Die heutigen Konventionen für Judenhass

Frau Winter sieht sich selbst natürlich gar nicht als Antisemitin:

Ich danke allen Menschen, die mir glauben, dass ich mit Antisemitismus so gar nix am Hut habe

Juden seien sogar ihre “Freunde”, sie hat ja auch nicht alle Juden, sondern nur “Zionistische Geld Juden” kritisiert.

Iran

(Ahmadinejad mit seinen nicht-zionistischen, armen jüdischen Freunden)

Was bei Ahmadinejad oder Erdogan durchgeht, wird bei einer österreichischen Rechten natürlich nicht so einfach geschluckt.

Antisemiten, die keinen Kultur-Bonus genießen, müssen eben ein bisschen besser aufpassen, wie sie ihre Botschaften etwas zeitgemäßer verpacken.

Hätte sie statt den „Zionistischen Geld Juden“ der Formulierung „Zionistischen Mossad Rothschilds“ zugestimmt, hätte sie sogar gute Chancen gehabt, alle erfolgreich zu verklagen, die sie als „glühende Antisemitin“ bezeichnet hätten.

Verwendet man die richtigen Codes, darf man Juden auch im heutigen politisch-überkorrekten Deutschland alles unterstellen, was einem gerade einfällt (9/11, NSU, IS,…).

Israelkritik gehört gerade in den allerbesten Kreisen zum guten Ton.

Höchstens ein Broder darf es sich erlauben, einen Augstein für seine salonfähigen Diffamierungen ungestraft als „Antisemiten“ zu bezeichnen.

Wenn man sich nicht an die heutigen Konventionen für Judenhass hält, schaut es jedoch schlecht aus:

Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) beauftragt am Montag die Parlamentsdirektion, die Postings auf der Facebook-Seite der FPÖ-Abgeordneten Susanne Winter, die ihr den Vorwurf des Gutheißens von antisemitischen Äußerungen eingetragen haben, der Staatsanwaltschaft mit dem Ersuchen um weitere strafrechtliche Prüfung zu übermitteln.

(ORF)

Frau Winter könnte höchstens behaupten, sie habe ihre Theorien aus einer türkischen Zeitung aufgeschnappt.

Dann wäre es nämlich gemäß der österreichischen Justiz straffrei.

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5 Antworten to “Die heutigen Konventionen für Judenhass”

  1. aron2201sperber Says:

    Armin Wolf fühlt sich bestimmt als großer Held, wenn er auf eine am Boden liegende, arme Idiotin, die selbst von der FPÖ ausgeschlossen wurde, herumtreten kann:

    http://tvthek.orf.at/program/ZIB-2/1211/ZIB-2/10904512/Susanne-Winter-haelt-an-Mandat-fest/10904549

  2. ribi Says:

    aron: ja, in den usa scheinen juden heute wohlhabender als andere gruppen zu sein, es war aber so, dass noch in den 40-erjahren viele juden in nordamerika in der arbeiterbewegung aktiv waren, meist eben nicht wohlhabend waren! in der heutigen brd ist es so, dass gerade in großstädten viele russische juden von der grundsicherung leben, also nicht reich sind! rafael seligmann machte vor einigen zeit in einer tv-runde darauf aufmerksam. gerade du mit ost-jüdischem opa weißt ja sicher, dass gerade die ostjuden immer körperlich gearbeitet haben! sie waren kleinbauern, viehhändler, mini-selbstständische handwerker oder auch arbeiter! in deutschland war dies etwas anders, juden waren oftmals gebildeter als der durchschnitt und besser-gestelt, aber auch nicht immer, der großvater müttlerlicherseits von ralph giordano war eben deutsch-jüdicher arbeiter! es kamen vor dem 1.weltkrieg ostjuden zur körperlichen arbeit nach deutschland, z.b. zum strassenbau, wie ital.oder poln. christen ebenfalls!weißt du, ob es jüdishce bauarbeiter in den usa gibt und wie es in israel mit solchen fragen aussieht? übrigens, der franz. kellner, der von der barbarengang in paris ermordert wurde, war natürlich auch angehöriger der arbeitenden massen, eben nicht reich!!

    • aron2201sperber Says:

      mein Opa kam aus einer wohlhabenden Textilindustrie-Familie aus Lemberg – den meisten Juden ging es in Kakanien anders als Im Zarenreich ziemlich gut und deswegen waren sie vom Zusammenbruch der Monarchie wohl von allen Nationalitäten am meisten erschüttert.

      trotzdem fühlte sich mein Großvater durchaus auch als Pole

  3. Der ignorierte Judenhass | Aron Sperber Says:

    […] Journalisten geraten in Aufruhr, wenn der Judenhass von der FPÖ […]

  4. ribi Says:

    aron: dennoch gab es im osten euroaps viele hart arbeitende juden, was legenden widerlegt!

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