Der Spiegel bläst zur Hexenjagd

Ein Jahr Pegida und die Folgen: In Köln ereignet sich ein Akt des politischen Terrors, wie ihn Deutschland seit der RAF nicht gesehen hat. Damals kam der Terror von links, und das Land wurde umgekrempelt, als habe der Polizeiapparat nur darauf gewartet: Rasterfahndung, Radikalenerlass, Gesinnungsjustiz, Einzelhaft, Stammheim.

Die geistige Verbindung zwischen den Pöblern und Perlenkettenfrauen der Pegida und dem Anschlag auf die Kölner OB-Kandidatin Henriette Reker ist evident – und wer jetzt reflexhaft von einem „Einzeltäter“ spricht oder einem „psychisch kranken Täter“, reiht sich ein bei den Verharmlosern.

(Georg Diez – Spiegel)

Praktisch die gesamte Intelligenzija sympathisierte völlig offen mit der radikalen Ideologie der RAF, auch wenn nur ein Teil die konkreten Gewalttaten gut hieß.

Die RAF stand auch nicht für ihre Gesinnung vor Gericht, sondern die Anwälte der RAF wollten die Verbrechen der RAF mit ihrer Gesinnung rechtfertigen.

Schlimmstenfalls steht Pegida in einem Verhältnis zum Kölner Attentäter wie die APO zur RAF.

Auch wenn man ähnliche Meinungen zum Islam und zu Merkels Asylpolitik wie der Attentäter vertritt, so wird die Gewalt weder unterstützt noch gerechtfertigt.

Einen Einzeltäter, dessen Schuldfähigkeit noch gar nicht festgestellt wurde (das kann nur ein Gericht nach einem Verfahren und nicht der Spiegel nach 2 Tagen) mit einer Terrororganisation wie der RAF zu vergleichen, ist allerdings ohnehin jenseitig.

Auch wenn Einzeltäter politische Motive angeben, ist bei deren Gewalttaten meistens die eigene Psyche der entscheidende Faktor.

Der Mörder von John F. Kennedy war Kommunist. Nach der McCarthy-Ära verzichtete man jedoch darauf, deswegen eine geistige Verbindung zwischen allen Linken und dem Kennedy-Mörder zu ziehen.

Gegen die Tea-Party oder Pegida sind solche „Hexenjagden“ hingegen salonfähig.

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9 Antworten to “Der Spiegel bläst zur Hexenjagd”

  1. Malte S. Sembten Says:

    In Köln ereignet sich ein Akt des politischen Terrors, wie ihn Deutschland seit der RAF nicht gesehen hat.

    Was war eigentlich mit den Attentaten gegen Schäuble (das folgenreicher für das Opfer war das gegen Reker) und mit dem gegen Lafontaine?

  2. Paul Says:

    Es ist unerträglich, dass ohne die genaue Kenntnis der Motivation des Messerstechers, sofort allgemein verbindliche und endgültige Schlussfolgerungen gezogen werden. Nicht nur durch den Spiegel, sondern auch durch so manchen Politiker.
    Pegida hat den Messerstecher motiviert.
    Die Erwähnung der RAF in diesem Zusammenhang ist völlig unerträglich.
    Warum wird nicht auch noch die NSU erwähnt?

    Der nächste Song ist schon in Vorbereitung: „An allem ist Pegida schuld!“

    Ich mach mal Schluss und übergebe mich an den nächsten Kommentator. Vielleicht fällt dem noch etwas Besseres ein.

    Herzlich, Paul

  3. American Viewer Says:

    Leute wie Diez und Augstein schreiben immer besonders wirres Zeug.

    Ein Beispiel: In vielen ihrer Kommentare wünschen sie sich die beiden „die große Revolution“, die de facto große Teile des GG über Bord wirft. In anderen Kommentaren spielen sie sich dann als große Wahrer des GG auf, das niemals verändert werden dürfe.

    Auch die Überheblichkeit und Hetze gegen Ostdeutsche ist für diese Leute typisch. Ein Westdeutscher sticht eine westdeutsche Politikerin nieder und Diez zieht über Ostdeutsche her. Wie dumm Ostdeutsche doch seien, die Westdeutschen hätten sie nicht richtig erzogen.

    Darauf muss man erst einmal kommen.

  4. Olaf Says:

    Der Kölner ist bestimmt ein Sohn von Beate Tzschäpe und Paulchen Panther, wird der Spiegel bald recherchieren.Die Reker kann einem leid tun, den linken Heulbojen der BRD ist ihre Gesundheit scheißegal. In den Redaktionen haben die Sektkorken geknallt, als man vom Attentat hörte, weil jetzt die lange geschriebenen Hetz-Artikel in Druck gehen können.

    • Paul Says:

      Hallo Olaf,
      nicht nur in den Redaktionen, sondern auch in der Politik hat man der Hetzjagd gegen Pegida neuen Schwung geben können.
      Der Galgen war weitgehend propagandistisch verbraucht. Auch schwebte über dem Galgen die auch Gabriel zugedachte Guillotine auf der TTIP-Demonstration in Berlin. Mir ist schleierhaft, wie es den Propagandisten gelingen konnte das Fallbeil, nach einer kurzen Präsentation so sang und klanglos verschwinden zu lassen.
      Da bewahrheitet sich wieder der Spruch meiner Oma: „Junge, wenn zwei das Gleiche tun, dann ist es noch lange nicht das Gleiche.“ Schon die alten Römer wussten das.

      Der verlinkte SPIEGEL-Artikel berichtet zwar über das Fallbeil und dass der DGB dies verurteilt, ist aber sonst sehr zurückhaltend. Er beschließt den Artikel mit dem Hinweis auf den Pegida-Galgen. Bin ich ein Schelm, weil ich darin eine Relativierung sehe? Verstärkt wird sie dadurch, dass der Spiegel den möglichen Straftatbestand beim Galgen ausführlich darlegt, währen er sich bei der Guillotine lediglich darauf beschränkt zu erwähnen, dass der Staatsanwalt Ermittlungen aufgenommen hat.
      Ja, so macht man Propaganda in die gewünschte Richtung. Da bin ich als ehemaliger DDR-Bürger besonders sensibel. So hat das die DDR-Presse auch gemacht. Meine Gratulation an den Spiegel. Er hat seine Lektion gut gelernt.

      Herzlich, Paul

      • aron2201sperber Says:

        wäre nicht der Pegida-Galgen gewesen, wäre es wohl nie zu Ermittlungen wegen der Anti-TTIP-Guillotine gekommen.

        Linker Aktivismus darf seit jeher „provokant, subversiv“ etc. sein.

        blöd, dass das, was man sich selbst stets ungestraft herausnahm, jetzt auch von den bösen Rechten kopiert wird

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