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Die RAF-Strategie der Zschäpe-Anwälte

November 9, 2015

In Anbetracht der tollen Karrieresprünge, die Schily und Ströbele hinlegten, verwundert es nicht, dass die Zschäpe-Verteidiger die RAF-Star-Anwälte imitieren wollten.

Schweigen war für die RAF oberstes Gebot, zumal es aktive Genossen außerhalb Stammheims gab. Dass es sich bei der RAF um eine Terrororganisation gehandelt hatte, war sowieso unumstritten.

Die (von der RAF vorgegebene) Strategie der sympathisierenden Anwälte war es daher, die Verbrechen der RAF als politische Handlungen zu rechtfertigen, das Verfahren als politisch motiviert anzuprangern und sonst so wenig wie möglich mit der Schweine-Justiz zu kooperieren.

Bei Zschäpe gibt es keine Genossen, die geschützt werden müssen. Es steht auch nicht einmal fest, ob sie wirklich ein aktiver Teil der Uwes war.

Zschäpes Anwälte handelten mit ihrer RAF-Strategie also klar zum Nachteil ihrer Mandantin, die im Gegensatz zu den RAF-Terroristen aus nachvollziehbaren Gründen sprechen wollte.

Eine aktive Mittäterschaft bei den Morden könnte sie wohl mit ziemlicher Leichtigkeit abstreiten, im schlimmsten Fall könnte man ihr wohl eine Mitwisserschaft nachweisen.

Das einzige Argument, sie als vollwertige Mittäterin anzusehen, ist ihr Schweigen.

Wenn die Angeklagten sich selbst für Schweigen entscheiden, muss der Rechtsstaat damit leben.

Dass Anwälte einer Mandantin eine Schweige-Strategie aufzwingen, obwohl gerade in diesem Fall Aufklärung von höchstem Interesse wäre, ist zumindest standeswidrig.

Dass das Gericht die Anwälte dabei auch noch unterstützt hat, ist sogar ein absoluter Justiz-Skandal.