Kronzeuge für Amerikas Schuld

Der Spiegel freut sich, einen Kronzeugen für die amerikanische Schuld am IS zu präsentieren:

SPIEGEL ONLINE: Den IS gäbe es nicht, wenn die Amerikaner nicht 2003 in Bagdad eingefallen wären. Bedauern Sie…

Flynn: …ja, absolut…

SPIEGEL ONLINE: …den Irakkrieg?

Flynn: Das war ein riesiger Fehler. So brutal Saddam Hussein war – ihn nur zu eliminieren, war falsch. Das Gleiche gilt für Gaddafi und Libyen, das heute ein failed state ist. Die große historische Lektion lautet, dass es eine strategisch unglaublich schlechte Entscheidung war, in den Irak einzumarschieren. Die Geschichte sollte und wird über diese Entscheidung kein mildes Urteil fällen.

(SPON)

Dabei wird allerdings ignoriert, dass der IS von Syrien in den Irak einmarschiert war und nicht umgekehrt.

Obamas Politik des Nichts-Tuns wird daher historisch auch kaum besser dastehen.

Die Reaktion der USA auf die Terroranschläge von 9/11 mag naiv gewesen sein.

Statt mühsame Kriege zu führen, um Afghanistan und dem Irak die westliche Demokratie zu bringen, hätte man es sich auch wesentlich leichter machen können.

So wie der IS heute von Frankreich und Russland bombardiert wird, hätte man auch mit Osama Bin Ladens afghanischen Gastgebern verfahren können, ohne dabei eigene Bodentruppen zu opfern. Das ganze Geheule wegen Guantanamo wäre einem dadurch ebenfalls erspart geblieben.

Statt Saddam abzusetzen, hätte man ihn wieder zum “eigenen Bastard” machen können (wie man es übrigens auch mit Gaddafi gemacht hatte) und die Bekämpfung der Dschihad-Monster an ihn ausgelagert.

Vor 15 Jahren hatte man jedoch leider noch die idealistische Idee, dass auch Muslime trotz ihrer Diktaturen und Tyranneien wie die Deutschen oder die Japaner lieber in Demokratie und Freiheit leben wollen.

Heute weiß man, dass die Demokratie-Bemühungen ein Fehler waren, da Muslime entweder durch Saddams, Assads, Gaddafis in Schach gehalten werden müssen oder ihre Mullah-, Taliban-, IS-Tyrannei errichten.

Allerdings müsste man dann auch so abgeklärt sein, Muslime nicht in unsere demokratische freie Welt zu importieren, zumal wir hier (noch) keine Saddams haben, die dafür sorgen, dass Islam Frieden ist.

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8 Antworten to “Kronzeuge für Amerikas Schuld”

  1. American Viewer Says:

    Der Spiegel bewegt sich damit mal wieder auf dem Niveau von ARD und Todenhöfer:

    Der IS entstand als unmittelbare Reaktion auf den Einmarsch von George W. Busch im Irak. Ursprünglich hatte der Jordanier Zarquawi vorgehabt, dass Jordanische Königshaus zu stürzen, und dann marschiert Busch [sic!] im Irak ein – und er sah das als goldene Gelegenheit an, eine brutale Terror-Organisation aufzubauen, die sich dann immer weiter entwickelt hat und heute IS heißt.

    Selbst Todenhöfer gibt zu, dass die Erfinder des Islamischen Staates von Anfang an – und völlig ohne Zutun der USA – auf Terror auswaren.

    Anfangs war eben *nur* das moderate Königshaus Jordaniens das Ziel und nicht der brutale Diktator Assad. Ohne den Irakkrieg würde der Islamische Staat heute eben in Jordanien und Syrien wüten anstatt in Irak und Syrien. Jordanien ist das wichtigste Fluchtland für moderate Syrer.

    Für deutsche Journalisten und Todenhöfer alles kein Problem – Hauptsache sie können irgendwie immer behaupten Amerika trage die Schuld am Islamischen Staat. Das ist schlichtweg falsch.

    Die Hauptschuld am IS tragen die Anführer des IS. Und diese Leute wollten ihren Gottesstaat lange bevor Amerika auf 9-11 reagierte.

    http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/ttt/sendung/sendung-vom-15112015-104.html

  2. Olaf Says:

    „Heute weiß man, dass die Demokratie-Bemühungen ein Fehler waren, da Muslime entweder durch Saddams, Assads, Gaddafis in Schach gehalten werden müssen oder ihre Mullah-, Taliban-, IS-Tyrannei errichten.“

    So ist es, so läuft der islamische Hase bzw. das Kamel.

  3. aron2201sperber Says:

    Amerika war damals dumm, auf die Demokratisierung des nahen Ostens zu setzen, obwohl Muslime Diktatoren wie Saddam oder Gaddafi brauchen, um in Frieden zu leben

    Wenn Deutschland damals schon klüger war, und dies bereits vorher besser wusste, wie kann man dann heute so dumm sein, Massen von Muslimen herzuholen, ohne über Saddams oder Gaddafis zu verfügen, welche von den Muslimen benötigt werden, um friedlich zu bleiben?

    • Salamshalom Says:

      Die Frage lautet doch, wieso wir Demokraten es nicht schaffen, aus unseren Fehlern zu lernen und es einfach mal besser zu machen.
      Sollen die Flüchtlinge in ihrem Heimatland bleiben und EU so „entlasten“, muss man den Deckel auf dem Topf dieses Heimatlandes lassen und nicht etwa lockern. Im Lockern sind wir aber einsame Spitze und zeigen so tagtäglich wieder aufs Neue, wie beratungsresistent und ignorant wir sind.
      Da scheren keine Länder bezüglich klügerere oder weitsichtigere Strategien aus. Da ist ein Land, oder viel mehr seine politische Kaste, so auffassungsbeschränkt und unfähig wie das andere.

  4. Thomas Holm Says:

    Leider ist der Generalunternehmer fuer die Sanierung der Dummheits-Folgen auch nicht ganz ohne … wie sagt man…

    Eigene Agenda, oder so. Nasdrowje !

  5. PanEuropa-Nationale-Pantheisten- Says:

    Hat dies auf PanEuropa-Nationale/Pantheisten-PanthegidE.de rebloggt.

  6. aron2201sperber Says:

    der hochrangige Kronzeuge für die Dummheit des Westens wird natürlich auch bei RT gefeiert:

    https://www.rt.com/usa/324081-intelligence-chief-iraq-war-isis/

    im Juni hatte er übrigens bei Al Jazeera die eigene (Obama-)Regierung angeprangert, den IS aus einer absichtlichen Entscheidung gefördert zu haben:

    http://levantreport.com/2015/08/06/former-dia-chief-michael-flynn-says-rise-of-islamic-state-was-a-willful-decision-and-defends-accuracy-of-2012-memo/

    dies leitet der ehemalige DIA-Chef aus dem bereits viel besprochenen DIA-Papier aus 2012 ab, das 2015 veröffentlicht wurde (und von dem Todenhöfer auch schon ganz begeistert berichtet hatte):

    https://aron2201sperber.wordpress.com/2015/05/28/wurde-springer-doch-noch-enteignet/

    das Dokument enthält eine Beschreibung der damaligen Situation in Syrien und die Risken für die Zukunft.

    eine Handlungsanleitung bzw. ein Beweis für ein dem IS begünstigendes Handeln kann daraus in keiner Weise abgeleitet werden:

    http://www.thedailybeast.com/articles/2015/06/06/the-isis-conspiracy-that-ate-the-web.html

    den einzigen Vorwurf, den man aus dem Dokument berechtigterweise ableiten könnte, ist jener zu wenig getan zu haben und den Aufstand passiv den „Verbündeten“ (Türkei und Golfstatten) überlassen zu haben.

    aber ein eigenes Engagement ist wiederum genau das, was er bzgl. Irak ja als große Dummheit bezeichnet hat

    die einzige andere Option wäre ein Fördern von Assad gewesen, was er jedoch nicht einmal jetzt als Privatmann fordert (obwohl dies durch die Änderung der weltpolitischen Lage mit dem IS als gemeinsamen Feind heute eine vertretbarere Position als damals ist)

    dass ein gerade erst aus dem Dienst ausgetretener General auf eine derart geltungssüchtige Weise mit seiner Kritik gegen sein Land bei Al Jazeera & Co. hausieren geht, zeigt, was für eine Fehlbesetzung er in seiner ehemaligen Position war.

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