Österreichs riskante Lage an der Balkanroute

Die Türkei wird die Flüchtlingskrise für Deutschland sicher nicht lösen.

Selbst wenn die Türkei die 3 Milliarden in bessere Flüchtlingslager investieren würde, wären es trotzdem nur Durchgangslager, solange der Weg nach Deutschland mit seinen viel höherwertigen Leistungen offen stünde.

Die große Völkerwanderung wird daher erst enden, wenn Deutschland seine Grenzen schließt.

Wenn zu diesem Zeitpunkt die Balkanroute noch offen ist, wird Österreich sämtliche Flüchtlinge, die noch auf der Balkanroute unterwegs sind, abbekommen.

Nur wenn Slowenien es den bösen Ungarn nachmacht und durch die Schließung der Schengen-Grenze die Balkanroute rechtzeitig blockiert, gibt es für Österreich eine Chance, ungeschoren davon zu kommen, ohne sich selbst die Hände dreckig zu machen.

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20 Antworten to “Österreichs riskante Lage an der Balkanroute”

  1. American Viewer Says:

    Österreichs regierende Politiker beklagen sich jetzt schon, weil in Österreich 6.500 Flüchtlinge pro Tag ankommen, Bayern pro Tag aber „nur“ 4.500 pro Tag direkt übernimmt.

    http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-10/oesterreich-deutschland-fluechtlinge

    Vor einigen Wochen kam in der ZEIT ein ähnlicher Artikel, in dem ein österreichischer Arzt 2-3 Flüchtlinge in seinem Privat-PKW nach Deutschland brachte und sich dafür als Schlepper verantworten musste.

    Der Österreicher sah sich als Held. Die Begründung für seine Rettungstat ging dem Sinn nach so:

    Hätte er die Flüchtlinge nicht über die Grenze gebracht, hätten sie vielleicht eine Nacht (!) auf der Straße schlafen müssen. Auch um Essen und Trinken habe er sich gesorgt. Damals war es noch sommerlich by the way.

    Offenbar hatte man alle die Jahre eine falsche Vorstellung von Österreich: Es gibt dort nur lumpige Straßen. Essen und Trinken sind rare Güter. Feste Behausungen gibt es nicht.

    Der österreichische Arzt konnte die Flüchtlinge zwar ein paar hundert Kilometer mit seinem Auto nach Deutschland bringen, aber er konnte sie keine Nacht im Dritte-Welt-Land Österreich versorgen.

    Ich hoffe die deutschen Richter haben Verständnis.

    • aron2201sperber Says:

      Schlepperei fällt nicht unters Strafrecht, wenn diese aus „Idealismus“ betrieben wird.

      Verwaltungsstrafen sind mit Sicherheit keine ausreichende Abschreckung für die „Idealisten“

      • American Viewer Says:

        Das ist gut möglich. Das Urteil würde mich interessieren. Aber ich finde leider nicht einmal mehr den ersten Original-Artikel. Er wurde auch nicht in U-Haft genommen. Von daher sieht man schon, dass du recht hast. Vielleicht gibt es eine Geldstrafe. Am ehesten gibt es „Bewährung“ – also gar keine Strafe.

  2. Paul Says:

    Wir haben ein grundlegendes Problem in der EU.

    Das schließen von Grenzen wird mit „Hände schmutzig machen“ gleich gesetzt.

    Die Kernländer fordern es von den Außenländern, weil sie sich nicht die Hände schmutzig machen wollen.
    Das wirksamste Mittel wäre der gemeinsame Schutz der Außengrenzen. Das wird allgemein als politisch nicht machbar dargestellt. Der Vorteil: Alle würden sich die Hände schmutzig machen.

    Es macht keinen Sinn, wenn die Kernländer ihre Grenzen schließen. Der Aufwand ist viel zu groß und die Flüchtlinge werden zum Spielball. Wenn D sie nach A schickt, weil sie aus dem sicheren Herkunftsland kommen, kann A sie mit der gleichen Begründung wieder nach D zurück schicken.

    Wer hat sich nur diesen Schwachsinn, der Dublin-Vereinbarung heiß, ausgedacht?

    Herzlich, Paul

    • American Viewer Says:

      Dublin hat über Jahre funktioniert.

      Merkel hat die Regelung dann ohne jede Rücksprache mit den anderen EU-Staaten für nichtig erklärt und stattdessen die Politik des Durchwinkens ausgerufen.

      So viel zum Thema Schwachsinn.

      • aron2201sperber Says:

        Dublin war immer eine schlechte Regelung:

        https://aron2201sperber.wordpress.com/2015/08/29/dublin-und-der-asyl-anachronismus/

        eine echte Festung Europa ohne Belohnung der illegalen Einreise wäre besser gewesen – dann wäre es auch leichter möglich gewesen, im Krisenfall aktiv Flüchtlinge aufzunehmen und sie halbwegs fair zu verteilen

        so war sie jedoch der einzige Schutz vor unkontrollierter Zuwanderung

        ohne eine neue Regelung einzuführen, Dublin einfach aufzugeben, war ein fataler Fehler

      • American Viewer Says:

        Danke für die Antworten!

      • max Says:

        Dublin hat genau gar nie funktioniert. Deutschland hat es nur nicht gemerkt. Z.B. hat sich Italien keinen Tag an Dublin gehalten, man hat von der Schweiz nur einen Bruchteil der Illegalen zurückgenommen, die man hätte zurücknehmen müssen. Gleichzeitig hat man Illegalen sogar Zugtickets in die Schweiz bezahlt. Soviel zu einem „funktionierenden“ Dublin. Nun kommt, zwar absolut selbst verschuldet, auch in Deutschland der Wind einmal von vorne, und schon ist Dublin nicht mehr umsetzbar. Wohlgemerkt war es das selbe Deutschland,das solange es von einer Flüchtlingswelle noch nichts gespürt hat, nicht im Geringsten über eben dieses Dublin diskutieren wollte.
        Die Frage, die sich zu Dublin stellt ist eine ganz andere: Was ums Himmels Willen hat Länder wie Italien oder Griechenland geritten, jemals einen solchen Vertrag zu unterschreiben? Es muss doch jedem, der intellektuell in der Lage ist, sich die Schuhe selber zu binden, klar sein, dass gerade solche Länder den schwarzen Peter per Vertrag erhalten. Welcher Kuhhandel steckt also hinter diesem Vertragswerk?

      • American Viewer Says:

        @max
        Dublin gibt es seit 1997. Ich tippe mal, es hat bis vor 2-5 Jahren mehr oder weniger „funktioniert“. Schon alleine deshalb, weil einfach nicht viel los war.

        Was ums Himmels Willen hat Länder wie Italien oder Griechenland geritten, jemals einen solchen Vertrag zu unterschreiben?

        Ich sehe es wie Aron. Italien und Griechenland haben sich die Regelung mit Sicherheit gut bezahlen lassen.

        Ich denke vier Dinge kommen aktuell zusammen:

        1) Es kommen aktuell viel mehr Migranten als früher.

        2) Das Geld ist in Italien und Griechenland wie immer versickert.

        3) Merkel hat das Problem über Jahre ausgesessen.

        4) Merkel hat ab August 2015 Panik bekommen und noch einmal kräftig Öl ins Feuer gegossen.

      • aron2201sperber Says:

        Was ums Himmels Willen hat Länder wie Italien oder Griechenland geritten, jemals einen solchen Vertrag zu unterschreiben?

        vermutlich wurde zugesichert, dass Frontex für sie die Grenzen ohnehin absichert

        und Geld dürfte natürlich auch reichlich geflossen sein

      • max Says:

        Lieber AV, das ist eben das Problem, wenn man Dublin aus deutscher Warte betrachtet. Hätte Deutschland bei „funktionierendem“ Dublin“ die gleiche Belastung gehabt wie die Schweiz (relativ zur Grösse) , hätte Deutschland seit z.B. 2007 jedes Jahr zwischen 300000 und 450000 Asylberwerber gehabt. Wohlgemerkt, alle eingereist über sichere Dublinstaaten. Ich glaube, die Diskussion über Dublin wäre in Deutschland wesentlich früher losgegangen.

      • American Viewer Says:

        @max
        So sehr ich die Schweiz auch mag. Dass sich Deutschland, Italien und Griechenland in ihren Verträgen nicht für die Schweiz interessieren, kann man nachvollziehen.

      • max Says:

        Aehem, da gibt es doch so einen Vertrag… So einen, den Deutschland, Italien, Griechenland auch unterschrieben haben. Oder ist die Einhaltung von Völkerrecht in der EU, die, wie gerade wir Schweizer wissen, eiserne Prinzipien hat, lediglich eine Marotte bei schönem Wetter?

      • American Viewer Says:

        Drei Mal darfst du raten.

  3. aron2201sperber Says:

    Auch wenn er nicht „rechts“ sein will, vertritt Kurz im Vergleich zu Merkel äußerst realistische Ansichten:

    http://kurier.at/politik/inland/kurz-man-ist-nicht-rechts-wenn-man-realist-ist/160.273.015

    • American Viewer Says:

      „Man ist nicht rechts, wenn man Realist ist.“
      – Aber es hilft. 😉

      • aron2201sperber Says:

        Wer mit 20 nicht links ist, hat kein Herz.

        Wer mit 40 noch links ist, hat kein Hirn.

        als ich so alt wie Kurz war, zählte ich mich noch voll zur linken guten Herzens-Seite.

        er hat also noch genug Zeit, böse zu werden und zu seinem rechten Gehirn zu stehen

    • Paul Says:

      Das ist mal ein Außenminister, der vernünftige Vorschläge zur Lösung des Flüchtlingsproblems macht.
      So wie es aussieht findet er kein Gehör.
      Aus Brüssel höre ich nur von Bemühungen den Flüchtlingsstrom „humanitär“ zu bewältigen. 100 000 neue Unterkunftsplätze sollen an der Grenze zu Slowenien ( war es wohl?) geschaffen werden. Damit wird ein Anreiz für weitere Hunderttausende geschaffen sich auf den Weg zu machen. Die werden uns schon irgendwie unterbringen, wird den Flüchtlingen vermittelt. Es geht aber schon lange nicht mehr darum den Flüchtlingsstrom zu händeln, sondern es geht darum ihn einzudämmen. Wenn das nicht gelingt, dann wird die Situation eskalieren. Aus dem Flüchtlingsproblem wird ein Problem für die Bürger Europas, für die EU.
      Davon wollen die Politiker nichts hören. Allen voran wie immer die Deutschen. Jetzt durch Merkel.

      Herzlich, Paul

      • aron2201sperber Says:

        Merkel hat so stur die falschen Signale gesendet, dass wenig Hoffnung auf Besserung besteht.

        Kurz ist leider auch nur Teil einer Regierung, deren Chef Merkel an Verantwortungslosigkeit das Wasser reichen kann.

        im Gegensatz zu Merkel wurde der Sozi Faymann jedoch genau dafür gewählt.

  4. Der Operettenkanzler | Aron Sperber Says:

    […] Zäune für Österreich dringend notwendig sein werden, sobald die Bayern mit ihrer durchgedrehten Kanzlerin die Geduld […]

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