Archive for November 2015

Gibt es die friedliche Mehrheit wirklich?

November 21, 2015

Sehr interessantes Interview mit Bernard Haykel, Professor für arabische Geschichte in Princeton:

Die Presse: Es ist schwer zu fassen, dass es einerseits die große Mehrheit friedlicher Muslime gibt, die von all dem abgestoßen . .

Bernard Haykel : Entschuldigen Sie, aber woher wissen Sie, dass es diese Mehrheiten weltweit gibt? Was tun die, um dieses Gefühl auszudrücken?

(Die Presse)

Auch ein Blick in die arabischen Medien offenbart, dass unser Wunschbild einer vom Terror angewiderten Mehrheit von Muslimen nicht der Realität entspricht:

Mitleid und Entsetzen nach dem Massaker von Paris? Das hält sich in arabischen Medien in Grenzen. Stattdessen werden Opferzahlen aufgerechnet. Und an Verschwörungstheorien herrscht kein Mangel.

(FAZ)

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Willkommens-Medien werden kleinlaut

November 20, 2015

Ein Holzboot mit Flüchtlingen an Bord ist von der australischen Marine wieder ins Meer gezogen worden, bevor es an Land anlegen konnte. Das berichteten australische Medien heute.

(ORF)

Vor wenigen Monaten wäre so eine Meldung noch mit schwersten Vorwürfen gespickt gewesen und zwar nicht nur im ORF. Auch Österreichs Bild-Version empörte sich damals noch über die bösen Australier.

Heute berichtet selbst das öffentlich-rechtliche Schlachtschiff der Willkommenskultur kleinlaut nüchtern.

Und auch Merkels Beharren auf grenzenlose Zuwanderung löst nicht mehr das geringste Hurra aus:

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel bleibt in der Flüchtlingsfrage hart. Beim CSU-Parteitag in München lehnte sie heute die Forderung der bayerischen Schwesterpartei nach einer Obergrenze für die Aufnahme neuer Flüchtlinge in Deutschland ab.

(ORF)

 

Wer unterdrückt die Muslime?

November 20, 2015

Die Presse: Wo bleibt das Lichtermeer der Muslime in Österreich und Europa, um sich von den Anschlägen der Terrormiliz Islamischer Staat zu distanzieren?

Fuat Sanac: Die Muslime sind so unterdrückt, dass sie es nicht einmal wagen, auf die Straße zu gehen. Wir können 1000 Mal sagen, dass diese Verrückten nichts mit dem Islam zu tun haben, dennoch müssen wir uns andauernd verteidigen und rechtfertigen. Das macht uns fertig und gleichzeitig wütend.

(Die Presse)

Für ihren Sultan oder gegen Israel gehen Österreichs Muslime jedoch trotz ihrer furchtbaren Unterdrückung in Massen auf die Straße.

Wären Muslime in Europa wirklich so unterdrückt, würden sie sich wohl kaum zu Millionen auf den Weg hierher machen.

Wenn Muslime heute unterdrückt werden, so sind die Unterdrücker fast immer ebenfalls Muslime.

Muslimbrüder, Salafisten, Mullahs, Scheichs, Emire und Kalifen versuchen einander mit ihrer Form von Islam zu unterwerfen.

Von Nigeria bis Pakistan treiben diese islamischen Konflikte Muslime in die Flucht.

Der Islam macht zwar Muslime zu Opfern, er sorgt jedoch damit auch für seine eigene Weiterverbreitung.

Zwar distanzierten sich Muslimbrüder wie Sanac vom Terror des IS, der angeblich nichts mit ihrem Islam zu tun habe. Wenn es darauf ankommt, setzt man sich jedoch für die Burka-Konkurrenz ein, da schließlich alle zur Umma gehören.

Solange man in der Minderheit ist, werden die Zwistigkeiten, die in der Islamischen Welt zu Krieg und Vertreibung geführt hatten, eingestellt, um gemeinsam die Islamisierung Europas voranzutreiben.

Muslimbrüder spielen dann die Rolle des „guten Islam“, der nichts mit Terror zu tun habe, während die Salafisten das Einschüchtern übernehmen.

Obwohl seine Erdogan-Türkei im Syrien-Konflikt selbst kräftig mitgemischt hatte, bedient sich Sanac schamlos der typisch linken Rhetorik, wonach fremde Einmischung schuld an allen Problemen der Islamischen Welt sei:

Ich spreche von den USA über Russland bis hin zu Frankreich usw. Diesen Ländern ging es nie um Demokratie, sondern darum, die Bodenschätze in Ländern wie Afghanistan, Syrien und dem Irak zu kontrollieren. Das Gerede von Demokratie war nur eine Betäubung für die dortige Bevölkerung. Die Terroristen wurden jahrelang unterstützt und mit Waffen versorgt.

Kein Staatsführer hat sich aktiver für den Sturz des syrischen Diktators stark gemacht als Erdogan.

Dabei ist Erdogan selbst ein Diktator, der die Demokratie lediglich als Zug benützt, um aus der Türkei einen Islamischen Staat zu formen.

Sein Islamischer Staat ist zwar nicht der gleiche wie der IS. Aus taktischen Gründen arbeitet Erdogan jedoch nach wie vor mit dem IS zusammen, um den Kurden ihre Souveränität zu verweigern.

Vorschuss auf die 72 Jungfrauen?

November 19, 2015

Um gewisse Dinge zu erfahren, muss man sich schon in die Niederungen des Boulevards herab begeben:

Denn einer der Männer verfolgte die 72-Jährige bis in ihr idyllisches Gartenhäuschen. Wie berichtet, soll er sie grün und blau geschlagen haben, bevor er über sie herfiel, sie vergewaltigte und als „Trophäe“ ihre Unterhose mitnahm.

Das Opfer konnte sein Gesicht nicht erkennen, erzählte von einem „südländischen“ Aussehen. Jetzt drei Monate nach dem Übergriff sitzt ein 17-jähriger Afghane in Haft. Der Asylwerber ist geständig, die Frau vergewaltigt zu haben, sagt der Wiener Neustädter Staatsanwalt Erich Habitzl.

Das Motiv? Unerklärlich. Überführt wurde er durch eine „eindeutige DNA-Übereinstimmung“.

(Krone)

Vielleicht hatte der angeblich 17-Jährige die 72-Jährige als Vorschuss auf die 72 Jungfrauen angesehen, die im Terroristen-Paradies auf ihn warten?

Statt die Söhne in der afghanischen Armee das eigene Land beschützen zu lassen, werden sie von Afghanistan nach Europa geschickt, wo sie sich die Hörner abstoßen können (brav müssen in der islamischen Kultur nur die Töchter sein).

Die Familien dieser „Kinder“ sind in keiner unmittelbaren Notlage, zumal sie sich sonst nicht die Kosten für die Schlepper leisten könnten.

Sie entscheiden sich ganz bewusst für ein lukratives Geschäftsmodell:

Man schickt ein Familienmitglied, meistens eben den ältesten, stärksten Sohn als „Unbegleiteten minderjährigen Flüchtling“ nach Europa.

Für die angeblich Minderjährigen gilt die Dublin-Verordnung schon seit Jahren nicht mehr, und man hat daher die Möglichkeit, sich das attraktivste Zielland auszusuchen.

Mit einer positiven Entscheidung ist fix zu rechnen, da es sich ja schließlich um „besonders schutzwürdige Kinder“ handelt.

Danach kann man bis zum fiktiven 18. Geburtstag auch noch die ganze Familie nachholen, da Kinder bekanntlich ein Recht auf ihre Familie haben, auch wenn diese Familien ihre Kinder vorher alleine weggeschickt hatten.

Die freiwillig verschleierten Schwestern

November 18, 2015

In Saint-Denis, dieser an der Seine gelegenen Stadt der Vielfalt, Gastfreundlichkeit und Toleranz, konnte ich mit meiner Familie heimisch werden, endlich frei von den Drohungen der Islamisten, die sich in meinem Briefkasten häuften.

In den letzten Jahren hat die Angst mich wieder gepackt. Saint-Denis hat nichts mehr mit dem Saint-Denis von damals zu tun. Und das Land der Menschenrechte weigert sich, hinzusehen.

(Die Presse)

In westlichen Ländern wird der Schleier von jungen Frauen zunächst noch freiwillig getragen.

Viele junge Schleier-Trägerinnen haben sogar unverschleierte Mütter.

So wie sich junge Europäerinnen freiwillig piercen oder tätowieren lassen, verschleiern sich junge Muslima ohne Zwang, um sich durch ihr Äußeres eine Identität zu verschaffen.

Sobald sich jedoch die “Brüder” mit Hilfe der freiwillig verschleierten “Schwestern” durchgesetzt haben, ist es ganz schnell vorbei mit der “Freiwilligkeit”, wie man überall beobachten kann, wo die Islamisten bereits an die Macht gekommen sind (Iran, Taliban-Afghanistan, Gaza, Ost-Syrien, West-Irak) oder zumindest die Gesellschaft dominieren (Saudi-Barbarien, Pakistan, Molenbeek, Saint-Denis,…).

 

Virtuelle Helden

November 18, 2015

Erst hat man alles getan, um den Staat aus dem Internet fernzuhalten.

Jetzt möchte man dort selbst Polizei spielen:

Paris-Terror: Anonymous greift IS im Netz an

Doch wenn sich der IS gegen die virtuellen Polizisten in der realen Welt zur Wehr setzt, werden diese virtuellen Helden weinend zur realen Polizei laufen.

Niemand verkörpert die Figur des infantilen Internet-Helden besser als der Cyber-Punk Sascha Lobo:

Sasch Lobo

In Europa und den USA ist man mit unseren Regierungen, die uns nicht die totale digitale Freiheit garantieren, zwar furchtbar unzufrieden – wirkliche Angst vor einer realen Verfolgung hat man natürlich nicht.

Trotz aller Empörung weiß man ganz genau, dass bei uns wohl kaum irgendwelche Wichtigtuer mit bunten Haaren im Visier der Sicherheitsapparate stehen.

Trotzdem ist es ein großes Anliegen, den Staat bei der Überwachung des Internets zu behindern.

Die Freiheit, die eigene Meinung zu äußern und die eigene Regierung harsch zu kritisieren, war noch sie so groß wie heute.

Wenn es  Einschränkungen gibt, so kommen sie nicht vom Staat, sondern von einer über-politisch-korrekten Öffentlichkeit, die allzu rasch die Nazi-Keule gegen fremde Meinungen schwingt:

Deshalb plädiere ich hiermit für die gezielte Verwendung der Nazikeule (und damit implizit für eine Umdeutung des Begriffs).

(Sascha Lobo – SPON)

Der Staat hält sich hingegen (noch) weitgehend raus, wie es in unserer Verfassung auch vorgesehen ist.

Dass die Selbstverständlichkeit der Meinungsfreiheit lediglich für die westlichen Demokratien gilt, wird von Lobo & Co. gerne ausgeblendet.

Bereits in der Türkei wird man als Regierungskritiker ganz real eingesperrt und in Russland, wohin sich der Jesus der virtuellen Rebellen verkrochen hat, wird man sogar ganz real ermordet.

Ein falsches Smiley und Tschüss

November 17, 2015

Die Liste derer, die über eine fremdenfeindliche Entgleisung in den sozialen Netzwerken ihre Arbeitsstelle verloren haben, wird um einen prominenten Namen länger: Die „Welt“-Gruppe hat sich von ihrem Autor Matthias Matussek getrennt. Die Kündigung habe „sofortige Wirkung“, bestätigte eine Sprecherin des Springer-Verlags gegenüber SPIEGEL ONLINE.

Matussek hatte nach den Anschlägen von Paris bei Facebook orakelt, nun müsse wohl neu über offene Grenzen und junge islamische Männer im Land diskutiert werden – garniert mit einem Smiley.

(SPON)

Auf IS-Terror mit einem Smiley zu reagieren, ist zwar eine Geschmacklosigkeit auf Jürgen Elsässer-Niveau.

Eine fremdenfeindliche Entgleisung sucht man in dem Facebook-Posting allerdings vergeblich.

Bis auf den Smiley findet man Inhalte, die zwar nicht der Augstein-Hauptlinie von SPON entsprechen, aber trotzdem auch bei SPON durchaus eine Chance auf Veröffentlichung hätten.

Guantanamo ohne Wärter

November 17, 2015

Allen voran die deutsche Regierung warnte in den vergangenen Tagen vor einer Vermischung der Flüchtlingsdiskussion mit dem Thema Terrorismus. „Es gibt keine Verbindung, keine einzige nachweisbare Verbindung zwischen dem Terrorismus und den Flüchtlingen – außer vielleicht einer: nämlich, dass die Flüchtlinge vor den gleichen Leuten in Syrien flüchten, die verantwortlich sind für die Anschläge in Paris“, sagte etwa der deutsche Justizminister Heiko Maas (SPD) am Montag im ARD-„Morgenmagazin“.

(ORF)

Tatsächlich behaupten die meisten syrischen Flüchtlinge in Deutschland, vor dem Assad-Regime geflohen zu sein und eben nicht vor dem IS:

Von wem geht die größte Bedrohung in Syrien aus? Laut einer Umfrage unter Flüchtlingen in Deutschland flieht die Mehrheit nicht vor dem IS, sondern vor der Gewalt des Assad-Regimes.

(SPON)

Und gerade in den westeuropäischen Wohlfahrtsstaaten war der IS beim Rekrutieren besonders erfolgreich:

Die Anzahl der Kämpfer aus Westeuropa verdoppelte sich im vergangenen Jahr auf nahezu 4.000. Die meisten kommen aus Frankreich mit geschätzten 1.200, Großbritannien (500 bis 600) und Deutschland (500 bis 600), heißt es in der Studie. Bezogen auf die Bevölkerungszahl (pro Million Einwohner) sind vor allem Belgien (40), Dänemark (27) und Schweden (19) betroffen.

Aus Österreich sind der Studie zufolge zwischen 100 und 150 Personen beziehungsweise 17 pro Million Einwohner im Kampfeinsatz in Syrien oder im Irak. Jüngste Schätzungen des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) gehen bereits von 178 in Österreich beheimateten Kämpfern aus. Von 69 Personen weiß das BVT, dass sie wieder zurückgekehrt sind.

(Standard)

Diese Zusammenhänge zu ignorieren, ist fahrlässig.

Guantanamo war ein Fehler der US-Politik.

Terroristen lässt man am besten, wo sie sind, und bekämpft sie dort.

Merkels Politik verwandelt Europa gerade in ein riesiges Guantanamo mit völlig überforderten Wärtern.

Wie Merkel den IS schockiert

November 16, 2015

Die Reaktion der USA auf die Terroranschläge von 9/11 war wohl naiv.

Statt mühsame Kriege zu führen, um Afghanistan und dem Irak die westliche Demokratie zu bringen, hätte man es sich auch wesentlich leichter machen können.

So wie der IS heute von Frankreich bombardiert wird, hätte man auch mit Osama Bin Ladens afghanischen Gastgebern verfahren können, ohne dabei eigene Bodentruppen zu opfern. Das ganze Geheule wegen Guantanamo hätte man sich dadurch ebenfalls erspart.

Statt Saddam abzusetzen, hätte man ihn wieder zum „eigenen Bastard“ machen können (wie man es übrigens auch mit Gaddafi gemacht hatte) und die Bekämpfung der Dschihad-Monster an ihn ausgelagert.

Vor 15 Jahren hatte man jedoch leider noch die idealistische Idee, dass auch Muslime trotz ihrer Diktaturen und Tyranneien wie die Deutschen oder die Japaner lieber in Demokratie und Freiheit leben wollen.

Heute weiß man, dass die Demokratie-Bemühungen ein Fehler waren, da Muslime entweder durch Saddams, Assads, Gaddafis in Schach gehalten werden müssen oder ihre Mullah-, Taliban-, IS-Tyrannei errichten.

Doch selbst vor 15 Jahren wäre wohl niemand so naiv gewesen zu glauben, dass man die Terroristen bekehren könne, indem man sie zu Millionen ins eigene Land holt:

Als Deutschland und Schweden im Sommer damit begannen, große Zahlen muslimischer Flüchtlinge aufzunehmen, hatte das historische Bedeutung: Es war ein Werk der tätigen Versöhnung zwischen Orient und Okzident. Nie hat der Westen dem Islamismus eine größere Niederlage beigebracht als in dem Moment, da er den unter Krieg und Terror leidenden Muslimen Schutz gewährte.

(Augstein – SPON)

Solange Merkel den Barbaren das Tor aufreißt, wird man sie bestimmt nicht durch kontraproduktiven Terror dabei stören.

Daher ist Deutschland kurzfristig sogar relativ gut vor Terror geschützt.

Sobald sich Deutschland jedoch gegen die selbst verschuldete Völkerwanderung zu wehren beginnt, wird einem der Terror des massenhaft nach Deutschland importierten IS jedoch um so härter treffen.

Man kann sich vorstellen, dass die Schergen des IS von diesem entwaffnenden Akt der Selbstlosigkeit schockiert waren. Nichts ist für sie gefährlicher, als der Verlust des Feindes. Leider muss man sagen: Das gilt auch für die Döpfners, Kohlers, und für den CSU-Mann Markus Söder gilt es sowieso, der jetzt beinahe erleichtert feststellt: „Paris ändert alles.“

Gerade junge Muslime aus den westeuropäischen Wohlfahrtsstaaten lassen sich besonders gerne für den IS rekrutieren.

Um den IS zu schockieren, muss sich Merkel daher wohl etwas Originelleres einfallen lassen:

Merkel Busen

Lügenpresse oder ehrlich blöd?

November 15, 2015

Zwei Attentäter von Paris hielten sich vor den Anschlägen offenbar in Syrien auf. Einer soll mit syrischem Pass nach Europa eingereist sein. Ermittlern zufolge war das Dokument gefälscht – dass es gefunden wurde, gehörte zum Plan.

(Spiegel, 15.11.2015)

Dass es zum Plan gehört haben soll, ist reine Spekulation.

Eine viel einfachere und wahrscheinlichere Erklärung bestünde darin, dass er das Dokument brauchte, um sich bis zur Ausführung des Anschlags bei Kontrollen ausweisen zu können.

Vor nicht einmal zwei Wochen hatte uns übrigens ein Spiegel-Chefreporter noch darüber aufgeklärt, wie gering das Risiko eines Anschlags durch als syrische Flüchtlinge getarnte IS-Terroristen wäre:

Es geht derzeit also um höchstens zehn mutmaßliche Terroristen. Zehn unter Hunderttausenden, die in den vergangenen Monaten nach Deutschland gekommen sind. Und selbst diese zehn sind nicht etwa rechtskräftig verurteilte IS-Milizionäre, sondern Verdachtsfälle, in denen ermittelt wird.

(Spiegel, 03.11.2015)

Hätte der Verfasser jenes Artikels so etwas wie ein Gehirn, wäre er wohl in der Lage gewesen zu erkennen, dass die wenigen Verdachtsfälle nichts über die tatsächliche Zahl an IS-Terroristen aussagen, sondern lediglich belegen, dass IS-Terroristen in den anonymen Flüchtlingsmassen für die Behörden nicht identifizierbar sind.

Um Terrorakte in Europa zu begehen, ist der IS gar nicht darauf angewiesen, Kämpfer als Flüchtlinge zu tarnen. Hunderte deutsche Islamisten und Tausende Dschihadisten aus der Europäischen Union halten sich freiwillig in dem Gebiet auf, das der IS kontrolliert. Sie können jederzeit nach Deutschland einreisen.

Würden jene EU-Bürger mit ihren echten Identitäten wieder einreisen, würden sie im Gefängnis landen.

Lassen sie sich hingegen vom IS mit syrischen Pässen ausstatten, verwandeln sie sich von gesuchten Terroristen in schutzbedürftige syrische Flüchtlinge:

Auch verfügt der IS nach Erkenntnissen der Nachrichtendienste über syrische Blankopässe und erhebliche finanzielle Mittel. Er könnte Attentäter also ausgestattet mit falschen Identitäten in Flugzeuge setzen, statt sie einer strapaziösen, mehrwöchigen Flucht auszusetzen.

Warum setzen sich wohl auch alle anderen echten und unechten Syrer mit ihren syrischen Pässen nicht einfach in Flugzeuge, sondern nehmen die strapaziöse Balkanroute in Anspruch?

Dass man für eine Flugreise nach Europa ein Visum braucht, welches im Gegensatz zu den syrischen Pässen vom IS nicht so ohne weiteres besorgt werden kann, weiß wohl selbst der dümmste Bild-Reporter.

Entweder der Spiegel-Chefreporter ist daher wirklich blöder als jeder Bild-Reporter oder er lügt bewusst.

Spiegel-Chefreporter

(Jörg Diehl ist Chefreporter von SPIEGEL ONLINE)

Mein Tipp: Es handelt sich um ehrliche Blödheit (und das hat nichts mit dem Foto zu tun).