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Die heutigen Konventionen für Judenhass

November 2, 2015

Frau Winter sieht sich selbst natürlich gar nicht als Antisemitin:

Ich danke allen Menschen, die mir glauben, dass ich mit Antisemitismus so gar nix am Hut habe

Juden seien sogar ihre “Freunde”, sie hat ja auch nicht alle Juden, sondern nur “Zionistische Geld Juden” kritisiert.

Iran

(Ahmadinejad mit seinen nicht-zionistischen, armen jüdischen Freunden)

Was bei Ahmadinejad oder Erdogan durchgeht, wird bei einer österreichischen Rechten natürlich nicht so einfach geschluckt.

Antisemiten, die keinen Kultur-Bonus genießen, müssen eben ein bisschen besser aufpassen, wie sie ihre Botschaften etwas zeitgemäßer verpacken.

Hätte sie statt den „Zionistischen Geld Juden“ der Formulierung „Zionistischen Mossad Rothschilds“ zugestimmt, hätte sie sogar gute Chancen gehabt, alle erfolgreich zu verklagen, die sie als „glühende Antisemitin“ bezeichnet hätten.

Verwendet man die richtigen Codes, darf man Juden auch im heutigen politisch-überkorrekten Deutschland alles unterstellen, was einem gerade einfällt (9/11, NSU, IS,…).

Israelkritik gehört gerade in den allerbesten Kreisen zum guten Ton.

Höchstens ein Broder darf es sich erlauben, einen Augstein für seine salonfähigen Diffamierungen ungestraft als „Antisemiten“ zu bezeichnen.

Wenn man sich nicht an die heutigen Konventionen für Judenhass hält, schaut es jedoch schlecht aus:

Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) beauftragt am Montag die Parlamentsdirektion, die Postings auf der Facebook-Seite der FPÖ-Abgeordneten Susanne Winter, die ihr den Vorwurf des Gutheißens von antisemitischen Äußerungen eingetragen haben, der Staatsanwaltschaft mit dem Ersuchen um weitere strafrechtliche Prüfung zu übermitteln.

(ORF)

Frau Winter könnte höchstens behaupten, sie habe ihre Theorien aus einer türkischen Zeitung aufgeschnappt.

Dann wäre es nämlich gemäß der österreichischen Justiz straffrei.

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