Die heutigen Konventionen für Judenhass

Verwendet man die richtigen Codes, darf man Juden alles unterstellen, was einem gerade einfällt (9/11, NSU, IS,…), ohne sich dafür als „glühenden Antisemiten“ bezeichnen lassen zu müssen:

Die Publizistin Jutta Ditfurth zieht vor das Bundesverfassungsgericht.

Grund ist die Ende Oktober ergangene Weigerung des Oberlandesgerichts München (OLG), ein in niedrigerer Instanz gefälltes Urteil, wonach Ditfurth den neurechten Publizisten Jürgen Elsässer nicht als »glühenden Antisemiten« bezeichnen darf, zu überprüfen.

Die Formulierung, dass Elsässer ein »glühender Antisemit« ist, darf sie allerdings bei Androhung von 250.000 Euro Strafe oder sechs Monaten Ordnungshaft nicht mehr wiederholen.

(Jüdische Allgemeine)

Israelkritik gehört heute gerade in den allerbesten Kreisen zum guten Ton.

Höchstens ein Broder darf es sich erlauben, einen Augstein für seine salonfähigen Diffamierungen ungestraft als „Salon-Antisemiten“ zu bezeichnen.

Wenn man sich nicht an die heutigen Konventionen für Judenhass hält, schaut es jedoch schlecht aus:

Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) beauftragt am Montag die Parlamentsdirektion, die Postings auf der Facebook-Seite der FPÖ-Abgeordneten Susanne Winter, die ihr den Vorwurf des Gutheißens von antisemitischen Äußerungen eingetragen haben, der Staatsanwaltschaft mit dem Ersuchen um weitere strafrechtliche Prüfung zu übermitteln.

(ORF)

Hätte Frau Winter statt den „Zionistischen Geld Juden“ die Formulierung „Zionistischen Mossad Rothschilds“ verwendet, hätte sie gute Chancen gehabt, alle erfolgreich zu verklagen, die sie als „glühende Antisemitin“ bezeichnet hätten.

So muss sie hingegen mit ihrer eigenen strafrechtlichen Verurteilung rechnen.

Frau Winter könnte höchstens behaupten, sie habe ihre Theorien über die „Zionistischen Geld Juden“ aus einer türkischen Zeitung aufgeschnappt.

Dann wäre es nämlich gemäß der österreichischen Justiz straffrei.

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5 Antworten to “Die heutigen Konventionen für Judenhass”

  1. Tourix Says:

    Da wäre ich etwas vorsichtiger.
    Mit Kritik an Israel kritisiert man in aller Regel die Politik des Landes Israel. – Das hat nichts mit Antisemitismus zu tun.

    • aron2201sperber Says:

      wenn sich die Kritik obsessiv gegen einen Staat richtet, hat es vielleicht doch etwas damit zu tun.

      Israel streitet mit den Arabern um ein enges Stück Land – das ist in der Welt alles andere als einzigartig.

      die Araber haben über 20 Nationalstaaten, die Kurden hingegen nicht einen einzigen, trotzdem ist immer nur der Judenstaat der Buh-Mann.

      besonders grotesk ist es, wenn sich deutsche Linke, die über die eigenen Sudeten oder die Südtiroler die Nase rümpfen, sich der nationalen Sache der Palästinenser annehmen.

      • Thomas Holm Says:

        Suedtiroler sind „Faschisten“ wenn sie kein Duce-Denkmal vor ihrer Alm wollen, sondern lieber ihrer Deserteure aus dem Abessinien-Feldzug gedenken wollen. Der Italienische Faschismus hat sich quasi zu einer Vorlaeuferversion eines angeblich anglaufenen Drittweltlichen Rise of the Rest („after the west !“) geschichtsbildlich gelaeutert. Als Aufstand gegen Versailles hatte das wohl schon was von Antiglobalisierung.
        Mit sieg*heil statt ‚Game over !‘ – Geschrei; a scho‘ dabei, wie man in Muenchen sagen wuerde.

      • max Says:

        Ich frage solche Freunde unterdrückter Völker, nachdem diese mir jeweils hoch und heilig geschworen haben, dass es ihnen nur um die Unterdrückten gehe, wie ihre Einschätzung zum Papuakonflikt sei. Da kommt dann relativ wenig. Seltsam, nicht? Vor allem, wenn man bedenkt, dass dieser Konflikt nun auch schon seit fünfzig Jahren besteht, und dass mehr Leute darin umgekommen sind als im Nahostkonflikt. Mag daran liegen, dass „Indonesienkritiker“ bei uns halt dünn gesät sind….

  2. Thomas Holm Says:

    Und solange – angefuehrt von Arabern, Tuerken und Iran – Israel fuer jede Misshelligkeit verantwortlich gemacht wird, die die sich gegenseitig antun, fuehlt man direkt den Gruppendruck im Nacken, Israel fuer alle moeglichen Absurditaeten in seiner Nachbarschft anzuprangern.

    Wer weiss, was die sonst taeten, wenn sie sich nicht gegenseitig umbraechten ? Gott sei Dank sind die Israelis so pietaetvoll, nicht deswegen auf den Daechern zu tanzen. Obwohl ja die weltweite Gemeinde der Pro-ZionistInnen es vielleicht verdient haette, sich das mal zu goennen.

    Hat schon jemand mal die Kanonade der Weltwirtschft durch zionistische Patent-Salven angeprangert ? Vielleicht auf so eine schmierig Drittweltlich verdrehte marxoide Tour mit Verballhornung der „wohlfeilen Preise“ die alles Altehrwuerdige zerdeppern ?

    Antizionismus auf den Punkt gebracht: ‚Die sind Schuld, dass wir so doof sind‘. Sowas ging uebrigens zig-Jahre lang durch in den sog. ‚Arab Human Development Reports‘. Aber dann kam der Fruehling.

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