Archive for 17. November 2015

Ein falsches Smiley und Tschüss

November 17, 2015

Die Liste derer, die über eine fremdenfeindliche Entgleisung in den sozialen Netzwerken ihre Arbeitsstelle verloren haben, wird um einen prominenten Namen länger: Die „Welt“-Gruppe hat sich von ihrem Autor Matthias Matussek getrennt. Die Kündigung habe „sofortige Wirkung“, bestätigte eine Sprecherin des Springer-Verlags gegenüber SPIEGEL ONLINE.

Matussek hatte nach den Anschlägen von Paris bei Facebook orakelt, nun müsse wohl neu über offene Grenzen und junge islamische Männer im Land diskutiert werden – garniert mit einem Smiley.

(SPON)

Auf IS-Terror mit einem Smiley zu reagieren, ist zwar eine Geschmacklosigkeit auf Jürgen Elsässer-Niveau.

Eine fremdenfeindliche Entgleisung sucht man in dem Facebook-Posting allerdings vergeblich.

Bis auf den Smiley findet man Inhalte, die zwar nicht der Augstein-Hauptlinie von SPON entsprechen, aber trotzdem auch bei SPON durchaus eine Chance auf Veröffentlichung hätten.

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Guantanamo ohne Wärter

November 17, 2015

Allen voran die deutsche Regierung warnte in den vergangenen Tagen vor einer Vermischung der Flüchtlingsdiskussion mit dem Thema Terrorismus. „Es gibt keine Verbindung, keine einzige nachweisbare Verbindung zwischen dem Terrorismus und den Flüchtlingen – außer vielleicht einer: nämlich, dass die Flüchtlinge vor den gleichen Leuten in Syrien flüchten, die verantwortlich sind für die Anschläge in Paris“, sagte etwa der deutsche Justizminister Heiko Maas (SPD) am Montag im ARD-„Morgenmagazin“.

(ORF)

Tatsächlich behaupten die meisten syrischen Flüchtlinge in Deutschland, vor dem Assad-Regime geflohen zu sein und eben nicht vor dem IS:

Von wem geht die größte Bedrohung in Syrien aus? Laut einer Umfrage unter Flüchtlingen in Deutschland flieht die Mehrheit nicht vor dem IS, sondern vor der Gewalt des Assad-Regimes.

(SPON)

Und gerade in den westeuropäischen Wohlfahrtsstaaten war der IS beim Rekrutieren besonders erfolgreich:

Die Anzahl der Kämpfer aus Westeuropa verdoppelte sich im vergangenen Jahr auf nahezu 4.000. Die meisten kommen aus Frankreich mit geschätzten 1.200, Großbritannien (500 bis 600) und Deutschland (500 bis 600), heißt es in der Studie. Bezogen auf die Bevölkerungszahl (pro Million Einwohner) sind vor allem Belgien (40), Dänemark (27) und Schweden (19) betroffen.

Aus Österreich sind der Studie zufolge zwischen 100 und 150 Personen beziehungsweise 17 pro Million Einwohner im Kampfeinsatz in Syrien oder im Irak. Jüngste Schätzungen des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) gehen bereits von 178 in Österreich beheimateten Kämpfern aus. Von 69 Personen weiß das BVT, dass sie wieder zurückgekehrt sind.

(Standard)

Diese Zusammenhänge zu ignorieren, ist fahrlässig.

Guantanamo war ein Fehler der US-Politik.

Terroristen lässt man am besten, wo sie sind, und bekämpft sie dort.

Merkels Politik verwandelt Europa gerade in ein riesiges Guantanamo mit völlig überforderten Wärtern.