmigration wollen (das sind im Schnitt eher Bessergestellte) sollen auch zahlen.

    • American Viewer Says:

      Sie bezahlen aber nicht und werden nie bezahlen. Die Bessergestellten werden nie mit Migranten um Arbeitsplätze, Wohnraum usw. konkurrieren. Teile der unteren Schichten haben das mittlerweile begriffen.

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